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Branchenverband übt Kritik

In Deutschland gibt es immer weniger Apotheken

Die Zahl der Apotheken in Deutschland ist den niedrigsten Stand seit 15 Jahren gesunken. Das teilt die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) mit.

"Die Honorierung ist seit 2004 acht Jahren unverändert - gleichzeitig haben wir durch das Arzneimittelmarktneuordnungsgesetz (AMNOG) zusätzliche Belastungen - etwa den erhöhten Zwangsabschlag", so ABDA-Präsident Heinz-Günter Wolf auf einer Pressekonferenzin Berlin.

Heute zähle die Branche insgesamt noch 21.238 Apotheken. "Jede Woche schließen in Deutschland acht Apotheken - und nur vier machen neu auf", so Wolf. In Sachen Apothekendichte liege Deutschland in Europa im Mittelfeld; Frankreich, Italien und Spanien hätten zum Beispiel eine höhere Apothekendichte je Einwohner. In der Branche machen sich darüber hinaus immer mehr große Filialapotheken breit.

Honorierung in Arzneimittelpreisverordnung geregelt

In Deutschland ist die Honorierung der Apotheker in der Arzneimittelpreisverordnung geregelt; sie besteht seit 2004 aus einem Fixum (8,10 Euro) und einen Festzuschlag (3 Prozent) pro abgegebener Packung. Davon wird wiederum ein Abschlag zugunsten der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) abgezogen, der durch das AMNOG auf 2,05 Euro erhöht worden ist.

"Der durch das AMNOG erhöhte Zwangsabschlag summiert sich auf 1.228 Milliarden Euro: Damit haben die Apotheker die im AMNOG ursprünglich verabredeten Sparziele übererfüllt und müssen gleichzeitig mehr Leistung bringen", so ABDA-Vorstand Fritz Becker. Überhaupt würden die Systemkosten der öffentlichen Apotheke überschätzt, so Wolf. Sie machen nur einen Anteil von 2,3 Prozent der Gesamtausgaben der GKV aus. Zudem seien der Not- und Nachtdienst, die Herstellung von Rezepturen und die Abgabe von Betäubungsmitteln nicht leistungsgerecht bezahlt, so Wolf im Hinblick auf die Einnahmeentwicklung bei den gesetzlichen Krankenkassen und bei Ärzten. Regelmäßige Umfragen zeigten aber, dass die Berufsgruppe der Apotheker in der Bevölkerrung ein hohes Ansehen genieße, 87 Prozent der Befragten haben demzufolge  "hohes Vertrauen" in Apotheker.

(Redaktion)


 


 

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