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ARD-Deutschland-Trend

Merkel mit bestem Beliebtheitswert seit zwei Jahren - Zweifel an sozialer Marktwirtschaft

Die Hälfte der Bundesbürger ist mit der Wirtschaftsordnung in Deutschland unzufrieden. Das ergab eine repräsentative Umfrage des Meinunsgforschungsinstituts Infratest dimap im Auftrag der der ARD-Tagesthemen. Hierzu waren von Montag bis Dienstag dieser Woche 1.001 Wahlberechtigte bundesweit telefonisch befragt worden. Auch der Beliebtheit von Bundespräsident Christian Wulff setzt das mediale Dauerfeuer der Medienberichterstattung sichtlich zu.

Im aktuellen ARD-Deutschland-Trend geben 50 Prozent der Befragten an, mit dem Funktionieren der sozialen Marktwirtschaft nicht zufrieden zu sein. 49 Prozent sind hingegen mit dem Funktionieren der sozialen Marktwirtschaft zufrieden. Drei Viertel der Deutschen (77 Prozent) finden, die soziale Marktwirtschaft "macht die Reichen reicher und die Armen ärmer". 73 Prozent denken, die soziale Marktwirtschaft "funktioniert nicht mehr so wie früher". 51 Prozent sind der Ansicht, die Wirtschaftsordnung "muss grundlegend verändert werden". Allerdings finden 65 Prozent, die soziale Marktwirtschaft "ist für Deutschland immer noch am besten". 67 Prozent sind der Ansicht, die soziale Marktwirtschaft "ist maßgeblich für die derzeit gute wirtschaftliche Lage in Deutschland".

Dass sie persönlich vom aktuellen Wachstum in Deutschland profitieren, denken aber nur 25 Prozent der Deutschen. 73 Prozent finden, dass sie persönlich nicht vom Wachstum profitieren.

Regierungsparteien legen leicht zu

In der Sonntagsfrage des aktuellen ARD-Deutschland-Trends können die beiden Regierungsparteien im Vergleich zum Vormonat jeweils leicht zulegen. Die Union gewinnt einen Punkt hinzu auf 36 Prozent. Die FDP legt ebenfalls um einen Punkt zu und kommt auf drei Prozent. Die SPD verliert einen Punkt und liegt bei 29 Prozent. Die Grünen verlieren ebenfalls einen Punkt und erreichen 15 Prozent. Die Linke gewinnt einen Punkt hinzu auf sieben Prozent. Die Piratenpartei kommt unverändert auf sechs Prozent. Für die Sonntagsfrage hat Infratest dimap von Montag bis Mittwoch dieser Woche 1.501 Wahlberechtigte bundesweit telefonisch befragt. Die Zufriedenheit mit der schwarz-gelben Bundesregierung ist in diesem Monat so hoch wie seit ihrem Amtsantritt nicht. 42 Prozent der Deutschen sind mit der Arbeit der Bundesregierung zufrieden. Dies sind acht Punkte mehr im Vergleich zu Dezember 2011. 57 Prozent sind nicht zufrieden (-9).

Viele Deutsche halten Merkel für eine gute Kanzlerin

Mit der Arbeit von Bundeskanzlerin Angela Merkel sind die Deutschen so zufrieden wie seit zwei Jahren nicht. Sie kommt in diesem Monat auf eine Zustimmung von 64 Prozent (+1 im Vergleich zum Vormonat) und erreicht damit den besten Wert seit Dezember 2009. Sieben von zehn Deutschen (69 Prozent) sind der Ansicht, Merkel "ist eine gute Bundeskanzlerin". 85 Prozent finden, Merkel "ist eine Politikerin, die in unser Land in der Welt gut vertritt." 73 Prozent sind der Meinung, Merkel "ist rechtschaffen und nicht auf den eigenen Vorteil bedacht". Dass Merkel "in der Euro-Krise richtig und entschlossen gehandelt hat", denken 61 Prozent der Deutschen. 55 Prozent finden, Merkel "wirkt nicht wie eine Parteipolitikerin, sondern eher wie jemand, der über den Parteien steht".

