Sie sind hier: Startseite Weser-Ems Business-News
Weitere Artikel
Autoklimaanlagen

Deutsche Umwelthilfe fordert Verbot gefährlicher Chemikalie

In der vergangenen Woche hatten die deutschen Autohersteller Daimler, VW und BMW am Rande des Genfer Autosalons erneut erklärt, zukünftig auf das natürliche Kältemittel CO2 umzusteigen. Die Deutsche Umwelthilfe e.V. (DUH) fordert die Bundesregierung und die Europäische Kommission auf, das im Brandfall extrem toxische chemische Kältemittel R1234yf endgültig zu verbieten.

"Die deutschen Autohersteller kündigen bereits seit 15 Jahren regelmäßig den Umstieg auf ein klimafreundliches und ungiftiges Kältemittel CO2 an, ohne ihre Versprechungen einzuhalten. Tatsächlich bezwecken sie eine möglichst lange Weiterverwendung des extrem klimaschädlichen aber billigen Kältemittels R134a", kritisiert Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer der DUH.

Im Jahr 1998 hatte die Daimler AG erstmals den Einsatz des Kältemittels CO2 versprochen, diese Zusage aber nach Angaben der Umweltschützer bis heute nicht umgesetzt. 2007 hatten sich die deutschen Autohersteller im Rahmen einer Vorstandsentscheidung des VDA darauf verständigt, die Entwicklung der Kältetechnik mit chemischen Mitteln einzustellen und die verbindliche Einführung des natürlichen Kältemittels CO2 zugesagt. Auch dieses Versprechen sei vom VDA-Präsidenten Matthias Wissmann im Folgejahr nicht eingehalten worden.

DUH: Neue Modelle auf Basis alter Typgenehmigungen

Dass sich die Chemikalie R1234yf aufgrund ihrer Sicherheitsrisiken nicht als Ersatz für R134a eigne, sei seit vielen Jahren bekannt, heißt es weiter bei der DUH. Bereits 2008 und 2009 wiesen die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) nach Angaben der Umweltschutzorganisation durch Unfallsimulationen auf die Brandgefahr und die Bildung hochtoxischer Flusssäure hin. Doch auch eine aufwändige dritte Untersuchung der BAM im Auftrag des Umweltbundesamtes hätten die Automobilbauer ignoriert, bis die Daimler AG im Herbst 2012 in eigenen Tests zu den selben Ergebnissen kam.

"Egal ob BMW, Audi oder Volkswagen - fast alle Autohersteller bringen auch weiterhin neue Modelle auf Basis alter Typgenehmigungen mit R134a auf die Straßen. Mit diesen Tricks umgehen sie nicht nur die EU-Richtlinie zu Lasten des Klimaschutzes, sondern sie ignorieren auch die Sicherheitsdebatte rund um R1234yf", erklärt Dorothee Saar, Leiterin der Abteilung für Verkehr und Luftreinhaltung bei der DUH. 

Neues Kältemittel teurer

Nach Auffassung der Umweltschutzorganisation steckt hinter der Verzögerungstaktik Kalkül. Das patentgeschützte R1234yf ist pro Füllung rund 80 Euro teurer als R134a. Ähnliche Mehrkosten pro Fahrzeug sind auch für den Einsatz einer CO2-Klimaanlage zu erwarten, jedoch ist das natürliche Kältemittel selbst weitaus günstiger als seine chemischen Alternativen. Solange die Hersteller ihre Fahrzeuge mit R134a befüllen, erhöht das folglich ihren Profit.

Die DUH fordert sowohl die Europäische Kommission als auch die Bundesregierung auf, Autohersteller mit einer Strafzahlung in Höhe von 665 Euro für jedes rechtswidrig mit R134a in Verkehr gebrachte Fahrzeug zu belegen, um den schnellstmöglichen Umstieg auf das Kältemittel CO2 zu garantieren. Gemeinsam mit dem Verkehrsclub Deutschland (VCD) setzt sie sich für den Umstieg auf umweltschonende Klimatechnik ein. Die gemeinsame Kampagne "Pro Klima: Effiziente Autoklimaanlagen mit natürlichen Kältemitteln" wird im Rahmen eines EU-Programms Life+ gefördert.

(Redaktion)


 


 

Kältemittel
Autohersteller
Umstieg
DUH
Co2
Chemikalie
Klimaanlagen
R134a
R1234yf
VDA
Daimler
VW
Bundesamt für Materialforschung
BAM
Jürgen Resch

Passende Artikel suchen

Finden Sie weitere Artikel zum Thema "Kältemittel" - jetzt Suche starten:

Kommentar abgeben

Bei einer Antwort möchte ich per E-Mail benachrichtigt werden

 
 

 

Entdecken Sie business-on.de: