Sie sind hier: Startseite Weser-Ems Finanzen
Weitere Artikel
BayernLB-Beihilfen / LBS-Kaufpreis

Sparkassen setzen Gespräche mit EU in der zweiten Januarhälfte fort

Das sich seit über zwei Jahren hinziehende EU-Beihilfeverfahren für die Bayerische Landesbank verzögert sich weiter. Grund ist die ungeklärte Beteiligung der bayerischen Sparkassen an der Restrukturierung der BayernLB.

Der Präsident des Sparkassenverbandes Bayern, Theo Zellner, erklärte am Donnerstag, die laufenden Gespräche über den Lastenbeitrag der Institute würden in der zweiten Januarhälfte 2012 fortgesetzt. Bis dahin seien noch offene Fragen zu klären. Die EU-Kommission hatte vor wenigen Tagen noch einen raschen Abschluss des Verfahrens in Aussicht gestellt.

Die Europäische Kommission hat den Druck auf die Sparkassen erhöht, als früherer 50-Prozent-Anteilseigner nachträglich einen Beitrag für die Rettung der BayernLB im Jahr 2008 zu leisten. Wettbewerbskommissar Joaquín Almunia droht laut "Handelsblatt" damit, ein eigenes Beihilfeverfahren gegen die Sparkassen eröffnen, falls diese nicht einlenken. Zellner sagte dazu: "Zu einem Beihilfeverfahren speziell gegen die Sparkassen kann es überhaupt nur kommen, wenn die Gespräche scheitern sollten."

Auch die bayerische Staatsregierung verlangt einen substanziellen Beitrag von den Sparkassen, weil der Freistaat die Landesbank im Jahr 2008 im Alleingang vor der Pleite bewahrt hatte. Der Anteil der Sparkassen an der BayernLB sank damals von 50 auf weniger als 5 Prozent, weil sich die Institute nicht an der Finanzspritze in Höhe von insgesamt zehn Milliarden Euro beteiligten.

Konkret wollen die EU und der Freistaat, dass die Sparkassen mehr als 800 Millionen Euro an Stillen Einlagen in der Landesbank in hartes Kernkapital wandeln und der BayernLB die Landesbausparkasse (LBS) abkaufen. Die Sparkassen wollen laut "Handelsblatt" aber nicht wie von Almunia und der Landesregierung gefordert 1,2 Milliarden Euro für die LBS bezahlen. Zellner sagte laut Mitteilung, ein möglicher Kaufpreis könne nur auf Basis eines fundierten Bewertungsgutachtens ermittelt werden.

Die oppositionellen Freien Wähler im Landtag appellierten derweil an Finanzminister Markus Söder (CSU), für die Interessen der Sparkassen einzutreten. Die von der EU-Kommission gegenüber den Sparkassen geforderten Beiträge würden die bayerischen Sparkassen erheblich belasten, warnte der Abgeordnete Manfred Pointner.

(dapd )


 


 

BayernLB
Gespräche
Beihilfeverfahren
Beitrag
Theo Zellner

Passende Artikel suchen

Finden Sie weitere Artikel zum Thema "Sparkassen" - jetzt Suche starten:

Kommentar abgeben

Bei einer Antwort möchte ich per E-Mail benachrichtigt werden

 
 

 

Entdecken Sie business-on.de: