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Insolvente Drogeriekette

Schlecker-Betriebsräten liegt Entlassungsliste vor

Bei der insolventen Drogeriemarktkette Schlecker sind im Hinblick auf die Massenentlassungen erstmals Namen genannt worden. Am Mittwoch hatten die Betriebsräte bei einem Treffen mit dem Insolvenzverwalter im thüringischen Oberhof eine erste Liste mit tausenden Namen zu entlassender Mitarbeiter erhalten. Das bestätigte der Verhandlungsführer von ver.di für die Schlecker-Insolvenz, Bernhard Franke. Das Treffen wurde am Nachmittag beendet. Konkrete Ergebnisse wurden nicht bekannt.

Von Sebastian Haak

Die in Oberhof vorgelegte Liste mit den Namen der zu Entlassenden werde nun von den Betriebsräten darauf hin überprüft, ob sie entsprechend der geltenden Sozialkriterien zustande gekommen sei, sagte Franke. Die letztendliche Entscheidung darüber, wer entlassen werde, liege allerdings nicht bei den Betriebsräten, sondern beim Arbeitgeber beziehungsweise beim Insolvenzverwalter. Parallel dazu hatte das Unternehmen am Mittwoch eine Liste der zu schließenden Filialen öffentlich gemacht.

Am Dienstag hatte es dazu auch Verhandlungen zwischen dem Insolvenzverwalter, dem Betriebsrat und der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di gegeben. Wie aus Verhandlungskreisen verlautete, ist mit unterschriftsreifen Vereinbarungen frühestens am Wochenende zu rechnen.

Beide Seiten hatten die Gespräche am Dienstagabend als schwierig, aber konstruktiv bezeichnet. "Wir sind auf einem gutem Weg", hatte der Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz gesagt.

Transfergesellschaft für Arbeitnehmervertreter entscheidend

Ein zentraler Punkt bei den Gesprächen in Oberhof war erneut die Gründung einer Transfergesellschaft. Damit sollen jene rund 12.000 Schlecker-Mitarbeiter aufgefangen werden, die nun mit Kündigungen rechnen müssen. Sowohl Geiwitz als auch Franke forderten noch einmal mit Nachdruck staatliche Hilfen zur Finanzierung dieser Einrichtung. "Wir setzen nach wie vor darauf, dass die Transfergesellschaft zustande gebracht wird und auch finanziert werden kann", sagte Franke nach dem Treffen. Es sei für die Politik an der Zeit, "ihr Pingpongspiel zu beenden und sich zu ihrer Verantwortung für die Schlecker-Frauen zu bekennen", sagte er.

Der Insolvenzverwalter und ver.di hatten gefordert, die Transfergesellschaft mit Mitteln der staatlichen Förderbank KfW auszustatten. Das Bundeswirtschaftsministerium hatte das am Wochenende abgelehnt. In Oberhof hieß es, nach dieser Absage könnten eventuell Bürgschaften der Bundesländer die Finanzierung der Transfergesellschaft sicherstellen.

In den kommenden Tagen sind weitere Gespräche zur Zukunft von Schlecker geplant. Diese finden unter großem Zeitdruck statt: Sollen die Schlecker-Beschäftigten nicht in die Arbeitslosigkeit, sondern in die Transfergesellschaft entlassen werden, muss diese bis zum Ende des Monat gegründet werden.

(dapd )


 


 

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