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Krankenkasse in finanzieller Not

Bundesversicherungsamt schließt BKK für Heilberufe

Es kündigte sich bereits seit Monaten an, nun ist es sicher: Die BKK für Heilberufe wird zum Jahresende 2011 schließen. Das teilte das Bundesversicherungsamt am Mittwoch in Bonn mit.

Zuletzt hatte die in Düsseldorf ansässige Krankenkasse im September diesen Jahres 95 ihrer insgesamt 240 Mitarbeiter kündigen müssen.  Die Schließung der Krankenkasse ist für den 31. Dezember 2011 angesetzt, Gläubigern bleiben laut einer Ankündigung im Bundesanzeiger 6 Monate Zeit, um ihre Forderungen gegenüber der Kasse geltend zu machen. Die Schließung herbeigeführt hatte ein Schließungsbescheid des Bundesversicherungsamtes.

Für einige Mitarbeiter der von der Schließung bedrohten BKK gibt es womöglich eine Fortbeschäftigungsmöglichkeit bei der ebenfalls in Düsseldorf ansässigen BKK Essannelle. Für je 500 Mitglieder übernimmt diesen nach eigenen Angaben einen Mitarbeiter der BKK für Heilberufe. Die Bewerbungen hierfür werden allerdings schon seit Mitte Oktober angenommen.

Krankenkasse hatte schon länger finanzielle Probleme

„Bedauerlicherweise haben die in den letzten Jahren ergriffenen Sanierungsmaßnahmen letztlich nicht zum Erfolg geführt, so dass wir diese insbesondere für die Versicherten und Beschäftigten der Krankenkasse schmerzhafte Entscheidung treffen mussten“, erklärte der Präsident des Bundesversicherungsamtes, Maximilian Gaßner am Mittwoch in Bonn.

Die BKK für Heilberufe litt demnach bereits seit mehreren Jahren unter erheblichen wirtschaftlichen Problemen und deutlich rückläufigen Mitgliederzahlen. Laut Gaßner waren die Probleme der maroden Krankenkasse nicht erst durch den Verteilungsschlüssel des Gesundheitsfonds begünstigt worden. Die Verteilung der Zuweisungen war in letzter Zeit immer wieder in Kritik geraten (business-on.de berichtete).

Versicherte der BKK für Heilberufe müssen sich nun bis zum 31. Dezember 2011 nach einer neuen Krankenkasse umsehen. „Den Versicherten rate ich dazu, sich sorgsam über die in Frage kommenden Krankenkassen zu informieren und sich am besten vor Ablauf der Schließungsfrist für eine neue Krankenkasse zu entscheiden“, so Gaßner weiter.

Lauterbach erwartet Probleme beim Kassenwechsel

Der gesundheitspolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Karl Lauterbach, geht derweil davon aus, dass es für Versicherte der insolventen BKK für Heilberufe zu Schwierigkeiten beim Kassenwechsel kommen wird. "Das wird nicht problemlos laufen", sagte Lauterbach vor wenigen Tagen der "Saarbrücker Zeitung".

Auch nach den negativen Erfahrungen bei der Pleite der City BKK vor wenigen Monaten sei das System schlecht darauf vorbereitet. "Bei den aufnehmenden Kassen wird es wieder so sein, dass man sich zuerst darum bemüht, die Jungen und Gesunden zu versichern", kritisierte Lauterbach. Sie seien überall willkommen. "Zuletzt werden die versichert, die älter und kränker sind". Attraktive Versicherte einer Pleitekasse seien die Umworbenen, während sich andere eine Kasse suchen müssten, oder eine zugeteilt bekämen. "Dem ist gesetzlich kein Riegel vorgeschoben worden", sagte Lauterbach. "Wenn der Wettbewerb so funktioniert, dass gesunde Menschen lukrativ sind und Kranke nicht, dann ist genau dieser perverse Wettbewerb das Problem".

Mit seiner Kritik widersprach Lauterbach Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP), der den Betroffenen der insolventen BKK für Heilberufe einen reibungslosen Wechsel zugesichert hatte.

„Ich erwarte, dass die Krankenkassen und ihre Verbände aus den Vorgängen rund um die Schließung der City BKK gelernt haben", sagte hingegen BVA-Präsident Maximilian Gaßner am Mittwoch in Bonn. Weiter sagte er: "Sollte es wieder Krankenkassen geben, die sich rechtswidrig verhalten und versuchen, Versicherte abzuwimmeln, wird das BVA mit allen ihm zur Verfügung stehenden Mitteln hiergegen vorgehen.“ 

Ärzte und Krankenhäuser erhalten Honorare

Auch Ärzte, Krankenhäuser, Apotheken und andere Leistungserbringer müssen nach seinen Angaben aufgrund der Schließung keine Nachteile befürchten. Ihre Forderungen würden von der BKK für Heilberufe erfüllt. Sowohl der BKK Bundesverband als auch der BKK Landesverband Nordwest werden demnach den Prozess der Abwicklung begleiten.

(Redaktion)


 


 

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