Sie sind hier: Startseite Weser-Ems Finanzen
Weitere Artikel
Auch Jever & Beck´s betroffen

Bundeskartellamt ermittelt gegen "Bierkartell"

Führende deutsche Brauereien sollen in einem "Bierkartell" verbotene Preisabsprachen getroffen haben. Das Bundeskartellamt ermittelt deshalb gegen mehr als ein Dutzend Brauunternehmen.

Von Erich Reimann

Das Verfahren befinde sich bereits in der letzten Ermittlungsphase und solle noch im Sommer abgeschlossen werden, sagte ein Behördensprecher am Freitag der Nachrichtenagentur dapd.

Das Nachrichtenmagazin "Focus" berichtete, es handele sich um das größte Kartellverfahren in der Geschichte der Bierbranche. Der Marktanteil der Unternehmen, gegen die das Kartellamt ermittle, belaufe sich zusammen auf rund 50 Prozent. Den Brauern drohen nach Informationen der Nachrichtenmagazins Bußgelder in dreistelliger Millionenhöhe. Der Behördensprecher wollte dies allerdings nicht bestätigen. Die Höhe mögliche Bußgelder sei noch offen, sagte er.

Zu den Beschuldigten zählen nach Angaben des Magazins unter anderem die Brauereien Warsteiner und Krombacher, die internationalen Braugruppen Carlsberg (Holsten) und AB-Inbev (Beck's, Haake Beck) sowie die Familienunternehmen Erdinger, Bitburger und die Getränkesparte des Lebensmittelkonzerns Oetker mit den Marken Radeberger und Jever.

Die Warsteiner-Brauerei bestätigte auf Anfrage, dass das Kartellamt gegen das Unternehmen ermittle. "Es geht um die Frage, ob unser Unternehmen möglicherweise in der Vergangenheit an horizontalen Preisabsprachen teilgenommen hat", erklärte die Brauerei. Ergebnisse der Untersuchung lägen Warsteiner aber noch nicht vor.

AB-Inbev schweigt zu Vorwürfen

Auch eine Bitburger-Sprecherin räumte ein: "Das Kartellamt hat uns darüber informiert, dass ein Verfahren wegen des Verdachts der Verletzung des Wettbewerbsrechts eingeleitet worden ist." Bei Krombacher hieß es: "Das Ermittlungsverfahren betrifft auch unser Unternehmen." Radeberger, Carlsberg, AB-Inbev und Erdinger lehnten jede Stellungnahme zu den Vorwürfen ab.

Das Bundeskartellamt hatte in den vergangenen Jahren wiederholt Kartellverstöße im deutschen Konsumgütermarkt aufgedeckt. So verhängte die Behörde gegen 15 Drogerieartikel-Hersteller - darunter Henkel, Beiersdorf und Procter & Gamble - Geldbußen in einer Gesamthöhe von 63 Millionen Euro, weil sie an einem verbotenen Informationsaustausch über Rabatte und Preiserhöhungen teilgenommen haben sollen.

Die Bußgelder gegen elf Süßwarenhersteller - darunter Ritter, Katjes, Haribo und Nestle - wegen verschiedener Kartellverstöße summierten sich auf rund 60 Millionen Euro. Und von den Kaffeeröstern Tchibo, Melitta Bremen und Dallmayr verlangte die Behörde 2009 wegen verbotener Preisabsprachen sogar Bußgelder von fast 160 Millionen Euro (business-on.de berichtete).

(dapd)


 


 

Brauerei
AB-Inbev
Bußgelder
Nachrichtenmagazin Kartellamt
Preisabsprachen
Bundeskartellamt
Bonn
Bremen
Jever
Bierkartell
ABInbev
Oetker

Passende Artikel suchen

Finden Sie weitere Artikel zum Thema "Unternehmen" - jetzt Suche starten:

Kommentar abgeben

Bei einer Antwort möchte ich per E-Mail benachrichtigt werden

 
 

 

Entdecken Sie business-on.de: