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Bundesagentur für Arbeit

"Wir vermitteln schon längere Zeit international"

Im Kampf gegen den drohenden Fachkräftemangel sucht die Bundesagentur für Arbeit (BA) verstärkt im Ausland nach geeigneten Mitarbeitern. Ganz neu ist diese derzeit heiß diskutierte Art der Personalakquise aber nicht, wie die Sprecherin der zur BA gehörenden Zentralen Auslands- und Fachvermittlung (ZAV) in Bonn, Beate Raabe, in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur dapd sagte.

 "Wir vermitteln schon längere Zeit international", sagte sie. Seit etwa 15 Jahren arbeite die Behörde hierfür im europäischen Netzwerk EURES (European Employment Services) mit Partnern in Europa zusammen.

Wurden in Zeiten hoher Arbeitslosigkeit in Deutschland vor allem inländische Arbeitskräfte ins benachbarte Ausland vermittelt, habe sich die Nachfrage nach ausländischem Personal für Deutschland in den vergangenen fünf Jahren deutlich verstärkt, erklärte sie.

So hatten sich beispielsweise 1996 bis 1998 oder auch 2003 bis 2006, als in Deutschland die Arbeitslosenquote zwischen zehn und mehr als zwölf Prozent betrug, vor allem Arbeitssuchende aus Deutschland an die ZAV gewandt, um sich in Jobs nach Dänemark, Österreich, der Schweiz oder auch den Niederlanden vermitteln zu lassen. Gefragt waren dort Mitarbeiter für den Bau, die Gastronomie und das Handwerk.

Nachfrage hat sich in den vergangenen fünf Jahren verstärkt

Spätestens seit 2004 habe sich dies jedoch umgedreht: Plötzlich sei der Bedarf an Fachpersonal aus dem Ausland spürbar gestiegen, erklärte Raabe. Immer mehr Arbeitgeber hätten sich an die ZAV gewandt, um Ärzte aus Österreich sowie Ingenieure aus Italien und Spanien anzuwerben.

Seit fünf Jahren habe der Bedarf an Fachkräften dann noch weiter zugenommen, vor allem aus dem Gesundheits- und Pflegebereich.

Wie viele ausländische Arbeitnehmer bisher tatsächlich nach Deutschland gekommen sind, kann Raabe aber nicht beziffern. Die Bürger könnten innerhalb der EU schließlich selbstständig , ohne Hilfe der ZAV Jobs annehmen. Insofern decke die Behörde den Gesamtmarkt nicht ab. Soweit sie dies allerdings beurteilen könne, seien die Zahlen "sehr klein", sagt sie.

"Arbeitgeber müssen sich interessant machen"

Die Gefahr, dass Fachkräfte aus Billiglohnländern wie aus Asien oder Südosteuropa das hiesige Lohnniveau weiter drücken könnten, sieht Raabe nicht. "Wir informieren die Interessenten genau über die Lebens- und Arbeitsbedingungen in Deutschland und verweisen auf Tariflöhne", erklärte sie. Es sei auch schon vorgekommen, dass Arbeitssuchende aus Polen eine Stelle in Deutschland abgelehnt hätten, weil der Arbeitgeber ihnen einen zu geringen Stundenlohn angeboten habe.

"Arbeitgeber müssen sich inzwischen auch interessant für Mitarbeiter machen", ist sie überzeugt. Spätestens dann, wenn der Arbeitsmarkt leer gefegt sei.

(dapd )


 


 

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