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Cebit-Besuch von Rousseff und Merkel

Deutschland und Brasilien wollen ihren Handel ausweiten

Bundeskanzlerin Angela Merkel und die brasilianische Präsidentin Dilma Rousseff haben sich nach ihrem Rundgang über die Computermesse Cebit zum Ausbau der beiderseitigen Wirtschaftsbeziehungen bekannt.

Zwischen Deutschland und Brasilien gebe es bei Exporten und Importen einen ausgeglichenen und mit den Jahren gewachsenen Handel, betonte Merkel am Montag in Hannover. "Wir glauben aber, dass wir noch mehr Potenzial haben", sagte sie. Deutschland werde sich etwa am Aufbau von Infrastruktur und Sicherheitsmaßnahmen in Brasilien beteiligen.

Präsidentin Rousseff sagte, deutsche Unternehmen hätten zu einer bestimmten Zeit Brasilien bei der industriellen Entwicklung geholfen. Heute gehe es aber um eine Ausweitung der Beziehung beider Länder "zu einer Partnerschaft, die Innovation, Technologie und Forschung umfasst", sagte sie laut Simultanübersetzung. Auch heute seien noch mehr als 1.600 Deutsche Unternehmen in Brasilien tätig. 2013 gebe es dort ein Deutschland-Jahr. Es solle die kommerziellen Beziehungen, den Handelsfluss in beide Richtungen unterstützen.

Allerdings äußerte sich Rousseff besorgt über Abwertungen des Dollars und des Euros gegenüber dem brasilianischen Real. Sie habe der Bundeskanzlerin die Sorge Brasiliens ausgedrückt über die Währungsexpansion, die es signifikanter in den USA aber auch in der EU gäbe. "Die EU entwertet ihre Währung und wir sind der Auffassung, dass dies für den internationalen Handel Brasiliens hinderlich ist", sagte die Präsidentin.

Die jetzige schwierige Zeit für die internationale Wirtschaft könne man nur durch Zusammenarbeit überwinden, sagte Rousseff weiter. Nicht nur die entwickelten Länder auch die Schwellenländer litten an sinkenden Wachstumsraten. Die brasilianische Regierung werde das Wachstum mit offiziellen Programmen stärker anregen. Bei dieser Investitionsexpansion werde man gern deutsche Unternehmen beteiligt sehen, etwa in Bereich der Infrastruktur oder bei Großevents wie der Fußball-WM und den olympischen Spielen.

Merkel hat Verständnis für Sorgen über Euro-Abwertung

Merkel äußerte Verständnis für die Sorge, "dass die Vergrößerung der Geldmenge natürlich dazu führt, dass die brasilianische Währung aufwertet und damit die Exportmöglichkeiten Brasiliens schlechter werden und die Importe von Außen höher werden". Die Vergrößerung der Geldmenge sei aber "eine temporäre Maßnahme, die dazu dient die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Länder zu verbessern". Zudem werde Deutschland alles tun, um den Protektionismus weltweit möglichst klein zu halten.

Merkel sprach sich zudem für eine Aufstockung der Quoten der Schwellenländer am Internationalen Währungsfonds aus. Darüber werde man beim G-20-Gipfel im Frühjahr in Mexiko sprechen, sagte sie. Deutschland habe die Bereitschaft zur Erhöhung der Kreditlinien bereits erklärt. "Tendenziell hat der IWF eine Reform durchgemacht, bei der die Bedeutung der Schwellenländer gestiegen ist. Das alles vollzieht sich in großer Harmonie und großer Gemeinsamkeit", sagte die Kanzlerin.

(dapd )


 


 

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