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Görg erhöht Schadenersatz-Forderung an Middelhoff auf mehr als 200 Millionen Euro

Der Insolvenzverwalter des Handels- und Touristikkonzerns Arcandor, Klaus Hubert Görg, hat im Prozess gegen den früheren Vorstandschef Thomas Middelhoff und weitere ehemalige Manager eine neue Schadensberechnung vorgelegt.

Nach Informationen der "Wirtschaftswoche" beziffert ein Gutachter im Auftrag der Insolvenzverwaltung die durch verschiedene Immobiliengeschäfte möglicherweise entstandenen Schäden nun auf insgesamt rund 234 Millionen Euro.

Bislang hatte der Insolvenzverwalter lediglich einen Schaden von 175 Millionen Euro geltend gemacht. Er war vom Landgericht Essen im April aber aufgefordert worden, eine nachvollziehbarere Berechnung dafür vorzulegen. "Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht", sagte ein Sprecher Görgs am Freitag auf Nachfrage der Nachrichtenagentur dapd. Ein Anwalt Middelhoffs sprach dagegen dem Bericht zufolge von einer "Milchmädchenrechnung", es fehle weiterhin eine plausible Schadenserhebung.

Gericht regt Vergleich an

Im Kern geht es in dem komplexen Gerichtsverfahren um den Verkauf von fünf Karstadt-Immobilien in Potsdam, Leipzig, Wiesbaden, München und Karlsruhe an Fonds des Troisdorfer Immobilienentwicklers Josef Esch (Oppenheim-Esch-Fonds). Die Immobilien waren nach Görgs Einschätzung zu billig verkauft und überteuert zurückgemietet worden. Dadurch sei dem Konzern jeweils ein Schaden entstanden, den die Manager letztlich zu verantworten hätten. Die Beklagten haben diese Vorwürfe zurückgewiesen.

Angesichts der neuen Ausführungen Görgs wurde der bisher für den 31. August angesetzte Termin zur Verkündung einer Entscheidung des Gerichts aufgehoben. Nun solle am 15. Februar 2012 erneut verhandelt werden, bestätigte ein Sprecher des Landgerichts Essen der "Wirtschaftswoche". Das Gericht regt zudem einen Vergleich zwischen den Parteien an. Das "Manager Magazin" schloss aus der Verschiebung des Gerichtstermins, dass die Chancen des Insolvenzverwalters deutlich gesunken seien, für die Insolvenzmasse nennenswerte Beträge einklagen zu können.

Unabhängig von den gerichtlichen Auseinandersetzungen wird Middelhoff seinen Posten als Aufsichtsratsvorsitzender der börsennotierten Berliner Filmproduktionsfirma Senator Entertainment AG niederlegen. Nach der Hauptversammlung des Unternehmens am kommenden Dienstag (2. August) werde Middelhoff aber als einfaches Mitglied des Gremiums weiterarbeiten, kündigte Senator-Chef Helge Sasse an.

(dapd )


 


 

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