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Bremen

Bremen-Tourismus wächst weiter

Ein weiterer Rekord für den Bremen-Tourismus: Zum siebten Mal in Folge stiegen die jährlichen Ankünfte und Übernachtungen in der Hansestadt. Wirtschaftssenator Martin Günthner konnte die positiven Zahlen auf der Jahrespressekonferenz der Bremer-Touristik-Zentrale am Montag (29. Februar 2016) verkünden. Im Gesamtjahr 2015 verzeichnete das Statistische Landesamt Bremen in den gewerblichen Übernachtungsbetrieben der Stadt 1.062.440 Ankünfte und 1.993.683 Übernachtungen. Das ist ein Plus von 4,7 bzw. 4,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Im Bundesland Bremen waren es 1.257.804 Ankünfte (plus 4,5 Prozent und 2.374.748 Übernachtungen (plus 3,8 Prozent).

Wichtiger Wirtschaftsfaktor

 Senator Günthner betonte die große Bedeutung des Tourismus für die Wirtschaft im Lande Bremen. „Mehr als 33.000 Menschen bestreiten im Bundesland ihren Lebensunterhalt durch dieses Geschäftsfeld. Allein im Gastgewerbe des Bundeslandes Bremen arbeiten inzwischen 17.100 Erwerbstätige. Das ist ein Plus von 25 Prozent in den letzten elf Jahren. Das konstante Wachstum der Branche und die steigenden Gästezahlen zeigen, dass wir uns auf dem richtigen Weg befinden. Investitionen wie in den neuen Anlegeplatz für die Alexander von Humboldt an der Schlachte, in die Modernisierung der Wissenswelten, den Denkort Bunker Valentin, den Radtourismus und das weltweite Marketing zahlen sich aus.  Aber auch die vielen privaten Investitionen in Hotellerie und Gastronomie zeigen, dass Bremen ein hochattraktiver Standort ist.“

Etwa zwei Drittel aller Übernachtungen werden laut Selbsteinschätzung der  Hotels von Geschäftsreisenden gebucht. Damit sind große Kongresse und Messen sowie große Unternehmenszentralen in Bremen auch ein Motor für die Tourismusbranche. „Gute Handelskontakte von Bremer Firmen, wissenschaftliche Netzwerke sowie eine lebendige Kongress-Branche sind extrem wichtig für die Stadt“, betonte Günthner.

Das Wirtschaftsressort arbeitet derzeit an einem neuen Tourismusprogramm für 2020/2025. Die Veröffentlichung ist für Ende des Jahres geplant.

 Woher kamen die Gäste?

Detaillierte Informationen über Herkunft und Aufenthaltsdauer der Touristen und Geschäftsreisenden gab Dr. Andreas Cors, Abteilungsleiter  Wirtschaft beim Statistischen Landesamt Bremen. „Die Touristen und Geschäftsreisenden in den Hotels, Hostels und Herbergen blieben im Schnitt 1,9 Nächte. Und von den insgesamt fast zwei Millionen Übernachtungen in der Stadt Bremen wurden etwa 77 Prozent durch deutsche Gäste gebucht“, konnte er berichten.  Die ersten drei Plätze der ausländischen Quellmärkte wurden wie im Vorjahr von den Niederlanden, Großbritannien und Frankreich belegt. Allerdings lag das deutsche Nachbarland diesmal vor den Gästen von der Insel. Mit 46.751 Übernachtungen aus den Niederlanden (ein Plus von 14,1 Prozent im Vergleich zu 2014) zählte das Statistische Landesamt genau 543 Übernachtungen mehr als aus Großbritannien (46.208, plus 4,9 Prozent). Aus Frankreich wurden 27.294 (plus 1,6 Prozent) Übernachtungen verzeichnet. Das waren nur 49 Übernachtungen mehr als aus Spanien (27.245, plus 3,9 Prozent), das damit Platz vier der Auslandsmärkte einnahm. Einen großen Anstieg verzeichneten die gewerblichen Beherbergungsbetriebe bei den Übernachtungen aus China. Mit einem Plus von 21,8 Prozent und 12.128 Übernachtungen rückten die Chinesen von Platz 15 auf Platz 12 der ausländischen Märkte vor.

 Bewegung in der Hotellandschaft

 Die Vorsitzende des Verkehrsvereins der Freien Hansestadt Bremen e.V., Ursula Carl, berichtete anschließend über die Lage der Hotels. Im Dezember 2015 zählte das Statistische Landesamt 84 Häuser (alle mit mehr als zehn Betten) und insgesamt 10.489 Betten. Das sind fast 40 Prozent mehr als noch vor zehn Jahren. 2005 waren es in der Stadt Bremen 75 Hotels mit 7.494 Betten. Die Bettenauslastung ist in dieser Zeit sogar von 40,8 Prozent (2005) auf 45 Prozent gestiegen. „Das zeigt wieder einmal: Mehr bringt mehr“, erklärte Carl. „Jedes Haus betreibt sein eigenes Marketing und wirbt damit für Bremen. Haben wir mehr Hotels, kommen auch mehr Gäste und davon profitieren alle.“ Insgesamt könne Bremen durchaus noch neue Hotels vertragen, diese allerdings am ehesten in Nischenbereichen wie Gruppenhotels oder Herbergen für Radtouristen.

 Auffällig war jedoch, dass in der Statistik 2015 trotz neuer Hotels wie dem elements pure oder dem 5 Seasons insgesamt fast 100 Betten und neun Häuser weniger verzeichnet waren als im Dezember 2014. Ursula Carl begründete dies damit, dass verschiedene Hotels, wie zum Beispiel die Horner Eiche, die Deutsche Eiche oder das Zollhaus ihren Betrieb eingestellt haben, um stattdessen Unterkünfte für Flüchtlinge anzubieten. „Das wirkt sich auch auf die Tourismus-Statistik aus“, so Carl.

