Sie sind hier: Startseite Weser-Ems Finanzen
Weitere Artikel
Bankkarten

Weiter Probleme im Ausland - Banken warnen vor Tesa-Trick

Die Spitzenverbände der Banken ud Sparkassen beteuern, dass Kartenzahlung nahezu wieder uneingeschränkt an Geldautomaten und Terminals im Handel möglich ist. Das stimmt nur teilweise. Gleichzeitig warnt man vor dem Tesa-Trick, bei dem der Karten-Chip überklebt wird. Das könnte neue Probleme verursachen. Business-on.de klärt auf.

Im Inland ist seit dem Wochenende Kartenzahlung beinahe wieder vollständig möglich. Auch die Geldautomaten akzeptieren die Karten nach einer zwischenzeitlich erfolgten Softwareumstellung mittlerweile wieder vollständig. Es gilt aber zu bedenken: Die betroffenen Girocards und Kreditkarten funktionieren weiterhin nicht an ausländischen Automaten und Terminals.

Ausland: Banken drängen auf  Software-Update

Die Spitzenverbände der Banken bemühen sich eigenen Angaben zufolge derzeit auf Ebene des Zentralen Kreditausschusses (ZKA) darum, kurzfristig für die fünf großen Urlaubsländer Österreich, Schweiz, Italien, Frankreich und Spanien eine Akzeptanz der betroffenen Karten sicherzustellen. Auch dort müsste hierfür ein Software-Update vorgenommen werden. Da der Ausgang noch völlig offen ist, sollten betroffene Reisende und Urlauber sich bei ihrer Bank über alternative Möglichkeiten der Geldbeschaffung informieren.Wer in anderen Ländern als den vorgenannten unterwegs ist, muss es sowieso.

Sparkassen wollen Mehrkosten erstatten

Sofern die eigene Bankkarte im Ausland tatsächlich nicht funktioniert, empfehlen die Banken die Abhebung von Bargeld am Schalter eines Kreditinstituts mittels einer Kreditkarte. In Notfällen stünden für kurzfristige Bargeldüberweisungen auch erprobte Verfahren zur Verfügung, heißt es von Seiten des Verbands der Privatbanken (Bankenverband). Ob jede Bank die sicher nicht geringe Anzahl von Kundenanfragen zeitnah bewältigen kann, ist aber weiter völlig unklar. Viel glaubhafter ist da die Aussage der Sparkassen und Landesbanken: sie versprechen ihren betroffenen Karten-Inhabern, diejenigen Gebühren zu ersetzen, die wegen des aktuellen Chip-Fehlers bei Giro- und Kreditkarten bei der Bargeldbeschaffung entstanden sind. Die Abwicklung kann dann entzerrt nach der Rückkehr der betroffenen Kunden aus dem Ausland erfolgen. 

Warnung vor Tesa-Trick

Die Banken appellieren seit dem Wochenende außerdem an ihre Kunden, den Chip von betroffenen Karten nicht eigenmächtig mit einem Klebestreifen abzudecken. Im Blick hat man hierbei insbesondere die Händler-Terminals und Geldautomaten. Sollte eine Vielzahl von Kunden den "Tesa-Trick" anwenden, so könnte dies durch evtl. zurückbleibende Klebstoffrückstände eine Welle von beschädigten Lesegeräten in Geldautomaten und Händler-Terminals zur Folge haben. Auch Beschädigungen am Chip möchte  man nicht ausschließen. 

Karten: Cholera oder Pest?

Wie mit dem Kartenproblem mittel- bis langfristig umgegangen wird, ist immer noch unklar. Während der Bundesverband der Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) es jedem seiner genossenschaftlich organiserten  Kreditinstitute selbst überlässt, wie es mit dem Kartenproblem umgeht, gehen Beobachter davon aus, dass die Karten ersetzt werden müssen. Andernfalls müsste die deutsche Kreditwirtschaft auch in zahlreichen anderen Ländern der Erde vorstellig werden. Und dort mahlen die Mühlen bekanntlich langsam. Das Ganze würde sich zu einem Dauer-Problem ausweiten.

Auch Institute aus der Region betroffen

Wie Business-on.de aus Bankenkreisen erfuhr, hatten auch in der Weser-Ems-Region mehrere Kredithäuser aus Kostengründen den Anbieter gewechselt. Von deutlichen Preisunterschieden ist hierbei die Rede. Anscheinend war man arglos, da die Kartentechnik als erprobt und sicher galt und man überhaupt nicht mit einer verspäteten "Jahr-2000-Panne" gerechnet hatte. Insofern war insbesondere die Einhaltung von Standards und Zertifizierungen maßgeblich. Bei der aktuellen Karten-Panne wurde man unerwartet eines Besseren belehrt.

Ob man die betroffenen Karten tauscht und dem reuigen Anbieter treu bleibt; den Anbieter komplett wechselt, oder das Risiko zukünftiger Kartenpannen auf mehrere Anbieter streut, ist noch nicht überall entschieden. Der Imageschaden für den betroffenen niederländischen Konzern Gemalto dürfte jedoch bereits jetzt gewaltig sein.

(Redaktion)


 


 

Karten
Bank
Geldautomaten
Anbieter
Ausland
Sparkassen
Giro
Software Kreditkarten
Kunden
Gemalto
Bargeld
Abhebung
Händler
Terminals
Spanien
Frankreich
Italien

Passende Artikel suchen

Finden Sie weitere Artikel zum Thema "Karten" - jetzt Suche starten:

Kommentar abgeben

Bei einer Antwort möchte ich per E-Mail benachrichtigt werden

 
 

 

Entdecken Sie business-on.de: