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iPhone-Protokolle in der Szene keine Überraschung

In der Technikszene ist schon länger bekannt, dass iPhones und iPads von Apple-Nutzern langfristig Bewegungsprofile anlegen. "Das Problem war einigen Leuten schon vor einigen Monaten bekannt. Es wurde damals aber nicht derart hochgekocht", sagte Handyexperte Jörg Wirtgen von der Fachzeitschrift "c't" am Donnerstag in Hannover der Nachrichtenagentur dapd. "Apple weiß also schon seit einiger Zeit von diesem Problem. Das Unternehmen hat aber offensichtlich kein Interesse, den Fehler einzugestehen", erklärte Wirtgen weiter.

Wirtgen betonte, der am Mittwoch auf einer Konferenz in den USA von zwei britischen IT-Experten ausführlich dokumentierte Fall wiege schwer: "Im Unterschied zu vielen anderen Programmen und Geräten, die Geo-Daten speichern, hat man hier ein sehr vollständiges Bewegungsprofil. Das Handy haben heute viele immer bei sich." Auch einige Modelle von Navigationsgeräten speicherten Bewegungsprofile, aber nicht in dieser Dimension. "Ich weiß nicht, wie viele Scheidungsanwälte auf die Bewegungsprofile der jeweiligen Partner scharf wären", sagte Wirtgen mit Blick auf die Praxis von Apple.

Weltweit Millionen Nutzer betroffen

Bisher sei es zudem "immer so, dass man sich bei einem Dienst, der die sogenannten Geo-Daten der Nutzer erfasst, frei anmelden konnte - wenn man dem Dienst vertraute". Genau dies ermögliche Apple seinen Nutzern allerdings nicht. "Man kann sich von der Datenerfassung durch Apple bisher nicht abmelden. Das trifft weltweit Millionen Nutzer", mahnte Wirtgen. Dies habe "eine neue Qualität". Auch Banken und Mobilfunkbetreiber speicherten, wo jemand das Handy genutzt, Geld abgehoben oder mit seiner EC-Karte bezahlt habe. "Aber diesen Unternehmen vertrauen wir: Da ist kein Datenleck bekannt", sagte Wirtgen.

Nutzer, die ihre Bewegungsdaten schützen wollten, könnten dies im Nachhinein in der Software von iPhone und iPad, im Program "iTunes", entsprechend einstellen. "Man kann 'iTunes' sagen, dass es die Daten von iPhones und iPads verschlüsselt auf den Computern seiner Nutzer ablegen soll", erklärte Wirtgen. Das sei aber nicht Standard und müsse daher "von den Nutzern nachträglich extra gewählt werden".

Nach ersten Prüfungen von "c't" sei es dann nicht mehr möglich, mit dem am Mittwoch vorgestellten Programm "iPhoneTracker" die Daten auszulesen. Angelegt würden sie aber dennoch. Auf die Frage, warum Apple die Daten erfasse und langfristig ablege, sagte Wirtgen: "Vielleicht geht es um ortsbezogene Anzeigen, um Werbung von einer Tankstelle oder einem Restaurant, das man häufig besucht hat."

(dapd )


 


 

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