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Meinungen zum Bewerbungschaos an deutschen Hochschulen

Das aktuell andauernde Bewerbungschaos an deutschen Hochschulen hat auch in den Medien seinen Widerhall gefunden. So wird kritisiert, dass nach der Entmachtung der Zentralen Vergabestelle für Studienplätze (ZVS) nunmehr ein völliges Chaos bei der Einschreibung herrsche, da sich Studenten an mehreren Hochschulen gleichzeitig einschrieben und infolgedessen durch die zahlreichen Absagen endlose Nachrückverfahren die Folge seien. Harsche Kritik erntet zudem die Tatsache, dass ein ideologischer Streit der Hochschulrektoren mit der ZVS auf dem Rücken von Studienanfängern ausgetragen wird.

Westfalen-Blatt: Zum Bewerbungschaos an deutschen Universitäten

Bielefeld. Studentenbude ausfindig machen, Umzug organisieren, Einschreibungsformalitäten erledigen, Erstsemester-Infos inhalieren, Teilnahme an den Einführungsseminaren bestätigen: Wer ein Studium beginnen will, braucht Zeit und Planungssicherheit - und genau die haben mindestens 18.000 Studierwillige nicht. Folge: Der Start in die Karriere misslingt. Falls die Angaben stimmen, herrscht an deutschen Hochschulen das Bewerbungschaos. Die Unis schaffen es nicht, ihren Bewerbern rechtzeitig zu- oder abzusagen. Endlose Nachrückverfahren und eine Studienplatzbörse lösen das Problem ebenso wenig wie einst die ZVS. Wer hat da versagt? Offensichtlich die Hochschulen, die Autonomie gefordert und erhalten haben, aber nicht organisieren können. Offensichtlich die Politik, die das föderale Prinzip über ein stringentes Bildungskonzept stellt, aber Grundlegendes nicht in Gesetzform gießt. Jeder kämpft für sich allein. Viele gehen im Chaos unter, wenige nur wissen, worauf es ankommt.

Westdeutsche Allgemeine Zeitung: Studienplatzvergabe - Chaos angerichtet

Essen. (Von Christopher Onkelbach) Den Studenten kann man keinen Vorwurf machen. Sie wären dumm, würden sie sich auf nur eine Bewerbung verlassen. Wenn die Studienplatzvergabe nicht mehr zentral erfolgt, sondern von jeder Hochschule selbst vorgenommen wird, muss sich ein Bewerber an mehreren Orten parallel anmelden, will er im Oktober nicht leer ausgehen. Die Rektoren hatten seit Jahren gefordert, sich die Studenten selbst aussuchen zu können. Die ZVS weise ihnen die Studenten ungefragt zu, die Arbeit der Behörde wurde von Professoren und Politikern als "Studentenlandverschickung" gescholten, ihre Abschaffung immer wieder gefordert. Und so geschah es schließlich. Übersehen wurde dabei, dass die ungeliebte ZVS die Studienbewerber zuvor recht effizient in die Numerus-Clausus-Fächer sortierte und den Hochschulen in Deutschland zuwies. Seit rund fünf Jahren dürfen die Hochschulen nun, was sie immer wollten - und die Schwierigkeiten begannen. Das Problem von Mehrfachbewerbungen tauchte dann irgendwie überraschend auf, und es dauerte weitere vier Jahre, bis sich Politik und Rektoren auf ein Internet gestütztes zentrales Vergabesystem einigen konnten - eine Art digitale ZVS. Dieses Chaos hätte man den Studenten ersparen können.

(Redaktion)


 


 

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