Westerwelle gewinnt Beliebtheit

Bei der Liste der abgefragten Spitzenpolitiker belegt Angela Merkel in diesem Monat mit ihrem Zustimmungswert von 64 Prozent den zweiten Platz. Beliebtester Spitzenpolitiker ist trotz der immer noch schwelenden Affäre um eine Multi-Miliarden-Steuergeld-Fehlbuchung bei der Hypo Real Estate Bad Bank Finanzminister Wolfgang Schäuble. Mit seiner Arbeit sind 65 Prozent der Deutschen zufrieden (+2). Auf Platz 3 folgt Verteidigungsminister Thomas de Maizière, mit dessen Arbeit 60 Prozent zufrieden sind (-3). Platz 4 und 5 belegen jeweils mit einer Zustimmung von 55 Prozent der SPD-Politiker Peer Steinbrück (+2) und SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier (-3). Einen großen Sprung macht in diesem Monat Außenminister Guido Westerwelle. Mit seiner Arbeit sind 34 Prozent der Deutschen zufrieden. Dies sind neun Punkte mehr im Vergleich zum Vormonat. Damit bekommt Westerwelle mehr Zustimmung als Bundespräsident Christian Wulff, der gegenüber dem Vormonat elf Punkte verliert. Mit Wulffs Arbeit ist nur noch ein Drittel der Deutschen (33 Prozent) zufrieden.

Das Stimmungsbild zu Wulff hat sich aufgrund der umfangreichen Berichterstattung inzwischen geändert: derzeit halten noch 16 Prozent der Befragten Christian Wulff für ehrlich, ein Verlust von 10 Prozent zur Januar-Umfrage. Nur 22 Prozent finden, Wulff sei glaubwürdig (-9). 43 Prozent sind aktuell der Meinung, Wulff "hat Respekt vor dem geltenden Gesetzen". 50 Prozent sind nicht dieser Meinung. Allerdings finden zwei Drittel der Deutschen (65 Prozent) Wulff sympathisch (-1). 54 Prozent sind der Ansicht, Wulff sollte vom Amt des Bundespräsidenten zurücktreten. Dies sind acht Punkte mehr im Vergleich zu Mitte Januar. 43 Prozent finden hingegen, Wulff sollte im Amt bleiben (-2).

Griechen: Drei Viertel der Deutschen für "EU-Spar-Kommissar"

Die Sorge vor der Euro- und Schuldenkrise ist leicht zurückgegangen, aber unverändert hoch. 79 Prozent denken, "der schlimmste Teil der Euro- und Schuldenkrise steht uns noch bevor" Dies sind fünf Punkte weniger im Vergleich zu Dezember 2011. 51 Prozent sagen, "ich mache mir Sorgen um meine persönliche wirtschaftliche Zukunft" (-2). Zwei Drittel der Deutschen (66 Prozent) sagen aber auch, "ich persönlich bin von Krise nicht betroffen" (+11). Von den derzeit diskutierten Vorschlägen zur Bewältigung der Krise in Griechenland trifft ein "EU-Spar-Kommissar" auf die größte Zustimmung. 73 Prozent finden, der Vorschlag zur Beaufsichtigung des griechischen Haushalts durch einen EU-Spar-Kommissar gehe in die richtige Richtung. Für 72 Prozent geht auch der Vorschlag eines Konjunkturprogramms für die griechische Wirtschaft in die richtige Richtung. Nur eine Minderheit ist hingegen jeweils für einen Verzicht der EU-Länder auf die Rückzahlung griechischer Schulden (30 Prozent) und für weitere Bürgschaften der wirtschaftlich starken EU-Länder für Griechenland (24 Prozent).

(Redaktion)


 


 

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