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Bremen

Empfehlungen für die bremische Innovationspolitik

Handelskammer stellt Studie des Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung vor

Bei den Rahmenbedingungen für Innovation hat Bremen in den vergangenen Jahren erhebliche Fortschritte gemacht. Zugleich muss das Bundesland seine strategischen Ziele für die Innovationspolitik noch konkreter fassen. Das hat eine Studie des Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung (RWI) ergeben. Die Handelskammer Bremen hatte das Institut damit beauftragt, das Innovationsgeschehen in Bremen zu untersuchen.

Christoph Weiss, Präses der Handelskammer Bremen, sagte: „Die Rahmenbedingungen haben sich stark verbessert. Dies zeigt, dass Innovation in Bremen als wichtiges Thema begriffen wird. Allerdings sehen wir auch, dass die Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten im Vergleich zu anderen deutschen Innovationsregionen noch zu gering sind. Bremen braucht jetzt eine umfassende Strategie, um Innovationen gezielt zu fördern.“ Die Handelskammer, so Präses Weiss, wird daher in den nächsten Monaten mit Politik, Unternehmen und Organisationen in Dialog treten. Gemeinsam mit führenden Experten werde die Kammer Maßnahmen für eine Neuausrichtung und Verbesserung der Innovationspolitik und der Innovationsdynamik erarbeiten.

Präses Weiss betonte: „Innovationspolitik ist auch Wachstumspolitik.“ Mehr Innovation könne in Bremen dafür sorgen, dass Unternehmen im technologischen Wettbewerb stärker werden und sich am Standort neue, forschungsintensive Unternehmen ansiedeln. Innovation trage dazu bei, junge Akademiker in der Region zu halten. „Gezielte Innovationsförderung ist ein wichtiger Baustein für eine in Bremen dringend notwendige wirtschaftsnahe und wachstumsorientierte Politik“, sagte er.

Prof. Dr. Wim Kösters, Mitglied des Vorstands des RWI, erklärte: „Innovationspolitik kann und soll die Investitionsentscheidungen und -aktivitäten von Unternehmen nicht ersetzen. Aber sie spielt in modernen Volkswirtschaften eine wichtige Rolle, indem sie geeignete Rahmenbedingungen für das Innovationsgeschehen schafft.“ Bremen hat aus Sicht des Forschers ganz besondere Potenziale, weil das Land in seinen Innovationsschwerpunkten eine positive Entwicklung verzeichnet und die Wissenschafts- und Hochschulinfrastruktur gezielt weiter entwickelt wurde. Es gebe gute Ansatzpunkte, um die Innovationspolitik neu auszurichten. Zwar seien die finanziellen Spielräume im Land Bremen begrenzt. Aber Impulse ließen sich durch eine Weiterentwicklung der Innovationsstrategie, eine effizientere Förderungslandschaft und eine besser gebündelte Netzwerkstruktur erzielen.

Handlungsempfehlungen für die Innovationspolitik

Die RWI-Studie empfiehlt, Ansatzpunkte aus dem „Innovationsprogramm 2020“ des Bundeslandes Bremen strategisch weiter zu entwickeln:

  • Entlang der regionalen Forschungscluster sollten weitere Schwerpunktfelder konkretisiert und innovative Unternehmen aus diesen Bereichen gezielt angesiedelt werden.
  • Ebenso muss der institutionelle Rahmen verbessert werden. Die Studie empfiehlt, dass alle Aktivitäten zur Innovationspolitik unter einem Dach koordiniert werden. Denkbar wäre zum Beispiel, die Kompetenzen eines bestehenden Senatsressorts zu einem „Innovationsressort“ zu erweitern und einen Beirat einzusetzen, der die Neuausrichtung der politischen Innovationsstrategie begleitet.
  • Förderprogramme sollten gestrafft werden. Bremen muss außerdem noch mehr Aktivitäten entfalten, um sich überregional als moderner Innovationsstandort ins Gespräch zu bringen.
  • Der Transfer zwischen Wissenschaft und Wirtschaft sollte gezielt gestärkt werden, zum Beispiel durch mehr personellen Austausch zwischen Hochschulen und Unternehmen sowie die Verbesserung der Rahmenbedingungen für Existenzgründungen aus den Hochschulen.
  • Vorgeschlagen wird, einen Innovationsgutschein für mittelständische Unternehmen nach dem Beispiel Baden-Württembergs einzuführen.
  • Das regionale Innovationsgeschehen kann durch mehr clusterübergreifende Zusammenarbeit (cross-clustering) und die gezielte Unterstützung bei der Bewerbung um Förderprogramme des Bundes und der Europäischen Union belebt werden.
  • Die Wissenschaftsplanung sollte stärker auf die Innovationserfordernisse der Wirtschaft ausgerichtet werden. Dazu gehört eine Verbesserung der Rahmenbedingungen, unter anderem eine bessere schulische Bildung sowie eine nachhaltige Finanzierung der erforderlichen innovationspolitischen Maßnahmen.
  • Die überregionalen Kooperationen innerhalb der Metropolregion Nordwest müssen ausgebaut, die Netzwerklandschaft stärker fokussiert und die Beratungsangebote effektiver gestaltet werden.

(Redaktion)


 


 

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