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Die Polizei fragt

Wer ist Eigentümer der St. Barbara-Grotte in Bochum-Wattenscheid?

Trotz eines Ermittlungserfolgs verzweifeln die Beamten des Kriminalkommissariats 34 in Wattenscheid derzeit an einem Fall. Sie konnten mehrere Metalldiebstähle aufklären und vier Täter ermitteln. Allerdings ist kein Eigentümer im juristischen Sinne und somit kein weltlicher Geschädigter auszumachen. Das wiederum gefährdet das Strafverfahren Nun gehen die Ruhrpott-Fahnder ungewöhnliche Wege und wenden sich mit einem Aufruf an die Öffentlichkeit.

Ausgangspunkt ist die St. Barbara-Grotte an der Lyrenstraße in Bochum-Wattenscheid. In der augenscheinlich sehr gut gepflegten Grotte befindet sich ein Mosaik der heiligen St. Barbara, ihrerseits Schutzpatronin aller Bergleute. Die Rückseite der Grotte ist mit Kupferplatten beschlagen. Dies hat nach Angaben eines Polizeisprechers wiederum Metalldiebe auf den Plan gerufen. Demzufolge wurden am 11. Juli und 11. August 2011 insgesamt vier Diebe von der Polizei auf frischer Tat dabei erwischt, als sie Kupferplatten abmontieren wollten.

Lidl erklärt sich für nicht zuständig

Ein klarer Fall wie es scheint. Denkste. Denn nach den Recherchen der Polizei scheint die Schutzpatronin samt Grotte niemandem zu gehören. Juristisch wirft dies einige kniffelige Fragen auf, da kein Geschädigter auszumachen ist. Das Denkmal steht laut Polizei an der ehemaligen Grenzmauer der Zeche Holland und ist 1955 auf Betreiben des Bergwerkes und einer örtlichen Kirchengemeinde errichtet worden. Der Betreiber der Zeche hat das betroffene Gelände aber schon seit längerer Zeit an eine Supermarktkette verkauft und sieht sich selbst nicht mehr als Eigentümer der Grotte. Was viele Gläubige freuen wird: Die Käuferin des Geländes, die Discounter-Kette Lidl, hat gegenüber der Polizei nach Prüfung der Kaufunterlagen inzwischen erklärt, auch nicht Eigentümerin der Schutzpatronin samt Grotte zu sein. Diese sei nicht Gegenstand des Kaufvertrages gewesen, heißt es aus der Firmenzentrale in Neckarsulm

Auch Recherchen der Polizei bei örtlichen Kirchengemeinden und dem ansässigen Heimatverein konnten die Eigentümerfrage der Schutzpatronin samt Grotte nicht erhellen. Ein himmlischer Wink mit dem Zaunpfahl blieb ebenfalls aus. Somit steht das intakte und gut erhaltene Bauwerk womöglich einfach an seiner angestammten Stelle in Bochum-Wattenscheid wie immer. Auch Bauarbeiter oder Architekten wagten sich nach dem Verkauf des Geländes nicht an die heilige St. Barbara und  so fiel die Schutzpatronin bei der Neugestaltung des Geländes offenbar auch keinem Discounter-Parkplatz zum Opfer.

Schutzpatronin, Grotte und Metalldiebe bleiben Fundsachen

Manche Dinge zwischen Himmel und Erde bleiben unerklärlich. Zumindest solange, bis sie in den interessierten Fokus von findigen Verwaltungsbeamten rücken. Das dürfte nun der Fall sein. Spätestens beim nächsten Metalldiebstahl dürfte daher die Eigentümerfrage ganz weltlich geklärt sein. Im besten Fall in freundlichem Einvernehmen zwischen Discounter-Kette, Stadtverwaltung und örtlichen Gläubigen. Solange bleiben Schutzpatronin, Grotte und die erwischten vier Metalldiebe gewöhnliche Fundsachen der Polizei Bochum-Wattenscheid. Und dort fragt man nun ganz ordentlich: Wer ist der rechtmäßige Eigentümer?

Hinweise werden telefonisch unter Tel. 02327/963-0 zu den gewöhnlichen Geschäftszeiten erbeten.

(Onur Yamac)


 


 

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