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Bremen

Gute Geschäftschancen in Südostasien

Wirtschaftsdelegation der Handels-kammern im Nordwesten reiste nach Vietnam

Eine nordwestdeutsche Wirtschaftsdelegation ist unter der Leitung der Handelskammer Bremen – IHK für Bremen und Bremerhaven sowie des Bremer Senators für Wirtschaft, Arbeit und Häfen vom 19. bis 26. November nach Vietnam gefahren. Sie zog nun ein positives Fazit ihrer Markterkundungsreise: Für Unternehmen aus dem Nordwesten biete das südostasiatische Land gute Chancen zur Zusammenarbeit. 34 Teilnehmer haben in der Hauptstadt Hanoi, beim naheliegenden Tiefseehafen in Haiphong, in Hué und im wirtschaftlichen Zentrum des Landes, Ho-Chi-Minh-Stadt, Gespräche geführt. Die Handelskammer Bremen sowie die Industrie- und Handelskammern (IHK) Stade und Oldenburg haben die Delegationsreise organisiert.

Harald Emigholz, Präses der Handelskammer Bremen - IHK für Bremen und Bremerhaven, sagte heute bei der Vorstellung der Ergebnisse: "Mit der Reise nach Vietnam haben wir einen aufstrebenden Markt kennengelernt, dessen Wirtschaftswachstum deutlich über dem weltweiten Durchschnitt liegt. Für die Unternehmen im Land Bremen und der gesamten Metropolregion Nordwest bieten sich ausgezeichnete geschäftliche Anknüpfungspunkte. Beeindruckt haben uns Firmen, die mit selbst gesetzten Standards in der Produktion nach deutschem Vorbild nachhaltig zur Verbesserung von Arbeitsbedingungen, sozialen Standards und Umweltschutz beitragen. Auch Ausbildung ist ein wichtiges Thema. Um insbesondere benachteiligten Jugendlichen eine berufliche Zukunft zu eröffnen, engagieren sich erste Initiativen vorbildlich für die duale Ausbildung nach deutschem Lehrplan. Diese wollen wir in Zukunft gerne unterstützen."

Martin Günthner, Senator für Wirtschaft, Arbeit und Häfen, betonte: "Bei allen Terminen hier in Vietnam merkt man die Dynamik der Entwicklung und den Hunger der Menschen, etwas zu erreichen. Exemplarisch haben wir in dem Termin mit dem Parteivorsitzenden der Provinz Hue erklärt bekommen, welche ambitionierten Pläne für die Entwicklung von Industriezonen, neuen Häfen oder den Tourismus bestehen. Zentrale Faktoren für die zukünftige Entwicklung des Landes sind der weitere Aufbau der Infrastruktur, der Logistik und des Bildungs- und Ausbildungswesens. Hier und auch im Bereich der erneuerbaren Energien – ein entsprechendes Gesetz wird aktuell diskutiert - bieten sich vielfältige Ansatzpunkte, unsere Kompetenzen einzubringen und Kooperations- und Geschäftsmöglichkeiten zu erschließen, aber auch Nachhaltigkeitsaspekte sinnvoll einzubringen, so wie wir es optimal umgesetzt bei der Firma Padmac gesehen haben."

Etwa zwanzig Bremer Firmen betreiben eigene Niederlassungen, Tochtergesellschaften oder Produktionsstätten in Vietnam. Handelskammer-Hauptgeschäftsführer Dr. Matthias Fonger erläuterte: "Vietnam bietet norddeutschen Unternehmen gute Geschäftsmöglichkeiten, nicht nur als Absatz- und Beschaffungsmarkt, sondern auch als Logistikstandort. Die Besuche in Hanoi, Haiphong, Hué und Ho-Chi-Minh-Stadt haben uns darin bestätigt. Wir erwarten erhöhten Bedarf an Maschinen, Fahrzeugen und Ausrüstungsgegenständen sowie Produkten der chemischen Industrie und landwirtschaftlichen Maschinen. Know-how aus der Nordwestregion ist auch im Gesundheitswesen, im Infrastrukturbau – also bei den Häfen- und Logistikzentren – und in Umwelttechnologien wie etwa der Wasseraufbereitung gefragt. Die deutsche Auslandshandelskammer in Vietnam unterstützt Unternehmen aus dem Nordwesten mit verschiedenen Dienstleistungen, um in diesem Wachstumsmarkt Fuß zu fassen."