Weltweites Marketing und viele überregional wirksame Veranstaltungen 

Peter Siemering, Geschäftsführer der Bremer Touristik-Zentrale (BTZ), zeigte sich von der langfristigen Entwicklung des Bremen-Tourismus positiv bestätigt. „Die Marketing-Strategie geht auf und wir können stetig mehr Gäste von den Qualitäten der Hansestadt überzeugen.“ Dazu gehören etwa ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis, kurze Wege, ein internationaler Flughafen nah der Innenstadt, ein Messezentrum direkt neben dem Bahnhof und tolle Locations für Veranstaltungen von 50 bis 15.000 Menschen. Deshalb ist die Stadt unter anderem auch ein hochfrequentiertes Geschäftsreiseziel. Aber auch überregional wirksame Veranstaltungen ziehen viele Reisenden an. Besonders über den Sommer sorgen sie dafür, dass es in der Übernachtungsstatistik kein Sommerloch mehr gibt, wie es noch vor einigen Jahren der Fall war.

Dass die Kunden mit Bremen als Reiseziel zufrieden sind, zeigt auch eine aktuelle Gästebefragung der Bremer Touristik-Zentrale in Zusammenarbeit mit der Hochschule Bremen: Insgesamt bewerteten achtzig Prozent der Befragten das Ambiente Bremens mit den Noten „sehr gut“ und „gut“. 87 Prozent sogar waren mit ihrem Aufenthalt in der Hansestadt sehr zufrieden bzw. zufrieden. 

„Seit dem Jahr 2000 befragen wir etwa alle drei Jahre knapp 1.000 Gäste in der Stadt und gewinnen daraus wichtige Erkenntnisse“, erklärt Siemering. So wissen wir jetzt zum Beispiel, dass unsere Gäste jünger werden. Hatte das Durchschnittsalter der Befragten im Jahr 2000 noch bei 46 Jahren gelegen, war es 2015 bei 42 Jahre. Die Besucher reisen zumeist mit Lebenspartner (32 Prozent) oder Freunden (27 Prozent). Allerdings hat sich die Art der Anreise über die Jahre geändert.

 Platz eins der beliebtesten Verkehrsmittel war im Jahr 2000 mit 57 Prozent das Auto gewesen. Dieses rutschte 2015 erstmals auf Platz zwei, mit 37 Prozent. Stattdessen kommen nun mehr Gäste per Bahn (39 Prozent) und Bus (gestiegen von 6,4 Prozent auf zehn Prozent). Die Bremen-Reisenden machen sehr häufig eine Stadtbesichtigung (65 Prozent), gehen gerne essen (48 Prozent) und shoppen (40 Prozent). „Auffällig ist auch“, so Siemering, „dass wir immer mehr Stammgäste bekommen. So war jeweils ein Drittel der Befragten zum ersten Mal in Bremen, ein Drittel bereits zwei bis fünf Mal und ein Drittel schon mehr als fünf Mal in Bremen.

 Um potentielle Besucher auf Bremen aufmerksam zu machen, schaltete die BTZ im vergangenen Jahr weltweit mehr als einhundert Anzeigen, platzierte die Angebote der Stadt in den Katalogen großer Reiseveranstalter, besuchte 34 internationale Messen und betreute über einhundert Journalisten und Blogger auf ihrer Reise durch die Stadt. 53.000 Anrufe wurden im BTZ-Service-Center entgegengenommen und 20.000 E-Mail-Anfragen beantwortet. Die Internetseite der BTZ – www.bremen-tourismus.de – verzeichnet jährlich etwa 6,2 Millionen Seitenzugriffe. Hinzu kommen ein eigener Youtube-Kanal, eine Facebook- und Twitter-Präsenz, google+, Pinterest und seit 2014 ein eigener Blog. Vor Ort führten die freiberuflichen Gästeführer der BTZ 157.000 Menschen durch die Stadt und in den Tourist-Informationen wurden 257.000 Kunden beraten.

 Ausblick für 2016 weiter positiv

Auch für das laufende Jahr stehen wieder viele touristisch relevante Veranstaltungen auf dem Kalender. Dazu gehören beispielsweise Sonderausstellungen wie „Kirkeby“ in den Museen Böttcherstraße, „Max Liebermann – Reiten, Tennis, Polo“ in der Kunsthalle oder die neue Dauerausstellung „Amerika“ im Übersee-Museum. Die Alexander von Humboldt zieht um an den Martinianleger, der neue Denkort Bunker Valentin berührt Besucher nachhaltig und große Kongresse bringen Besucher in die Stadt. Im Mai treffen sich Autofans zum Borgward World Meeting, im September kommen mehr als eintausend Teilnehmer zum Deutschen Straßen- und Verkehrskongress und im Dezember tagt der Bundesverband Lohnunternehmer mit etwa 6.000 Teilnehmern in Bremen.

„Aus Reiseanalysen, Marktforschung und Trendbeobachtung können wir ableiten, dass auch 2016 ein gutes Jahr für den Deutschland-Tourismus und für Kurzreisen werden kann. Auf der ITB, der größten Tourismusmesse der Welt in Berlin, werden wir zusammen mit Bremerhaven unsere Angebote präsentieren, um weiter touristisches Wachstum für das Zwei-Städte-Land zu generieren“, berichtet Peter Siemering.

Besonders wichtig ist uns dabei die gute Zusammenarbeit aller Bremer Beteiligten, seien es die Kollegen von der Wirtschaftsförderung, die Partner vom Airport Bremen, die Unterstützer aus der Verwaltung und natürlich die 500 Mitglieder des Verkehrsvereins Bremen.“

(Redaktion)


 


 

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