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Deutsche Bahn

Konzern lässt Wirtschaftskrise hinter sich - 2010 Umsatz und Gewinn gesteigert

Die Deutsche Bahn hat sich im vergangenen Jahr deutlich von der Wirtschaftskrise erholt und einen satten Gewinn eingefahren. Der Konzern verbuchte zweistellige Wachstumsraten bei Umsatz und Gewinn und investierte wesentlich mehr, wie aus dem am Donnerstag in Berlin vorgestellten Jahresbericht hervorgeht.

Von Sarah Lena Grahn

Das Ergebnis hätte jedoch weitaus höher ausfallen können, wären die massiven, teils wetterbedingten Probleme im Personenverkehr nicht gewesen: Der Gewinn schrumpfte hier massiv - trotz steigender Fahrgastzahlen.

Der Konzern nahm im vergangenen Jahr 34,4 Milliarden Euro ein, das waren 17,3 Prozent mehr als 2009. Unter dem Strich stand ein Plus von 27,5 Prozent auf knapp 1,1 Milliarden Euro - die Gewinne des britischen Verkehrsunternehmens Arriva sind ab September miteinbezogen. Mit dem Erwerb erhöhte sich die Nettoverschuldung des Konzerns erwartungsgemäß. Ende des Jahres stand die Bahn mit 16,9 Milliarden Euro in der Kreide, das sind 12,8 Prozent mehr als im Vorjahr.

Vor Zinsen und Steuern ( Ebit ) verblieben der Bahn 1,9 Milliarden Euro, 10,7 Prozent mehr als 2009. Im Vorkrisenjahr 2008 hatte an dieser Stelle allerdings noch der Rekordwert von 2,5 Milliarden Euro gestanden.

Berliner S-Bahn-Debakel und Winterchaos belasten Ergebnis

Getrübt wurde das Ergebnis allerdings durch die Probleme im Personenverkehr. Im staatlich subventionierten Regionalverkehr machten sich die Folgen des Chaos bei der Berliner S-Bahn bemerkbar, der Umsatz brach um 0,4 Prozent auf 7,6 Milliarden Euro ein. Vor Steuern und Zinsen stand ein Ergebnis von 739 Millionen Euro, 18,9 Prozent weniger als 2009.

Im Fernverkehr mit ICEs und ICs stiegen die Einnahmen um 4,6 Prozent auf 3,7 Milliarden Euro. Das Ebit fiel dagegen um 17,0 Prozent auf 117 Millionen Euro. Der strenge Winter zu Jahresbeginn und -ende sowie damit zusammenhängende Aufwendungen für Instandhaltung, Schadenbeseitigung und Winterdienst kosteten den Konzern mehr als 120 Millionen Euro.

Konzernchef Rüdiger Grube gelobte angesichts der wetterbedingten Zugausfälle und massiven Verspätungen Besserung. "Eine noch kundenfreundlichere Bahn ist in den nächsten Jahren unser erklärtes Ziel", sagte er. Der wirtschaftliche Erfolg schaffe eine wesentliche Voraussetzung für mehr Service und Qualität.

Über einen Fahrgastmangel kann sich das Unternehmen aber nicht beklagen. 1,95 Milliarden Menschen reisten mit der Bahn, das war ein Plus von 2,2 Prozent. Die Verkehrsleistung kletterte um 2,4 Prozent auf 78,6 Milliarden Personenkilometer.

Der Güterverkehr profitierte von der anziehenden Konjunktur . 2010 wurden 415,4 Millionen Tonnen Güter befördert, das waren 21,8 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Verkehrsleistung nahm um 12,6 Prozent auf 105,8 Milliarden Tonnenkilometer zu.

Für 2011 verhalten optimistisch

Für 2011 geht der Konzern wegen der deutlichen Aufholeffekte im zurückliegenden Jahr von geringeren Wachstumsraten aus. Umsatz und Ebit sollen sich aber weiter erholen, die Schulden verringert werden. Die Bahn sei gestärkt aus der Krise hervorgegangen und stehe auf einem gesunden Fundament, sagte Finanzvorstand Richard Lutz.

(dapd )


 


 

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