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Wilde Achterbahnfahrt des Dax

Der Dax fährt Achterbahn: Nach panikartigen Verkäufen am Morgen holte der wichtigste deutsche Aktienindex am Freitag seine Kursverluste bis zum Nachmittag auf und drehte sogar zeitweise ins Plus. Bis kurz vor 16:00 Uhr gab das Börsenbarometer seine Kursgewinne aber wieder ab und brach erneut um mehr als 160 Punkte auf 6.260 Zähler ein.

Auslöser für den Kursanstieg waren freundliche US-Arbeitsmarktdaten. Der Dow-Jones-Index der wichtigsten US-Industriewerte kletterte unmittelbar nach Börsenbeginn um 1,5 Prozent auf 11.554 Punkte, bevor auch der US-Leitindex wieder ins Minus rutschte.

Die Furcht vor einer starken Konjunkturabkühlung, begünstigt durch die Überschuldung in der Eurozone, ist an den Märkten nicht vom Tisch. Am Freitag gab es überraschend schwache Zahlen zur Industrieproduktion in Italien, Spanien und auch in Deutschland.

US-Arbeitsmarktdaten als Gegengewicht

Ein Gegengewicht waren die US-Arbeitsmarktdaten: Im Juli entstanden in den USA außerhalb der Landwirtschaft 117.000 Jobs. Volkswirte hatten einen Zuwachs um 75.000 erwartet. Die Arbeitslosenquote fiel von 9,2 auf 9,1 Prozent.

Für die Erholung an der deutschen Börse sorgten Händlern zufolge auch Schnäppchenjäger sowie die von Währungskommissar Olli Rehn genährte vage Hoffnung auf die Einführung von Eurobonds.

Rehn hatte in Brüssel eine Aufstockung des Euro-Rettungsfonds EFSF signalisiert. Man müsse gegebenenfalls Anpassungen beim Krisenmanagement vornehmen, um effektiver und glaubhafter zu sein, sagte er. Der EFSF gilt Kritikern als Einstieg in den Eurobonds durch die Hintertür, weil er Schuldenstaaten Hilfe gewährt, am Ende aber alle Euroländer für den Fonds geradestehen müssen.

Rehn sagte nichts dazu, um welche Summe der Fonds von jetzt 440 Milliarden Euro aufgestockt werden könnte. Rehn war nach Brüssel gereist, nachdem EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso am Vortag eine Neubewertung des EFSF gefordert hatte.

Merkel und Sarkozy telefonieren

Angesichts der Unruhe an den Börsen unterbrechen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und der französische Präsident Nicolas Sarkozy ihre Urlaube für eine Telefonkonferenz. Ein Telefonat der beiden sei geplant, bestätigte ein Regierungssprecher in Berlin. Dabei werde die aktuelle Lage in der Eurozone eine Rolle spielen. Das Gespräch sollte nach Angaben aus Paris noch am Freitag stattfinden.

Der Euro notierte etwas fester bei 1,4182 Dollar. Der Ölpreis lag bei 108 Dollar und damit so niedrig wie seit Wochen nicht.

(dapd )


 


 

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