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Rekordstrafe von 22,5 Millionen Dollar

"Cookie" im Apple-Browser kommt Google in den USA teuer zu stehen

Ein verstecktes Schnüffel-Tool im Apple-Browser Safari kommt Google teuer zu stehen: Die US-Aufrsichtsbehörde FTC verdonnerte den Internetgiganten wegen Verstößen gegen den Datenschutz zur Rekordstrafe von 22,5 Millionen Dollar (18,3 Millionen Euro).

Von Michael Liedtke

 Auf die Höhe hatten sich Google und FTC US-Medienberichten zufolge bereits im vergangenen Monat geeinigt, am Donnerstag wurde sie offiziell von der Behörde verkündet. Es ist die höchste Strafe, die die FTC jemals verhängt hat.

Google wird vorgeworfen, den Schutzmechanismus im Safari-Browser von Apple ausgehebelt zu haben. Damit konnte der Internetgigant offenbar auch dann sogenannte Tracking-Cookies auf den Geräten von Nutzern absetzen, wenn diese das eigentlich per Einstellung untersagt hatten.

Der Imageschaden ist für Google vermutlich größer als der materielle: 22,5 Millionen Dollar setzt der Internetgigant so ungefähr alle vier Stunden um. Die Strafe sei ein empfindlicher Stich für Googles Ansehen, sagte der Direktor des Zentrums für Demokratie und Technologie, Justin Brookman. "Sie wollen nicht zuviel Wohlwollen verlieren." Andere Beobachter verwiesen auf das Firmenmotto von Google, "Don't Be Evil" ("Sei nicht böse"), das an Glaubwürdigkeit verlieren könnte.

Die Ermittlungen der FTC waren vor sechs Monaten ins Rollen gekommen, als ein Wissenschaftler der Universität Stanford die Praktiken von Google enthüllt hatte. Das "Wall Street Journal" griff den Fall auf. Nachdem das Blatt den Konzern zu den Verstößen befragte, schaltete Google die Software ab.

Google räumt kein Fehlverhalten ein

Ein Fehlverhalten gestand Google in der jüngsten Einigung jedoch nicht ein. Bereits im Juli hatte das Unternehmen bekräftigt, die "höchsten Datenschutz- und Sicherheitsstandards" zu wahren. So habe die im Safari-Browser eingesetzte Technik keine persönlichen Informationen gesammelt.

Die Strafzahlung wurde indes nicht wegen der Datensammlung verhängt, sondern weil Google den Sachverhalt nicht richtig darstellte. Erst im Oktober 2011 hatte das Unternehmen ein 20 Jahre gültiges Abkommen unterzeichnet, das unter anderem vorsieht, Kunden nicht über Datenschutzpolitik zu täuschen. Google versicherte den Nutzern von Safari dann auf seiner Service-Webseite, dass sie nichts weiter unternehmen müssten, um sicherzustellen, dass ihre Internetaktivitäten nicht aufgezeichnet würden.

Michael Liedtke ist Korrespondent der AP

(dapd )


 


 

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