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Frankfurt & New York

Megahochzeit der Börsen vor entscheidendem Schritt

Die Brautschau ist vorbei, nun ist das Ja-Wort fällig: Die Megahochzeit der Börsen in Frankfurt am Main und New York steht vor einem entscheidenden Schritt. Die Aktionäre von New York Stock Exchange, dem als "Wall Street" berühmten Handelsplatz, und der Deutschen Börse müssen in dieser und der nächsten Woche entscheiden, ob sie der Fusion zum größten Börsenkonzern der Welt zustimmen.

Von Joachim Sondermann

Zunächst ist die US-Seite dran. Die NYSE Euronext, zu der auch die Börsen in Amsterdam, Brüssel, Lissabon und Paris sowie der Londoner Terminmarkt gehören, hat für Donnerstag (7. Juli) zur außerordentlichen Hauptversammlung geladen. Dort ist eine Zustimmung von mehr als 50 Prozent der Anteilseigner erforderlich, um die Fusion mit der Deutschen Börse weiter zu betreiben.

Das Verfahren auf der deutschen Seite läuft über einen Aktientausch. Die Aktionäre der Deutschen Börse drücken ihre Zustimmung aus, indem sie ihre Anteilsscheine eins zu eins in Aktien der neuen Alpha Beta Holding in Amsterdam tauschen. Die Frist dafür endet am 13. Juli um 23.59 Uhr. Notwendig zur Zustimmung ist ein Umtausch von mehr als 75 Prozent der 195 Millionen Deutsche-Börse-Papiere.

Eine Sonderdividende von 2,00 Euro auf jede Aktie der neuen Holding soll den Eignern den Schritt in die neue Börsenehe versüßen. Die Deutsche Börse ist zu 95 Prozent im Besitz institutioneller Investoren wie Banken, Versicherungen und Pensionsfonds. 82 Prozent der Anteilseigner sind im Ausland angesiedelt, darunter 32 Prozent in den USA.

Große Umtauschwelle erst zu Fristende erwartet

Bis Mittwoch vergangener Woche (29. Juni) verzeichnete die Deutsche Börse einen Umtausch von 6,43 Prozent der Aktien. Neuere Zahlen lagen noch nicht vor. Ein Börsensprecher in Frankfurt sagte, erfahrungsgemäß würden derartige Aktientauschangebote erst zum Ende der Frist hin in großer Zahl angenommen. Die Kurve gehe dann steil nach oben.

Sollte wider Erwarten der beiden Unternehmensführungen die Fusion von den Aktionären abgelehnt werden, würden bereits getauschte Aktien rückabgewickelt, sagte der Börsensprecher. Doch auch wenn in New York und Frankfurt die notwendigen Mehrheiten erreicht werden, ist die Fusion noch nicht in trockenen Tüchern. Denn dann haben die Regulierungs- und Aufsichtsbehörden das Wort, darunter die EU-Kommission und die US-Börsenaufsicht, aber auch das hessische Wirtschaftsministerium. Insgesamt liefen etwa 40 regulatorische Überprüfungen auf der ganzen Welt, hieß es in Frankfurt.

(dapd )


 


 

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