Aus den Kammerbezirken Bremen, Oldenburg und Stade sind etwa 120 Unternehmen im Im- und Exportgeschäft mit dem Vietnam aktiv. Thomas Windgassen, Präsident der IHK Stade für den Elbe-Weser-Raum erklärte: "Ich freue mich, dass drei Kammern der Metropolregion im Nordwesten wieder eine gemeinsame Markterkundungsreise durchgeführt haben. Diese Reisen sind ein gutes Beispiel für die norddeutsche Zusammenarbeit bei der Außenwirtschaftsförderung."

Vorgestellt wurde auch ein Unternehmen, das in Vietnam nachhaltig zur Verbesserung von Arbeitsbedingungen, sozialen Standards und Umweltschutz beiträgt. Die Bremer Firma OSPIG GmbH & Co. KG fertigt im Auftrag verschiedener Marken Textilien und beschäftigt südöstlich von Hanoi etwa 1.200 Mitarbeiter. Das Ende 2015 eröffnete Werk erfüllt die höchsten Umweltstandards in der vietnamesischen Textilbranche und bietet sozial- und arbeitsrechtliche Standards weit über dem branchenüblichen Niveau.

In Ho Chi-Minh-Stadt überzeugten sich die Delegationsteilnehmer von der Qualität eines Ausbildungszentrums, das jungen Menschen qualifizierte Berufschancen im Gastgewerbe eröffnet. Dieses Projekt der Deutschen Außenhandelskammer ermöglicht eine duale Berufsausbildung nach deutschem Vorbild.

Bremer Handel mit Vietnam
Das bremische Gesamthandelsvolumen betrug 2015 fast 260 Millionen Euro. Über Bremen wurden Waren im Wert von mehr als 23,4 Millionen Euro nach Vietnam exportiert, vorwiegend Maschinen, Fahrzeuge und Ausrüstungsgegenstände. Die Importe betrugen im letzten Jahr etwa 234 Millionen Euro. Die wichtigsten vietnamesischen Exportprodukte nach Bremen waren Schuhe, Bekleidung und Textilien, Nahrungsmittel und landwirtschaftliche Erzeugnisse wie Kaffee und Pfeffer sowie Fisch und Meeresfrüchte, mittlerweile aber auch Elektronikartikel und Möbel. Vietnam will sich bis 2020 zum Industrieland entwickeln. Die Wirtschaft des südostasiatischen Landes hat sich in den letzten Jahrzehnten sehr dynamisch entwickelt und wuchs mit mittleren einstelligen Raten.

Wirtschaftsdelegation aus dem Nordwesten
Die Teilnehmer der Markterkundungsreise nach Vietnam kamen aus verschiedenen Wirtschaftsbranchen, darunter Logistik, Hafenwirtschaft und Schifffahrt; Anlagenbau, Elektronik und IT; Handel, Baugewerbe und Infrastruktur; Erneuerbare Energien und Dienstleistungsgewerbe; Gesundheits- und Lebensmittelwirtschaft sowie Politik, Verwaltung und Wirtschaftsförderung; Kammern und Verbände. Seit 2007 bieten die Handelskammer Bremen sowie die Industrie- und Handelskammern (IHK), Oldenburg und Stade gemeinsame Delegationsreisen an. Sie sollen dazu beitragen, Kontakte in aufstrebenden Märkten im Ausland zu pflegen und aufzubauen.

(Redaktion)


 


 

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