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Bremen muss üben, üben, üben...

Die Handelskammer zu den aktuellen Ergebnissen der IQB-Schulleistungsuntersuchung: Bremen muss konsequent an höherem Lernniveau und mehr Integration arbeiten.

Angesichts des erneut schlechten Abschneidens Bremer Schülerinnen und Schüler in der aktuellen Schulleistungsuntersuchung des Instituts zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB) mit dem Fokus auf Mathematik und Naturwissenschaften fordert die Handelskammer die bremische Bildungspolitik dringend dazu auf, an der Verbesserung der Qualität der schulischen Bildung zu arbeiten und für mehr Leistungsgerechtigkeit zu sorgen. Handelskammer Hauptgeschäftsführer Dr. Matthias Fonger: „Bremen muss den Fokus konsequent auf eine qualitative Verbesserung des Unterrichts, ein deutlich höheres Lernniveau und mehr Integration legen. Wir können es nicht länger hinnehmen, dass Bremer Schülerinnen und Schüler einen Bildungsrückstand von zum Teil mehr als zwei Jahren gegenüber anderen Bundesländern haben.“

Die Ergebnisse der Untersuchung, so Dr. Fonger, deckten sich mit den Erfahrungen von Ausbildungsunternehmen, die bei den mathematischen Fähigkeiten von Auszubildenden zum Teil gravierende Mängel feststellen: „Es darf nicht länger sein, dass jeder zehnte Bremer Neuntklässler – wie die aktuelle Leistungsstudie zeigt – nicht einmal die Mindestanforderungen für den Hauptschulabschluss erfüllt.“

Durch eine geschickte Nutzung vorhandener Ressourcen und sinnvolle Gegenfinanzierung, so Dr. Fonger, lasse sich das Leistungsniveau in der bremischen Bildung steigern: „Es ist höchste Zeit, dass die im Schulkonsens 2008 genannten Ziele endlich umgesetzt werden – also zusätzliche Anstrengungen unternommen werden, um das Lernniveau zu heben und für die qualitative Weiterentwicklung des Schulsystems zu sorgen. Außerdem muss die soziale Koppelung zwischen Elternhaus und Schulerfolg weiter reduziert werden.“

In ihrem vor kurzem vorgelegten Positionspapier „Chancen ergreifen – für eine bessere Bildung“ hat die Handelskammer konkret dargelegt, wie diese Ziele erreicht werden können. In den vergangenen Jahren habe es ständige Strukturreformen im Schulsystem gegeben, die am Grundproblem der mangelnden Qualität im Unterricht wenig geändert haben. Daher, so Dr. Fonger, müsse die ganze Kraft in die Qualitätsverbesserung des Unterrichts fließen.

Außerdem dürften Oberstufen nicht weiter zersplittert werden. Kleine Oberstufen seien zum einen kostenintensiv, zum anderen seien aufgrund der geringen Jahrgangsgrößen kaum Wahlbereiche beispielsweise im Bereich Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft, Technik (MINT) möglich. Die Standortplanungen sollten im Hinblick auf die demografische Entwicklung kritisch überprüft werden. Verstärkte Kooperationen zwischen Schulen, Jugendhilfe, und Jugendsozialarbeit könnten den Übergang in Ausbildung erleichtern und kostenintensive Maßnahmen des Übergangssystems reduzieren. Kosteneinsparungen durch kleiner werdende Jahrgänge („demografische Rendite“) müssten für Bildungsinvestitionen genutzt werden.

Sinnvoll ist es aus Sicht der Handelskammer, ein verbindliches Qualitätsmanagementsystem in allen Schulen einzuführen. Neben weitgehend kostenneutralen Maßnahmen wie dieser sei es aber wichtig, gezielt in einige wenige Bereiche zu investieren: „Die Inklusion von Kindern mit Behinderungen in den Regelschulen braucht sowohl bauliche Investitionen als auch Investitionen in die Betreuungsinfrastruktur“, so der Handelskammer-Hauptgeschäftsführer: „Das Angebot an Ganztagsschulen muss gleichermaßen quantitativ wie qualitativ weiter verbessert werden. Die Pläne zum Ausbau der Kinderbetreuungsplätze müssen dem steigenden Bedarf angepasst und ein hochwertiges frühkindliches Bildungsangebot geschaffen werden. Bei den berufsbildenden Schulen sind Investitionen in die bauliche, sachliche und personelle Ausstattung notwendig“, betonte er.

(Redaktion)


 


 

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