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Abwanderung deutscher Akademiker

Bundesagentur für Arbeit verteidigt Fachkräftesuche im Ausland

Die Bundesagentur für Arbeit (BA) hat ihre Suche nach Fachkräften im Ausland verteidigt. Gleichzeitig verwahrte sich die Nürnberger Behörde aber in einer am Dienstag veröffentlichten Pressemitteilung gegen den Eindruck, ausschließlich im Ausland zu suchen. Die BA habe immer betont, dass sie bei der Bekämpfung des aufkommenden Fachkräftemangels eine Doppelstrategie verfolge und dabei inländische Arbeitssuchende Vorrang hätten, hieß es.

Angesichts der Bevölkerungsentwicklung und der anhaltenden Abwanderung deutscher Akademiker ins Ausland sei allerdings zu erwarten, dass der Bedarf an Fachkräften nicht nur durch inländische Arbeitskräfte gedeckt werden könne. Zudem lasse sich nicht jede am Markt gefragte Qualifikation durch eine Weiterbildung erwerben, argumentierte die BA.

Die Direktorin der Zentralen Auslands- und Fachvermittlung der BA in Bonn, Monika Varnhagen, hatte am Montag erklärt, dass die Behörde inzwischen auch verstärkt in Spanien, Griechenland und Portugal nach Fachkräften für den deutschen Markt suche. Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) forderte die BA daraufhin auf, sich auch "mit großem Nachdruck" um Langzeitarbeitslose in Deutschland zu kümmern. Landessozialministerin Christine Haderthauer (CSU) warnte sogar vor einer "Inländerdiskriminierung"

Zahl der Erwerbsfähigen schrumpft bis 2025 deutlich

Laut BA wird die Zahl der Erwerbsfähigen in Deutschland bis 2025 um 6,5 Millionen zurückgehen. Damit sinke auch das Angebot an Fachkräften. Nach Berechnungen des Instituts zur Zukunft der Arbeit würden bis 2020 rund 240.000 Ingenieure fehlen.

"Dieser demografisch bedingten Entwicklung muss mit allen Mitteln entgegengewirkt werden", schreibt die Behörde. Zum einen müsse hierfür die Zahl der Schul-, Studien- und Ausbildungsabbrecher reduziert werden, zum anderen müssten ältere Menschen und Frauen stärker in das Erwerbsleben eingebunden werden. Für die Förderung von Geringqualifizierten habe die BA 600 Millionen Euro pro Jahr bereitgestellt, für die Begleitung Jugendlicher in den Beruf 180 Millionen Euro.

Aber selbst wenn es gelingen sollte, alle inländischen Potenziale zu heben, bleibe eine Lücke, die nur über die Zuwanderung von qualifizierten Fachkräften geschlossen werden könne.

Nach Berechnungen der BA geht es dabei um etwa 200.000 Zuwanderer - oder 80.000 Fachkräfte zuzüglich ihrer Familienangehörigen.

(dapd )


 


 

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