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Apple und der Datenschutz

Weiter Zoff um die iPhone-Bewegungsprofile

Die Vorwürfe gegen Apple wiegen schwer: Am Mittwoch vergangener Woche demonstrierten die beiden britischen IT-Experten Alasdair Allan und Pete Warden im kalifornischen Santa Clara auf einer Konferenz, dass alle aktuellen Modelle von iPhone und iPad über Monate die Bewegungen der Nutzer erfassen - und in den eigenen Speichern als auch auf den zum Abgleich verbundenen Computern ablegen. Mit dem Programm "iPhoneTracker", das Allan und Warden zunächst frei ins Netz stellten, konnte sogar jedermann diese sonst nicht umgänglichen Dateien zu interaktiven Karten verwandeln.

Von Daniel Bouhs

Insidern war da längst bekannt, was unter technischen Laien und vielen Nutzern erst an den Osterfeiertagen für Empörung sorgte. So forderte Peter Schaar, der Bundesbeauftragte für Datenschutz in Deutschland, die Nutzer müssten "selbst entscheiden können, wann persönliche Daten erhoben werden". Die Grünen im Bundestag warnten gar, Apples Praxis beim Datenschutz sei "schlicht das Gegenteil informationeller Selbstbestimmung und eine Einladung zum Missbrauch der Informationen durch wen auch immer". Experten wie Jörg Wirtgen von der Computerzeitschrift "c't" warnten zudem, Lebenspartner oder auch Vorgesetzte könnten auf die Bewegungsdaten "scharf" sein.

Apple bereitet Updates vor

Die Datei, über die sich seit der Präsentation von Allan und Warden viele empören, heißt "consolidated.db" und wird von Apples Programm "iTunes" auf den Computern der Nutzer abgelegt. Dies geschieht beim Datenabgleich von Musik, Videos und Adressbücher zwischen den Geräten. Dabei wird ein sogenanntes Backup der mobilen Geräte auf den stationären Computern abgelegt, eine Sicherheitskopie für den Fall, dass die kleinen Geräte kaputt oder verloren gehen.

Klar war immerhin, dass Apple dafür nicht die GPS-Empfänger anzapft, die unter anderem für die Navigation in "Google Maps" in allen iPads und iPhones eingebaut sind. Festgehalten wird bis dato allerdings, in welchen Mobilfunkzellen sich Nutzer bewegt haben. Das bestätigte der Konzern nun auch - und gab überdies an, auch die WLAN-Stationen in der Nähe zu notieren. Abschalten lässt sich das alles noch nicht - anders als etwa in Googles Mobilfunksystem Android, das in einem Atemzug auch unter Beschuss geriet. Apple kündigte nun aber für die "kommenden Wochen" ein Update für seine Software von iPhones und iPads an. Damit soll sichergestellt werden, dass die erfassten Daten nur eine Woche erfasst bleiben. Der Konzern gab an, die unbegrenzte Speicherung bisher sei auf einen "Softwarefehler" zurückzuführen.

Schutz sofort möglich, aber nur bedingt

Eine Möglichkeit für Nutzer von iPhone und iPad, die erfassten Daten schon jetzt besser zu schützen, gibt es allerdings: Apples "iTunes" lässt sich für den Abgleich der Daten so einzustellen, dass Backups nur verschlüsselt gespeichert und per Passwort geschützt werden. Das ist indes kein Standard sondern muss nachträglich hinterlegt werden. Keine Sorgen müssen sich Nutzer nach allen bisherigen Erkenntnissen machen, dass Apple die Daten über das Netz auch anderorts ablegt.

Offiziell ist nun auch, warum Apple die Dateien speichert. Experten hatten zuletzt spekuliert, der Konzern könnte etwa personalisierte Werbung planen, etwa von Restaurants oder Geschäften "um die Ecke". Apple gab am Mittwoch an, die Ortungsdaten zu ziehen, damit "Apps" die Position der Nutzer "schneller und genauer" ermitteln könnten, als das mit GPS aus dem Stand heraus möglich sei: "Das kann bis zu mehreren Minuten dauern", erklärte der Konzern auf seiner Webseite. "Das iPhone kann das innerhalb von wenigen Sekunden."

(dapd )


 


 

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