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Harter Sanierungskurs bei Praktiker

Umzug der Zentrale vom Saarland nach Hamburg angekündigt

In Hamburg und Kirkel hat die Unternehmensführung der Praktiker-Gruppe am Freitag die Belegschaft über die am Vorabend beschlossenen Umzugspläne informiert. Dabei sei bei den Mitarbeitern große Unsicherheit zu spüren gewesen, sagte nach der Versammlung in Kirkel der Landesfachsekretär für Einzelhandel bei ver.di-Saarland, Alex Sauer. Die rund 700 Mitarbeiter der Praktiker-Zentrale hätten Angst und seien wütend über das Missmanagement der vergangenen Jahre.


Von Christian Konzack

Der Praktiker-Firmensitz in Kirkel im Saarland soll aufgegeben und das Unternehmen zukünftig ganz von Hamburg aus geführt werden, wo bereits die Konzernmarke Max Bahr residiert, wie Vorstandschef Thomas Fox am Donnerstagabend bekanntgab.

Teile der Praktiker-Zentrale könnten dennoch im Saarland bleiben. Einige Abteilungen wie etwa die IT könnten ausgelagert werden, sagte Wirtschaftsstaatssekretär Joachim Kiefaber (FDP) am Freitag. Nun seien Gespräche aller Beteiligten notwendig. Kiefaber geht allerdings nicht davon aus, dass die Unternehmensführung ihre Entscheidung noch einmal ändern werde. Die Grundsatzentscheidung für Hamburg sei gefallen.

Bürgermeister erfuhr durch Medien von Umzug

Die Stadt Kirkel wurde von den Plänen zur Verlegung der Zentrale der Praktiker-Gruppe nach Hamburg völlig überrascht. Die Gemeinde habe am Donnerstagabend erst durch Medienanfragen davon erfahren, sagte Bürgermeister Frank John (SPD) am Freitag. Derzeit sei die Verwaltung dabei zu prüfen, was der Umzug für die Gemeinde bedeuten werde. Vermutlich verliere die Stadt durch den Konzernumzug auf einen Schlag 15 Prozent der sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätze. "Die sind natürlich nicht von heute auf morgen zu ersetzen", sagte John.

Derzeit gehe man davon aus, dass etwa 500 Arbeitsplätze nach Hamburg verlegt werden, sagte der Bürgermeister. Was aus den übrigen 200 Stellen werde, sei noch unklar.

Nach der angekündigten Umstrukturierung der angeschlagenen Baumarktkette Praktiker hat die Gewerkschaft ver.di den Erhalt der Arbeitsplätze gefordert. Das jahrelange Missmanagement dürfe jetzt nicht auf dem Rücken der Beschäftigten ausgetragen werden, sagte Verdi-Bundesvorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger in Berlin.

Die Praktiker-Gruppe will in Deutschland etwa 1.400 Arbeitsplätze abbauen. Der Aufsichtsrat beschloss am Donnerstag ein 300 Millionen Euro umfassendes Restrukturierungsprogramm, bei dem mehr als 30 der 236 Baumärkte auf der Kippe stehen.

(dapd )


 


 

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