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Dax erklimmt neues Jahreshoch

Der deutsche Aktienmarkt hat zur Wochenmitte überraschend starke Gewinne verbucht. Mit einem Plus von 2,4 Prozent auf 6.617 Punkte erreichte der Dax ein neues Jahreshoch.

Im Verlauf war der deutsche Leitindex sogar bis auf 6.630 Punkte gestiegen. Teilnehmer führten die Gewinne auf die Unterinvestition vieler Anleger zurück. "Denen laufen nun die Kurse bereits zum Jahresbeginn nach oben davon", sagte ein Händler. Um den fahrenden Zug nicht komplett zu verpassen, müssten sie "aufspringen".

Die gestiegenen Umsätze untermauerten diese Vermutung. Umgesetzt wurden an Dax-Titeln im Handelssystem auf Xetra rund 210,4 Millionen Aktien im Wert von rund 4,18 Milliarden Euro. Am Vortag hatten lediglich 158 Millionen Papiere den Besitzer gewechselt. Auch die Nebenwerte profitierten stark. So legte der MDax 2,1 Prozent auf 10.129 Zähler zu, der TecDax verbesserte sich um 1,6 Prozent auf 756 Punkte.

Hinzu kamen positive Wirtschaftsdaten. Mit Ausnahme Frankreichs äußerten sich die Einkaufsmanager aller großen EU-Staaten im Januar etwas optimistischer zur Konjunktur als im Dezember. Auch der chinesische Einkaufsmanagerindex lag über den Erwartungen. Die US-Konjunkturdaten fielen ebenfalls solide aus. Sowohl der viel beachtete ISM-Index für das Verarbeitende Gewerbe als auch der ADP-Arbeitsmarktbericht erfüllten die Hoffnungen des Marktes.

Sinkende Zinsen auf Anleihen der Schuldenstaaten Italien, Spanien und Portugal unterstrichen die gestiegene Zuversicht der Anleger. Portugiesische Anleihen mit einem Volumen von 1,5 Milliarden Euro stießen auf gute Nachfrage der Investoren.

Entsprechend freundlich zeigte sich auch der Euro. Devisenhändler bezahlten am Abend 1,3199 Dollar nachdem die Gemeinschaftswährung am Morgen noch bei 1,3105 Dollar notiert hatte. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte ihren Referenzkurs im Tagesverlauf nahezu unverändert bei 1,3175 Dollar festgelegt.

Die Börsen in New York legten am Mittwoch zu. Der Dow-Jones gewann 1,05 Prozentpunkte und zählte gegen 19:03 Uhr (MEZ) 12.766 Punkte. Der Nasdaq-Composite zog um 1,32 Prozentpunkte an und stand um 19:03 bei  2.851 Zählern.

Größter Gewinner im Dax waren Infineon, die um 5,6 Prozent auf 7,36 Euro zulegten. Der operative Gewinn des Chip-Herstellers in den Monaten Oktober bis Dezember lag ein gutes Stück über den Schätzungen von Analysten. Zudem sieht das Unternehmen nach einem schwierigen Jahresbeginn erste Anzeichen einer Stabilisierung. Gefragt waren darüber hinaus Werte, die bislang mit der Entwicklung des Gesamtmarktes nicht Schritt halten konnten. So zogen K+S um 3,3 Prozent auf 37,66 Euro an, während Lufthansa um 4,2 Prozent auf 11,01 Euro gewannen.

Auch Bankaktien waren gefragt. Deutsche Bank profitierten von einer zuversichtlichen Studie der Credit Suisse und gewannen 5,1 Prozent auf 34,04 Euro. Der scheidende Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann präsentiert am Donnerstag zum letzten Mal die Geschäftszahlen für den deutschen Branchenprimus. Das Ergebnis dürfte zwar nur stagniert haben, damit wird das Geldhaus allerdings vermutlich besser abgeschnitten haben als viele Wettbewerber.

Gekauft wurden auch RWE, die um 4,9 Prozent auf 30,68 Euro kletterten. Morgan Stanley hatte die Aktie auf eine Empfehlungsliste genommen. Sie sei unter den europäischen Versorgern besonders günstig bewertet, argumentierten die Analysten.

Deutsche Börse blieben mit einem Plus von 1,1 Prozent auf 45,48 Euro hinter dem Gesamtmarkt zurück. Die Fusion des Börsenbetreibers mit der New York Stock Exchange ist gescheitert. Wie allgemein erwartet, haben sich die 27 EU-Kommissare mehrheitlich der Empfehlung von Wettbewerbs-Kommissar Joaquin Almunia angeschlossen und das Projekt gestoppt.

Im MDax waren ebenfalls die Nachzügler gesucht. Werte wie Hamburger Hafen, TUI oder Wincor Nixdorf, die allesamt noch weit von ihren 52-Wochen-Hochs entfernt sind, verbuchten Gewinne von bis zu acht Prozent.

Große Kursbewegungen gab es auch im TecDax Hier legten Q-Cells und Gigaset stark zu. Das angeschlagene Solarunternehmen hat sich mit seinen wichtigsten Gläubigern auf ein Rettungskonzept geeinigt. Geplant ist ein radikaler Schulden- und Kapitalschnitt. Danach könne der Konzern wieder "als nahezu schuldenfreies und führendes Unternehmen im wettbewerbsintensiven Photovoltaikmarkt agieren", erklärte die Firma. Die Aktie habe nach vorliegenden Daten zu den am heftigsten leerverkauften Titeln in Deutschland gehört, diese Positionen seien nun geschlossen worden, begründete ein Händler den Anstieg von 39,6 Prozent auf 0,46 Euro.

Die Erholungsrally von Gigaset hielt an. Mit einem Anstieg von 17,1 Prozent auf 3,10 Euro profitierte die Aktie weiterhin von erfreut aufgenommenen Zahlen am Vortag und einigen Empfehlungen.

Quelle: Dow Jones Newswires

(dapd )


 


 

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