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Der Aufstieg des Apfels

"Hiermit trete ich als CEO von Apple zurück." Dieser knappe Satz beendet eine mehr als 35 Jahre währende Ära - dieses Mal wohl für immer. Geschrieben hat ihn Steve Jobs in der Nacht zum Donnerstag in einem Brief an Apples Aufsichtsgremium "und die Apple-Gemeinschaft".

Von Stephan Radomsky

Sein Nachfolger Tim Cook, der Apple schon seit Januar übergangsweise leitet, übernimmt ein extrem erfolgreiches Unternehmen: Allein im zweiten Quartal machte der von Jobs mitgegründete Konzern einen Nettogewinn von 7,3 Milliarden Dollar (5,1 Milliarden Euro). Für kurze Zeit war der Apfel-Konzern in diesem Monat nach Börsenwert sogar das wertvollste Unternehmen der Welt.

Im April 1976 ist daran in Jobs' elterlicher Garage noch nicht zu denken. Um das Startkapital zusammen zu bekommen, verkauft Apple- Gründer Jobs seinen VW-Bus, Partner Steve Wozniak versilbert einen HP-Taschenrechner. Mit dem Geld löten sie die ersten Rechner zusammen und verkaufen sie als Bausatz.

1984 folgt nach einigen weiteren Modellen der erste Macintosh, benannt nach der Apfelsorte. Der eigens kreierte Werbespot "1984" wird legendär, das Modell selbst ist der erste kommerziell erfolgreiche Rechner mit grafischer Benutzeroberfläche.

Rauswurf und Rückkehr

Nach einem internen Machtkampf verlässt Jobs 1985 das Unternehmen und gründet mit Next eine neue Computer-Firma. Für Jobs wird es rückblickend "die beste Sache, die mir jemals passieren konnte". Ende 1996 übernimmt Jobs' alte Firma seine neue und er kehrt zu Apple zurück - zunächst als Berater, bald wieder als Chef.

Apple steht zu diesem Zeitpunkt wohl kurz vor der Pleite. Mit Next hat das Unternehmen aber wichtige Software-Bausteine übernommen. So bilden etwa Teile des Betriebssystems NextStep bis heute die Grundlage der Apple-Betriebssysteme OS X und iOS.

Mit Jobs' Rückkehr beginnt Apples Wiederaufstieg. Er fördert den Designer Jonathan Ive, der Rechner zunächst transparent und bunt, später fast skulptural gestaltet. Ive steigt zum Verantwortlichen für das gesamte Apple-Produktdesign auf. Aus seiner Feder stammen Design-Meilensteine wie der iPod, das MacBook und das iPhone.

Zudem erweitert Jobs das Geschäftsmodell. Neben Rechnern und Betriebssystemen bringt Apple 2001 den iPod-Musikplayer heraus. 2003 folgt die Musik- und Videoplattform iTunes Store, 2007 erscheinen die iPhone-Handys. 2008 startet der App Store mit Zusatzprogrammen im Internet, 2010 präsentiert Jobs schließlich das iPad-Tablet.

Das Apple-Ökosystem

Damit schafft Apple ein geschlossenes System. Wer die Hardware kauft, muss auch die Inhalte und Programme vom Konzern erwerben. Umgekehrt muss jeder, der das umfangreiche Angebot an Apple-Anwendungen nutzen will, auch die Produkte des Unternehmens haben. Mit dieser Marktmacht kann Apple Musiklabels, Verlagen und Softwareentwicklern seine Konditionen diktieren. Das steigert den Profit und den Aktienkurs . Seit Jobs' Rückkehr hat er sich knapp verdreißigfacht.

Allerdings reagieren die Märkte stets extrem nervös auf Jobs' gesundheitliche Probleme. 2004 war er wegen Bauchspeicheldrüsenkrebs operiert worden, 2009 hatte er sich wegen einer Lebertransplantation zurückgezogen. Im Januar folgte die nächste Auszeit, wieder aus gesundheitlichen Gründen. Jedes Mal brach die Apple-Aktie ein.

Wohl auch deshalb verbreitet Jobs in seinem Abschiedsbrief demonstrativ Optimismus. Er werde Apple als Aufsichtsratschef erhalten bleiben, kündigt er an. "Ich glaube, dass die besten und innovativsten Tage noch vor Apple liegen."

(dapd )


 


 

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