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Ratingagenturen erhöhen Druck - Moody's stuft Belgien um zwei Stufen herab

Nur eine Woche nach dem EU-Krisengipfel in Brüssel haben die Ratingagenturen am Freitag den Druck auf die Europäische Union für eine baldige Beilegung der Schuldenkrise erhöht.

Die EU bemühte sich indessen, die Gipfelbeschlüsse zur Gründung einer Fiskalunion rasch umzusetzen. EU-Ratschef Herman Van Rompuy schickte nach Angaben aus Diplomatenkreisen den Entwurf für den entsprechenden zwischenstaatlichen Vertrag bereits an die Hauptstädte.

Die Ratingagentur Moody's senkte am Freitag mit Verweis auf die anhaltende Belastung der Euro-Länder die Kreditwürdigkeit Belgiens um zwei Stufen von Aa3 auf Aa1. Auch Fitch setzte sechs Euro-Staaten auf die Liste seiner Kandidaten, denen eine Herabstufung drohen könnte, darunter auch Belgien. Gleichzeitig bestätigte Fitch aber Frankreichs Bestnote AAA.

Als die sechs Eurostaaten, die demnächst herabgestuft werden könnten, wurden neben Belgien, Italien, Spanien, Irland, Slowenien und Zypern genannt. Die Ratingagentur sei nach dem EU-Gipfel vor einer Woche zu der Einschätzung gekommen, "dass eine 'umfassende Lösung' der Eurozonen-Krise technisch und politisch außer Reichweite ist". Eine umfassende Überprüfung der Kreditwürdigkeit dieser Länder solle bis Ende Januar vorgelegt werden. In Zypern stimmte das Parlament indessen am Freitag dem Sparbudget für 2012 zu.

Warten auf S&P-Ratings

Auch die Reaktion der Agentur Standard & Poor's auf den EU-Gipfel wurde mit Spannung erwartet. S&P hatte wenige Tage vor dem EU-Gipfel in der vergangenen Woche die Überprüfung der Bonität von Frankreich, Deutschland und 13 anderen Euroländern angekündigt und die Entscheidung vom Ausgang des Gipfels abhängig gemacht. Auch die Top-Bonität des Rettungsfonds EFSF, der drohende Pleitestaaten mit Notkrediten auffängt und sich dafür Gegenfinanzieren muss, droht die Agentur zu kippen. Am Freitag stufte S&P lediglich sechs portugiesische Banken auf "Ramsch"-Niveau herab.

Am Donnerstag hatte Fitch bereits acht internationale Großbanken herabgestuft, darunter die Deutsche Bank. Zur Begründung für die Herabstufungen verwies die Ratingagentur auf zunehmende Herausforderungen im Bankensektor aufgrund von schwachem Wirtschaftswachstum und schärferen Regulierungen.

Fitch erklärte, die Deutsche Bank sei "gesund", machte jedoch eine Einschränkung. "Die Deutsche Bank ist nicht so gut kapitalisiert wie andere internationale Wettbewerber", hieß es in einer Mitteilung der Ratingagentur. Allerdings vertraue Fitch darauf, dass die Deutsche Bank die von der Europäischen Bankenaufsicht EBA geforderte Kernkapitalqoute von neun Prozent bald erreiche.

(dapd )


 


 

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