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Bremen

Eine Stimme für die Wirtschaft im Land Bremen: Am 1. Januar startete die gemeinsame Handelskammer für Bremen und Bremerhaven / Mehr Service und niedrigere Beiträge

Seit dem 1. Januar 2016 gehören die Handelskammer Bremen und die Industrie- und Handelskammer Bremerhaven zusammen. Die neue „Handelskammer Bremen – IHK für Bremen und Bremerhaven“ wird künftig in den beiden Städten 52.000 Mitgliedsunternehmen (davon 16.000 Handelsregister-Unternehmen) vertreten. Damit erhält die gewerbliche Wirtschaft im Land Bremen erstmals eine gemeinsame Interessenvertretung. Die Unternehmen bekommen mehr Service bei zugleich günstigeren Konditionen.

Bei der Vorstellung der neuen Handelskammer für Bremen und Bremerhaven vor der Landespressekonferenz Ende des vergangenen Jahres sagten Handelskammer-Präses Christoph Weiss und IHK-Präsident Hans-Christoph Seewald heute: „Die Zeit war reif für eine gemeinsame Handelskammer, die die übergreifenden Herausforderungen für die Wirtschaft in Bremen und Bremerhaven aufnimmt. Viele politische Themen bewegen die Unternehmen in beiden Städten gleichermaßen. Ab 2016 gibt es eine wirtschaftspolitische Kraft, die sich für die positive Entwicklung der Wirtschaft in beiden Städten – in Bremen und Bremerhaven – stark macht.“

 Mehr Dienstleistung an beiden Standorten

Insgesamt wird mit der Neustrukturierung der gemeinsamen Handelskammer das Beratungsangebot an beiden Standorten ausgebaut und die wirtschaftspolitische Interessenvertretung weiter gestärkt, wie Dr. Matthias Fonger, Hauptgeschäftsführer der Handelskammer Bremen und kommissarischer Hauptgeschäftsführer der IHK Bremerhaven, darstellte. Dies werde auch durch die Neustrukturierung zweier Themenfelder deutlich: ein eigenständiger Geschäftsbereich für die Themen Recht und Steuern sowie ein Bereich für Einzelhandel, Existenzgründung und Unternehmensförderung. „Die fachliche Beratung wird an beiden Standorten durch eine weitergehende personelle Spezialisierung gestärkt“, sagte Dr. Fonger. Die Handelskammer könne sich auf diese Weise künftig auch besonderen Projekten wie aktuell zum Beispiel der „Initiative Flüchtlinge in Ausbildung“ stärker widmen.

Dr. Matthias Fonger: „Neben den Servicefunktionen wurden eine Vielzahl von Doppelstrukturen aufgelöst und Arbeitsabläufe vereinheitlicht. Im Ergebnis hat die neue Handelskammer bereits 2016 rund sieben Prozent weniger Personal als die beiden bisherigen Kammern zusammen. Dies wurde durch einen sozialverträglichen Abbau durch Zusammenlegung von Back-Office-Bereichen in der internen Verwaltung erreicht und wird dem generellen Ziel dienen, das bei den Vorbereitungen des Zusammenschlusses von Anfang an gesetzt war: niedrigere Beiträge für die mittelständische Wirtschaft im Land Bremen.“

 Neuer Unternehmensservice Bremerhaven

Kernstück der erweiterten Dienstleistungen in Bremerhaven wird ein Unternehmensservice sein, wie er in Bremen bereits angeboten wird. In dieser zentralen Anlaufstelle wird allen Unternehmen in vielen Wirtschafts-, Förderungs- und Verwaltungsfragen unbürokratisch weitergeholfen. Die Beratung umfasst unter anderem die Themen Existenzgründung, Güterkraftverkehr und Personenverkehr, Import- und Exportberatung, Zoll - und Außenwirtschaftsrecht sowie außenwirtschaftliche Bescheinigungen. Die BIS Bremerhavener Gesellschaft für Investitionsförderung und Stadtentwicklung sowie die RKW Bremen GmbH beteiligen sich an diesem Servicebüro.

