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Dax trotzt der Griechenland-Angst

Der deutsche Aktienmarkt hat am Montag zwischenzeitliche Verluste wieder wettgemacht und seinen Stand vom Ende der vergangenen Woche knapp verteidigt. Die Sorge um Griechenland versetzte die Märkte zunächst in Sorge, dann drehte die Stimmung. Für Entspannung sorgten überraschend gute Konjunkturdaten aus Deutschland und scharfe Worte von Bundeskanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Staatspräsident Nicolas Sarkozy in Richtung Athen.

Der Dax schloss fast unverändert bei 6.765 Punkten. Der MDax verlor 0,4 Prozent auf 10.375 Zähler. Der TecDax gab 0,3 Prozent auf 770 Punkte nach.

Die Aussagen von Merkel und Sarkozy auf dem deutsch-französischen Ministerrattreffen in Paris interpretierte der Markt als sehr drastisch. Danach dürfte das laufende Treffen der Troika mit der Regierung in Athen zwar noch länger dauern, dafür aber das letzte sein. Unter anderem hatten Merkel und Sarkozy ein Sonderkonto für Zahlungen auf griechische Bonds vorgeschlagen und die Einhaltung der bisherigen Versprechen Griechenlands gefordert. Mit dem Sonderkonto würde die Bedienung griechischer Schulden aus der Athener Budgethoheit herausgenommen werden.

"Das wäre ein drastischer Eingriff und entspräche der Entmündigung eines Pflegefalls in der Privatsphäre", sagte ein Händler. Der Euro erholte sich nach den Merkel-Sarkozy-Aussagen deutlich und kletterte klar über die Marke von 1,31 Dollar. Gegen 18:10 Uhr stand die Gemeinschaftswährung bei 1,3124 Dollar.

An der New Yorker Wall Street gab es leichte Negativ-Verschiebungen. Der Dow-Jones zählte gegen 19:36 Uhr (MEZ) 12.823 Punkte 0,3 Prozentpunkte weniger als am Freitag der Vorwoche. Der Nasdaq-Composite verlor lediglich um 0,12 Prozentpunkte an und stand um 19:36 Uhr bei  2.902 Zählern - nur einen Punkt weniger als bei Börsenschluss am Freitag .

Für gute Laune sorgte jedoch unter den Anlegern auch die Konjunktur . Der Auftragseingang der deutschen Industrie legte im Dezember dank hoher Auslandsnachfrage nach Investitionsgütern kräftiger als erwartet zu. Die Auftragseingänge stiegen gegenüber dem Vormonat um 1,7 Prozent. Volkswirte hatten einen Zuwachs von nur 1,0 Prozent prognostiziert.

Finanztitel standen zunächst unter Druck wegen des Griechenlanddramas, konnten ihre Verluste aber bis zum Abend eingrenzen: Deutsche Bank gaben um 1,2 Prozent auf 33,65 Euro nach, Commerzbank verloren 1,3 Prozent auf 1,89 Euro. Weiter kräftig gesucht waren Deutsche Börse nach der gescheiterten Fusion mit der NYSE. Die Aktien zogen um 2,6 Prozent auf 48,52 Euro an und waren damit größter Dax-Gewinner.

Auch Aktien von RWE legten um 2,6 Prozent auf 32,40 Euro zu. Der Energiekonzern plant laut Zeitungsberichten zusätzliche Kosteneinsparungen von einer Milliarde Euro jährlich. Den Einsparungen sollen mindestens 3.500 Stellen zum Opfer fallen. Zudem empfahl die UBS die Titel zum Kauf, und HSBC kassierte ihre vorherige Verkaufsempfehlung.

Im Blick standen daneben mögliche Index-Änderungen durch die Deutsche Börse AG: Continental festigen den Platz für eine Dax-Kandidatur. In der Index-Rangliste per Ende Januar liegen sie auf Platz 29 bei der Marktkapitalisierung und Platz 29 bei der Liquidität. Sollte ihr Besitzer Schaeffler Continental-Aktien platzieren, würden sich Marktkapitalisierung und Umsatz erhöhen, die Chancen also weiter steigern. Conti gaben 0,4 Prozent auf 66,07 Euro nach.

Heidelberger Druck und Gagfah müssen dagegen um ihre Plätze im MDax bangen. "Verschlechtern dürfen sie sich nicht mehr", sagte ein Marktteilnehmer. Mit den Plätzen 59 und 60 bei der Marktkapitalisierung erfüllen sie gerade noch die Kriterien, nach denen ein MDax-Mitglied nicht schlechter als Platz 60 liegen sollte. Heideldruck legten 0,3 Prozent zu, Gagfah um 1,5 Prozent.

Douglas sprangen um 4,5 Prozent auf 33,78 Euro. Bei der Parfümeriekette bahnt sich ein Kampf zwischen der Eigentümerfamilie Kreke und Drogerie-Unternehmer Erwin Müller an, der für Kursfantasie sorgte. Müller hält bereits gut zehn Prozent an Douglas und hat sich den Zugriff auf weitere rund 15 Prozent der Aktien gesichert. Mit mehr als 25 Prozent hielte Müller eine Sperrminorität und könnte Entscheidungen der Kreke-Familie blockieren.

GEA-Aktien zogen nach Vorlage von Geschäftszahlen um 1,3 Prozent auf 25,81 Euro an. Der Maschinenbauer, der weltweit mehr als 20.000 Mitarbeiter beschäftigt, hat sich nach einem starken Schlussquartal 2011 zuversichtlich für das laufende Jahr gezeigt. Der Auftragseingang könne 2012 um bis zu fünf Prozent zulegen. GEA produziert Anlagen für die Erzeugung von Nahrungsmitteln und Energie.

Quelle: Dow Jones Newswires

(dapd )


 


 

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