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Polizei-Auktion

Rund 90 Fahrzeuge wechselten am Wochenende den Besitzer

Als am Samstag auf dem Gelände der Oldenburger Bereitschaftspolizei Auktionator Günter Poppe vor den Pulk der Bieter trat, da stand die Aufgabe an, um die 90 Behördenfahrzeuge an den Mann zu bringen.

In Reih und Glied sind vor Ort die Objekte der Begierde abgestellt: gebrauchte Fahrzeuge von Polizei und anderen Landesbehörden. Zumeist PKW  vom Typ Passat und wenige VW Transporter der Baujahre 1995 - 2002, aber auch Audis und ein einzelner Opel Corsa. 

Viele PKW kaum mehr als Polizeifahrzeuge zu erkennen

Alle Fahrzeuge sind zu diesem Zeitpunkt bereits "abgerüstet". Was sich zunächst schwammig anhört, ist ganz einfach erklärt: im Sprech der Polizei umfasst dies u.a. die Entfernung der Blaulichtanlage, des Funkgeräts und der Klebefolie, die heutzutage auf den Fahrzeugen anstelle von grünem oder neuerdings blauem Lack angebracht ist. Die Fahrzeuge kommen daher zumeist in den Farben Weiß und Silber daher.

An einzelnen älteren Fahrzeugen vom Typ Golf zeugen "Knibbel-Spuren" davon, dass man sich offensichtlich redlich bemüht hat, die grüne Folie von der Motorhaube zu entfernen, aber sie dann doch lieber gelassen hat, wo sie ist. Nur der große Reisebus, das einzige Motorrad und die drei klobigen Mercedes-Kleinbusse werden am Tag der Auktion noch komplett lackiert verkauft. Hinzu kommen einzelne Zivilfahrzeuge, die kürzlich noch mit aufgesetztem Blaulicht durch die Region rasten. 

Hunderttausende Kilometer auf dem Tacho

Viele Fahrzeuge haben eine erhebliche Kilometerleistung und sind bereits mehrere hundertausend Kilometer gelaufen, manche mit Rost-Schäden. Doch wie ein Händler verriet, werden die Fahrzeuge nicht immer nur als neuer Fahrtuntersatz genutzt, sondern auch gewinnbringend als Ersatzteillager verwertet. Die Händler vor Ort wollen schließlich ein Geschäft machen.

Insbesondere die drei Mercedes-Kleinbusse auf dem Auktions-Gelände werden eifrig von Interessenten bestiegen, darunter offensichtlich auch Familien. Für das leibliche Wohl sorgt an diesem Tag ein Stand mit Kaffee und Snacks. In einem aufgestellten Bürocontainer werden die Bieter registriert, in einem anderen wartet Personal auf die erfolgreichen Bieter, um Kasse zu machen und den Schlüssel zu übergeben.

Wer bei Poppe bieten will, muss Auktionator Poppe zuhören

Während Auktionator Poppe sich dann von einem Fahrzeug zum nächsten bewegt und jedes Mal auf seine inzwischen legendäre Holzkiste steigt, verfolgt ihn stets ein Mob von insgesamt 75 registrierten Bietern. Im Eiltempo zählt der rüstige Auktionator die Gebote der Bieter hoch. Ein Passat wechselt für 1.600, ein weiterer Wagen für über 2.000 Euro vom Land Niedersachsen auf einen neuen Eigentümer. Einen anderen Wagen will Poppe wegen eines zu niedrigen  Gebots lieber nicht verkaufen und setzt auf einen zweiten Durchgang zu einem späteren Zeitpunkt.

Wer Poppe nicht genau zuhört, hat - trotz Mikrofons - schon verloren. Und wer einen blau-weißen Schal statt eines grün-weißen Fußball-Schals trägt sowieso. Der Kalauer sitzt, der Händler aus dem Ruhrgebiet lacht mit. Mit guter Laune wird weiter geboten. Selbst der große, grüne Reisebus wechselt an diesem Tag den Besitzer. Poppe treibt die Gebote auf rund 7.000 Euro. Es bleibt das höchste Gebot. Zum Vergleich: Umgerechnet wären dies an diesem Tag vier bis fünf gebrauchte Polizeifahrzeuge gewesen.

Aktualisiert: 2.3.2010

(Redaktion)


 


 

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