„Bremen darf nicht weiter hinter Bundestrend zurückfallen“ 

Mit Blick auf das Jahr 2016 betonten Handelskammer-Präses Weiss und IHK-Präsident Seewald: „Bremen muss in allen Bereichen stärkere Anstrengungen unternehmen, um national und international wettbewerbsfähig zu bleiben. Gerade erst haben wir in unserem neuen Handelskammer-Standort-Index gezeigt, dass Bremen sich aktuell nicht im Gleichschritt mit dem Bund entwickelt, sondern hinter den Bundestrend zurückfällt.“

Die Handelskammer Bremen werde sich für eine positive wirtschaftliche Entwicklung Bremens einsetzen. Dazu gehöre, die maritime Wirtschaft und Logistik auszubauen und Bremen als Industriestandort sowie als Einzelhandels-Oberzentrum in der Region zu stärken. Die Kammer wird ihre Projekte zur Integration von Flüchtlingen in Arbeitsmarkt und Ausbildung weiterführen und sich insbesondere für die Förderung von Innovation einsetzen.

 Wichtig ist nach Ansicht der Kammern, dass Bremen sein Leitbild der „wachsenden Stadt“ umsetzt. Die Landespolitik müsse eine „Willkommenskultur“ für Unternehmen“ schaffen – mehr Anreize dafür, dass sich Unternehmen in dem Bundesland ansiedeln und Arbeitsplätze schaffen. Unabdingbar seien eine Strukturreform der Verwaltung sowie weitere Anstrengungen zur Konsolidierung der öffentlichen Haushalte. Auch wenn die kürzlich erzielte Einigung der Bundesländer zum Länderfinanzausgleich grundsätzlich positiv sei, dürfe sich Bremen nicht verleiten lassen, von dem konsequenten Sparkurs abzurücken.

 Wahl des neuen Präsidiums im Januar

Ein wichtiger Schritt für das Zusammengehen beider Kammern waren 2015 die formell noch getrennten Wahlen in Bremen und Bremerhaven für das erste gemeinsame Plenum der „Handelskammer Bremen – IHK für Bremen und Bremerhaven“. Am 18. Januar 2016 tritt das neue Plenum zu seiner konstituierenden Sitzung zusammen. Dann werden der erste Präses der gemeinsamen Kammer, ein neues Präsidium und die Ausschussmitglieder gewählt.

Außerdem wurden die elf Ausschüsse neu geordnet, denen nun Mitglieder aus Bremen und Bremerhaven angehören. Daneben wurde auch die hauptamtliche Organisationsstruktur verändert: Die Handelskammer hat nun acht Geschäftsbereiche und jeweils ein Unternehmensservice-Büro in Bremen und Bremerhaven. Zukünftig werden die Bereiche Umwelt, Energie und Tourismus für das ganze Bundesland von Bremerhaven aus gesteuert. Die verbleibenden Themenbereiche werden von Bremen aus – wiederum für das gesamte Bundesland – betreut.

 Fakten zur neuen Handelskammer im Überblick

  • Zwei Standorte: Bremen und Bremerhaven
  • Mehr als 52.000 Mitgliedsunternehmen, davon 16.000 Handelsregister -Unternehmen, 34.000 Kleingewerbetreibende, mehr als 2.000 Betriebsstätten
  • 52 direkt gewählte Plenarmitglieder
  • 11 Fachausschüsse
  • Rund 10.000 laufende Ausbildungsverträge, die an den Standorten Bremen und Bremerhaven betreut werden.
  • Mehr als 4.000 ehrenamtlich engagierte Personen in Gremien, Ausschüssen, Arbeitskreisen sowie als Prüfer und Sachverständige
  • 106 hauptamtliche Mitarbeiter

(Redaktion)


 


 

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