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Bramsche

Zwei junge Syrer finden bei Dallmann neue berufliche Heimat

Bauunternehmen ergreift die Initiative / Unterstützung durch MaßArbeit

Die Arbeitsmarktintegration von Flüchtlingen ist zurzeit das beherrschende Thema in den Medien. Das Unternehmen Dallmann in Bramsche lebt vor, wie das ganz praktisch gelingen kann und ist dafür vom Förderkreis Innungsbetriebe Handwerk e.V. ausgezeichnet worden. Bereits seit vergangenem Dezember verstärken die syrischen Bauingenieure Maen Aljodeh und Elias Bakhsar das Team des Straßen- und Tiefbauunternehmens. Auch von der MaßArbeit erhielten die beiden engagierten jungen Männer Unterstützung auf ihrem Weg in den deutschen Arbeitsmarkt.

Maen Aljodeh und Elias Bakhsar hatten Damaskus im Oktober 2015 verlassen und sich gemeinsam mit ihrer Cousine auf den Weg nach Deutschland gemacht: Sie sahen in ihrem vom Bürgerkrieg zerstörten Land keinerlei Zukunftsperspektive mehr für sich. Nach kurzen Zwischenstationen fanden sie eine erste Zuflucht in der Erstaufnahmeeinrichtung in Bramsche-Hesepe. Wie so viele der Flüchtlinge träumten auch die beiden 30-Jährigen davon, möglichst schnell eine Arbeit zu finden. Hervorragende Voraussetzungen dafür brachten beide mit: Maen ist Bachelor of civil engeneering und Eilias Master of civil engeneering. Nach ihren Studienabschlüssen an der Universität von Damaskus hatten die jungen Männer bereits Berufserfahrungen im Bauwesen gesammelt.

Während die beiden Syrer von ihrer beruflichen Zukunft träumten, fragte sich zur gleichen Zeit der Geschäftsführer des Bramscher Tief- und Straßenbauunternehmens Dallmann, Thorsten Goerke, wie man Flüchtlinge unterstützen könnte. Täglich sah er die Menschen, die von der Aufnahmestelle in Hesepe in die Innenstadt liefen. Kurzerhand nahm Goerke Kontakt zur Stadt Bramsche und zur MaßArbeit auf und lernte so Maen Aljodeh und Elias Bakhsar kennen. „Die Chemie hat einfach gestimmt. Ich wusste sofort, diese beiden zielstrebigen und intelligenten Männer sind genau richtig für unser Team“, erinnert sich Goerke.

Gemeinsam mit seinen Mitarbeitern machte der Dallmann-Geschäftsführer Nägel mit Köpfen: Schon im November 2015 erhielten Maen und Elias eine Werkswohnung auf dem Firmengelände – weitgehend ausgestattet durch Möbel und elektrische Geräte, die Kollegen organisiert hatten. Ins Zentrum der Wohnung rückten sofort die beiden Schreibtische: „Das sind unsere wichtigsten Möbelstücke, hier verbringen wir den größten Teil unserer Freizeit um deutsch zu lernen.“ erzählen Maen und Elias begeistert.

Denn ohne die Sprache kann Integration nicht gelingen, das war beiden Männern klar. Zunächst konnten sie kurzfristig an einem ehrenamtlich organisierten Sprachkurs teilnehmen, dann vermittelte die MaßArbeit sie in einen Kurs der Volkshochschule Osnabrücker Land. Jeden Vormittag drückten die beiden Syrer die Schulbank. Aber auch ihre Freizeit nutzen die beiden, um weiter zu lernen: „Die deutsche Grammatik und die Aussprache sind ziemlich schwer“, so ihre Erfahrung.

Ein Praktikum absolvierten die beiden ebenfalls bei Dallmann. Dabei lernten sie die Arbeitsabläufe in der Firma kennen und besuchten mit den Kollegen die Baustellen. Im April 2016 schließlich erhielten Elias und Maen vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge endlich eine Aufenthaltserlaubnis für zunächst drei Jahre. „Damit konnten sie endlich auch 'offizielle' Mitarbeiter der Firma Dallmann werden“, freute sich der Geschäftsführer. Um den Spracherwerb weiterhin im Fokus zu halten, beschäftigte das Bauunternehmen die beiden Syrer zunächst auf Basis eines Minijobs. Zu ihren Aufgaben gehörten etwa die Überwachung der Baustellen, das Anfertigen von Plattendruckversuchen, Hilfe beim Aufmaß verschiedener Baustellen oder das Vermessen von Flächen.

Da das syrische Studium in Deutschland nicht vollständig anerkannt wird, absolvieren Maen und Elias seit August eine Ausbildung als Straßenbauer, die wegen ihrer Vorkenntnisse allerdings auf zwei Jahre verkürzt ist. Die dafür notwendigen Führerscheine förderte die MaßArbeit. „Mit dieser Ausbildung können sie später aufgrund ihres Fachwissens aus dem Studium als Bauleiter oder in ähnlich leitender Position in Deutschland arbeiten“, zeigte Goerke die beruflichen Zukunftsperspektiven auf. Doch schon jetzt sind Maen Aljodeh und Elias Bakhsar sehr zufrieden: Dank der Initiative des Unternehmens Dallmann sind sie rundum in ihrer neuen Heimat angekommen.

(Redaktion)


 


 

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