Sie sind hier: Startseite Weser-Ems Fachwissen plus IT & TK
Weitere Artikel
Vorstellung in San Francisco

Apples neues iPhone 5 wird schneller und dünner

Apple hat am Mittwoch viele Gerüchte zu seinem neuen Smartphone offiziell bestätigt. Das neueste Modell des Technologieunternehmens ist ein bisschen in die Höhe gewachsen, ein bisschen dünner und leichter geworden, sowie mit der schnellsten verfügbaren Internetverbindung nutzbar.

Von Michael Jarjour

All dies war teilweise seit Monaten erwartet worden. "Die Schere zwischen Erwartungen und dem, was Apple liefert, wird immer kleiner", sagte IDC-Analyst Kevin Restivo der Nachrichtenagentur dapd nach der Präsentation. In der Vergangenheit hatte Apple die Erwartungen oft weit übertroffen.

Das störe jedoch höchstens Journalisten und Technologiebegeisterte, sagt auch Kollegin Carolina Milanesi des Marktforschers Gartner. "Apple bindet mit kleinen Verbesserungen seine Kundschaft an sich." Das Gerät sei der Zeit angepasst worden - und werde ohne Zweifel Apples Rekordverkäufe vom Vorjahr bei der Einführung des Vorgängers brechen.

"Sehr schöne Weihnachten" für Apple

In Deutschland und einigen anderen Ländern kommt das neue Telefon bereits am 21. September auf den Markt, es kostet hier mindestens 680 Euro. "Apple wird sehr schöne Weihnachten haben", prophezeite Analystin Milanesi in Anspielung auf die wichtigste Verkaufszeit für den Smartphone-Markt.

Ganz ohne Überraschungen fiel die Apple-Veranstaltung in San Francisco dann doch nicht aus. Auf den ersten Blick waren eine neue Modellreihe der Medienplayer iPod und die Überarbeitung der Musiksoftware wenig Aufsehen erregend. Aber laut Analystin Milanesi locken diese Neuerungen künftige Kunden an.

"Viele Nutzer kommen durch iPods und iTunes erstmals mit Apple-Produkten in Berührung", sagt Milanesi. Wer sich die teuren iPhones nicht leisten könne, habe so dennoch die Möglichkeit sich vom begehrten Apfel etwas abzubeißen - und Apple setzt darauf, dass die Neukunden nach dem ersten Biss nicht mehr gehen wollen.

Mit neuen iPod-Modellen betreten sie Apples System aus Apps, Musik und Hardware - zu einem geringeren Preis als dem des iPhones. Besonders für Kinder und Jugendliche sei der günstigere iPod Touch auch ohne Telefonfunktion attraktiv, sagt Gartner-Analyst Michael Gartenberg. Laden Nutzer dann erst einmal Spiele, Apps und Musik von Apple herunter, wird ein Wechsel zur Konkurrenz erschwert.

Bissiger Wind der Konkurrenz

Das US-Unternehmen, das inzwischen das wertvollste der Welt ist, muss sich den Erfolg jedoch immer wieder erkämpfen. In den vergangenen Tagen hat die Konkurrenz von Samsung, Google und Nokia neue Smartphones vorgestellt, die Apples iPhone technisch das Wasser reichen können - oder besser sind.

Daher hat Apple zentrale Funktionen seines iPhones verbessert. Der Bildschirm zeigt sattere Farben und ist zwar höher, aber nicht breiter geworden, wie Apple-Manager betonten - wohl als Anspielung auf das Konkurrenz-Modell von Samsung, das von einigen als klobig bezeichnet wird. Das neue Betriebssystem lockt mit einem eigenen Kartendienst mit Navigation wie bei Googles Android-Betriebssystem. Die Sprachassistentin Siri kann außerdem mehr Aufgaben erledigen, darunter auch Facebook-Posts und Twitter-Meldungen für die Handybesitzer. Mit diesem frisch geschliffenen Funktionen bleibe Apple am Puls der Zeit und Nutzern dennoch vertraut, sagten Analysten.

Das Luxusprodukt und die taumelnde Wirtschaft

Die größte Gefahr für Apple ist laut Restivo jedoch nicht die Konkurrenz. "Die globale Wirtschaft ist eine Gefahr für Apples Premium-Produkt. Die Probleme im Süden Europas könnten Apple weiter zusetzen", sagt IDC-Analyst Restivo. Schon im vergangenen Quartal hatte Apple über die Verkäufe in Europa geklagt.

Wo das Geld knapp sei, auch in wachsenden Märkten, könnte Apple mit iPods, iTunes und älteren Handy-Modellen Ersatz bieten. Auch das ist ein Grund für die günstigeren Modelle der iPod-Reihe. Kauft jemand erst einen iPod, ist der Schritt zum iPhone weniger weit. Das Gerät ist bietet mehr Funktionen, ist aber dennoch vertraut.

Ein zu kleiner Schritt, finden Kritiker und sehen eine Lücke für Innovationen von Google. Der "Wow-Effekt", den viele mit Apple verbinden, scheint der Vergangenheit anzugehören. Genau wie Steve Jobs berühmtes "one more thing" - das gab es nämlich bei der Präsentation in San Francisco nicht.

(dapd)


 


 

Konkurrenz
Funktionen
Modell
Gerät
Neuerungen
Nutzern
Schritt
IDC-Analyst Kevin Restivo

Passende Artikel suchen

Finden Sie weitere Artikel zum Thema "Apple" - jetzt Suche starten:

Kommentar abgeben

Bei einer Antwort möchte ich per E-Mail benachrichtigt werden

 
 

 

Entdecken Sie business-on.de: