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Gesundheitsfonds 2009

Black Box für Versicherte

Knapp zwei von drei gesetzlich Versicherten haben keine Ahnung, wie der Gesundheitsfonds funktioniert. Ein erschreckendes Ergebnis, denn schließlich gilt der Fonds als ein Herzstück der Gesundheitsreform. Millionen Versicherte werden erst mit der Gehaltsabrechnung im Januar feststellen, was der Fonds wirklich für sie bedeutet: steigende Kosten bei weiter sinkenden Leistungen. Das ist das Ergebnis der repräsentativen Studie "Kundenkompass Private Krankenversicherung" der Gothaer Krankenversicherung in Zusammenarbeit mit dem F.A.Z.-Institut.

Auf die 70 Millionen gesetzlich Versicherten kommen durch den 
Gesundheitsfonds neue Milliardenkosten zu: Mehr als 90 Prozent  
müssen künftig höhere Beiträge zahlen. Für die Versicherten der IKK 
Sachsen zum Beispiel steigt der Beitrag um 2,8 Prozentpunkte auf den
dann für alle Kassen einheitlichen Satz von 15,5 Prozent. Insgesamt 
werden 126 gesetzliche Krankenkassen gezwungen, zum 1. Januar ihre 
Beiträge zu erhöhen. Trotzdem ist bereits jetzt absehbar: Auch der 
Gesundheitsfonds wird die grundlegenden Probleme des 
Finanzierungsmodells der gesetzlichen Krankenkassen nicht lösen. 
Stattdessen droht der ohnehin beschränkte Wettbewerb durch den 
Einheitsbeitrag ganz zu erlahmen.

Gleichzeitig ist es möglich, dass die Kosten für die GKV-Versicherten
noch im kommenden Jahr erneut steigen werden. Denn Kassen, die mit 
den ihnen aus dem Fonds zugewiesenen Einnahmen nicht auskommen, 
dürfen einen Zusatzbeitrag erheben. Dann allerdings haben die 
Versicherten ein Sonderkündigungsrecht - eine der wenigen 
Möglichkeiten, ihren Unmut noch auszudrücken. Denn der Gesetzgeber 
hat gleichzeitig den Wechsel in die private Krankenversicherung (PKV)
weiter erschwert. Inzwischen müssen die Bundesbürger drei Jahre lang 
in Folge ein Einkommen vorweisen, das über der 
Versicherungspflichtgrenze liegt, bevor sie in die PKV wechseln 
dürfen. Die Versicherten reagieren auf ihre Weise: Sie schließen 
vermehrt private Zusatzversicherungen zum Beispiel bei der Gothaer 
ab, um wenigstens im Krankheitsfall ausreichend abgesichert zu sein. 
Inzwischen haben gesetzlich Versicherte mehr als 14 Millionen  
private Zusatzpolicen abgeschlossen. Das zeigt: Ihren Kassen trauen 
sie längst nicht mehr.

Hintergrundinformationen
Im April und Mai 2008 befragte das Berliner 
Meinungsforschungsinstitut forsa im Auftrag der Gothaer 
Krankenversicherung AG 1.000 Krankenversicherte im Alter von 18 bis 
65 Jahren nach ihren Ansichten über private Krankenversicherungen. 
Die interviewten Personen repräsentieren einen Querschnitt der 
Krankenversicherten in Deutschland.

(Redaktion)


 


 

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