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Börsegang im April?

Evonik nimmt erneut Kurs auf die Börse

Der Chemiekonzern Evonik nimmt nach drei gescheiterten Versuchen einen neuen Anlauf für den Börsengang - allerdings diesmal durch die Hintertür.

Die beiden Eigentümer, die RAG-Stiftung und der Finanzinvestor CVC Capital, gaben dafür einen Teil ihrer Aktien an institutionelle Anleger aus dem In- und Ausland ab, wie die beiden Unternehmen am Freitag in Essen mitteilten.

"Die Erweiterung des Eigentümerkreises stellt einen ersten Schritt für die angestrebte Börsennotierung dar", erklärten RAG-Stiftung, CVC Capital und Evonik in einer gemeinsamen Erklärung. Nach Informationen des "Handelsblatts (Freitagausgabe) soll danach in einem zweiten Schritt die Börsennotierung auf dem Weg eines "kalten Listings" - also ohne öffentliches Angebot mit Orderbuch, Preisbildung und Zuteilung - beantragt werden. Dies könne bis Ende April geschehen.

Das jetzt platzierte Volumen umfasst nach Angaben der Alteigentümer einen Anteil von weniger als zehn Prozent der Evonik-Aktien. Das Unternehmen sei dabei mit 14 Milliarden Euro bewertet worden, berichtete das "Handelsblatt" unter Berufung auf Insider.

Konzern hatte Börsengang schon dreimal abgesagt

RAG-Stiftung und CVC Capital erklärten lediglich, der Preis liege deutlich höher als beim geplanten Börsengang von Deutschlands drittgrößtem Chemiekonzern im Juni 2012. Den hatte die RAG-Stiftung platzen lassen, weil die angepeilten 15 Milliarden Euro damals angesichts der Unsicherheit an den Märkten nicht zu erzielen waren. Zuvor hatte Evonik den Börsengang schon zweimal verschoben, erstmals 2008 und dann noch einmal 2011.

Mit der jetzt vermeldeten Privatplatzierung von Evonik-Anteilen habe die RAG-Stiftung "die Tür für die geplante Börsennotierung des Unternehmens ein weiteres Stück geöffnet", sagte der Vorstandsvorsitzende der Stiftung, Werner Müller.

Die Entscheidung für einen neuen Anlauf an die Börse gründe "auf einem spürbar verbesserten Kapitalmarktumfeld und dem gestiegenen Interesse von Investoren an Anteilen erfolgreicher Unternehmen", erklärten die Evonik-Eigentümer. Die RAG-Stiftung hielt bislang einen Anteil von 74,99 Prozent an Evonik, CVC Capital 25,01 Prozent.

Der Börsengang von Evonik ist schon lange geplant. Die RAG-Stiftung will mit dem Erlös aus dem Aktienverkauf die "Ewigkeitslasten" nach dem Auslaufen des deutschen Steinkohlebergbaus im Jahr 2018 finanzieren. Dazu zählen etwa die Kosten für das auch nach der Stilllegung der letzten Zechen weiterhin notwendige Absenken des Grundwasserspiegels im Ruhrgebiet.

(dapd)


 


 

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