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Weserkraftwerk Bremen

SWB und Enercon trennen sich wegen Verzögerungen von Bauunternehmen

„Der Baufortschritt am Wasserkraftwerk in Bremen-Hastedt ist nicht mehr auf dem geplanten Stand. Wir werden voraussichtlich erst Mitte 2011 fertig“, erklärte SWB-Vorstand Dr. Willem Schoeber vor wenigen Tagen anlässlich eines Krisengesprächs mit dem 50-Prozent-Anteilseigner Enercon aus Aurich (Ostfriesland).

Deshalb habe man sich nun mit sofortiger Wirkung von den bisherigen Baunternehmen getrennt. Die Arbeitsgemeinschaft genieße für die "weiteren Arbeiten nicht mehr das Vertrauen der Auftraggeber“, so Schoeber. 

Bauarbeiten werden neu ausgeschrieben

Die Vorbereitungen zur Auswahl eines geeigneten Nachfolgeunternehmens für die Bauausführung seien aber bereits angelaufen. Mit der Vergabe eines entsprechenden Auftrags sei erst Anfang 2010 zu rechnen, erklärt er. Einen neuen Fertigstellungstermin werden SWB und Enercon nach eigenen Angaben erst im Frühjahr 2010 vorlegen können.

Arbeiten seit Ende 2008 hinter dem Zeitplan

Schon Ende 2008 war von Verzögerungen auf der Baustelle die Rede. Seit Juli 2009 soll zudem festgestanden haben, dass beim Bau des Kraftwerks mit weiteren Verzögerungen zu rechnen ist. Zu groß war demnach der Bauverzug, der zwischenzeitlich aufgelaufen war. Versuche, den Rückstand mit Mehrarbeit auszugleichen, führten nicht zum gewünschten Erfolg. Stattdessen rechnet die Weserkraftwerksgesellschaft mittlerweile mit weiteren sechs Monaten Zeitbedarf bis zur Fertigstellung. Wahrscheinlich sind jedoch auch noch größere Verzögerungen. Welche Auswirkungen das auf die geplanten Baukosten von 40 Millionen Euro haben wird, können die Eigentümer noch nicht beziffern.

Trotz Eiseskälte wurde auf allen Positionen der Baustelle noch am vergangenen Freitag weitergearbeitet. Im vergangenen Jahr hatte man zur selben Zeit wegen des Winters und drohenden Hochwassers noch planmäßig einen mehrmonatigen Baustopp eingelegt. Der unerwartet heftige Wintereinbruch dürfte jedoch auch auf der Weserkraftwerk-Baustelle inzwischen die Arbeiten teilweise zum Erliegen gebracht haben.

Seit Juli neue Eigentümerstruktur

Bereits im Juli 2009 hatten der Bremer Energieversorger SWB und Enercon jeweils 50 Prozent der Anteile an der Weserkraftwerksgesellschaft übernommen. Die neue Geschäftsführung ist seitdem ausschließlich mit Vertretern beider Gesellschafter besetzt. Auch ein eigenes Containerdorf mit einer eigenen Projekt- und Bauleitung wurde inzwischen vor Ort eingerichtet. Hierdurch will man insbesondere auch die Abläufe auf der Baustelle erheblich besser in den Griff kriegen.

Der bisherige Geschäftsführer und Projektentwickler Dietrich „Hucky“ Heck schied Ende Juli gleichzeitig aus der Gesellschaft aus. Er und sein Team sollen die Gesellschafter dennoch bei der weiteren Umsetzung beratend unterstützen, damit die jahrelange Planungskompetenz dem Projekt erhalten bleibt. Hucky Heck hatte das Projekt zusammen mit seinem früheren Partner Greenpeace Energy mit großer Beharrlichkeit über viele Jahre – und allen Zweiflern zum Trotz – bis zur Umsetzung vorangetrieben. Greenpeace Energy ist inzwischen nicht mehr an dem Projekt beteiligt.

Projekt war zunächst als "Bürgerkraftwerk" konzipiert

Zunächst war die Anlage eigentlich als „Bürgerkraftwerk“ konzipiert. 51 Prozent der Anteile an der Betreibergesellschaft sollten von Privatpersonen gezeichnet werden können.Ein entsprechender Beteiligungsprospekt war seit Jahresbeginn 2008 mehrfach angekündigt worden. Aufgrund der wegen der Wirtschaftskrise  sehr schlechten Rahmenbedingungen und der großen Bauverzögerungen entschied man sich dann letztlich doch gegen die Herausgabe eines Beteiligungsprospekts.  Seit dem Ausscheiden von Greenpeace Energy und Tandem treiben die SWB und ein Tochterunternehmen von Enercon das Projekt gemeinsam voran. Eine Bürgerbeteiligung für die Zeit nach der Fertigstellung hält man sich als Option weiterhin offen.  Maßgeblich finanziert wird das Vorhaben durch die Bremer Landesbank.

(Redaktion)


 


 

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