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Bremen

Handelskammer-Konjunkturreport für Bremen und Bremerhaven zum Frühjahr 2016: Beschäftigung nimmt zu, Investitionen gehen zurück

In den nächsten Monaten wird die Wirtschaftsleistung im Land Bremen weiterhin moderat wachsen. Das berichtet die Handelskammer Bremen – IHK für Bremen und Bremerhaven in ihrem Konjunkturreport zum Frühjahr 2016. Dafür hat sie 333 Betriebe aus Produzierendem Gewerbe, Handel und Dienstleistungen in den Städten Bremen und Bremerhaven befragt. Im Vergleich zum vorangegangenen Quartal bleibt der Geschäftsklimaindex der bremischen Wirtschaft mit 112 Punkten unverändert.

Dr. Andreas Otto, Syndicus und Leiter des Geschäftsbereichs Standortpolitik, Häfen, Verkehr der Handelskammer Bremen, erklärte: „Die niedrigen Öl- und Rohstoffpreise, das niedrige Zinsniveau sowie die weiter steigende Kaufkraft der privaten Haushalte stärken die Konjunktur in Bremen. Außerdem zeichnet sich ab, dass sich die Weltwirtschaft wieder etwas stabilisiert. Das könnte sich in den nächsten Monaten positiv auf den für Bremen wichtigen Export von Industriegütern auswirken. Aufgrund weiterhin bestehender Risiken, wie die generell angespannte Lage auf den Finanzmärkten und der mögliche Austritt Großbritanniens aus der EU, dürfen die Erwartungen an das Auslandsgeschäft jedoch nicht zu groß sein.“

Das Geschäftsklima in der Stadt Bremen hat sich nach der aktuellen Umfrage nicht weiter verschlechtert, sondern liegt mit 112 Punkten im langjährigen Vergleich auf einem durchschnittlichen Niveau. In Bremerhaven bleibt es mit 111 Punkten zum vierten Mal in Folge nahezu unverändert.

„Da sich die Geschäftserwartungen verbessern, deutet sich in den Personalplanungen der Unternehmen auch wieder ein zaghafter Anstieg der Arbeitskräftenachfrage an“, erläuterte Dr. Otto. „Allerdings gehen die Ausgaben für Investitionen zurück. Umso wichtiger ist es, dass die Bremer Politik ansässigen und ansiedlungswilligen Unternehmen ganz deutlich signalisiert, dass ihre Anstrengungen in Innovation und Investition ausdrücklich gewünscht sind und unterstützt werden.“ Insgesamt müsse mehr für wirtschaftliches Wachstum, Infrastrukturausbau und die Entwicklung zusätzlicher Gewerbeflächen getan werden.

 Stadt Bremen – Die Trends der einzelnen Branchen

 Die Industrie meldet ein freundliches Geschäftsklima. Der Konjunkturindex der Branche liegt mit 121 Punkten über dem zehnjährigen Mittelwert von 120 Punkten. Mehr als die Hälfte der Betriebe (51 Prozent) bewertet ihre derzeitige Geschäftslage positiv. Allerdings ist der Auftragsbestand insgesamt rückläufig. Nur neun Prozent der Unternehmen signalisieren einen Stellenzuwachs, knapp jedes vierte kündigt Kürzungen an.

 Die Unternehmen im Baugewerbe verzeichnen eine freundliche Geschäftslage und erwarten eine weitere Verbesserung in den kommenden Monaten. Die Auftragseingänge sind im Frühjahr deutlich gestiegen, und die Unternehmen sind für einen zunehmend längeren Zeitraum ausgelastet. Die Grundstücks- und Wohnungswirtschaft bewertet ihre gegenwärtige Lage wie auch ihre Geschäftsaussichten fast ausnahmslos als positiv.

Der Einzelhandel ist leicht im Aufwind. Anders als im vorangegangenen Quartal wird die Geschäftslage im Schnitt wieder als befriedigend beurteilt. Die zunehmende Kaufkraft der privaten Haushalte dürfte zur weiteren Stabilisierung des Geschäftsklimas beitragen. Der Mangel an qualifizierten Fachkräften wird von 60 Prozent der Befragten als mit Abstand größtes Geschäftsrisiko genannt.

Der stadtbremische Groß- und Außenhandel weist aktuell im Durchschnitt nur eine befriedigende Geschäftslage aus. Auch der Ausblick bleibt nach wie vor eingetrübt. Insgesamt verharrt das Geschäftsklima mit 87 Punkten auf niedrigem Niveau, deutlich unter dem langjährigen Mittel von 106 Punkten.

 Die Betriebe der Verkehrs- und Logistikwirtschaft melden in der Mehrzahl eine befriedigende bis gute Geschäftslage. Auch die Prognosen sind in der Summe positiv. Die Investitionsbereitschaft nimmt leicht zu.

 Im Hotel- und Gastgewerbe ist die Lage uneinheitlich. Während die Hotellerie ihre gegenwärtige Lage bei unveränderten Erträgen und Zimmerauslastungen überwiegend gut bewertet, sehen die Restaurantbetreiber sowohl ihre aktuelle Situation als auch ihre Geschäftserwartungen negativ. Insgesamt gibt es eine deutliche Eintrübung des Konjunkturklimas.

Gegenüber dem vorangegangenen Quartal hat sich das Geschäftsklima im Kreditgewerbe etwas verbessert. Die Investitions- und Personalplanungen sind allerdings rückläufig. Das Konjunkturklima der sonstigen Dienstleistungen liegt mit 141 Punkten deutlich über dem Schnitt aller Branchen und dem langjährigen Branchenmittel von 127 Punkten. Insgesamt melden 56 Prozent der Befragten eine gute Geschäftslage, 40 Prozent erwarten eine weitere Verbesserung. Das drückt sich in einem positiven Beschäftigungstrend aus, wobei Fachkräftemangel und steigende Arbeitskosten als große Geschäftsrisiken gesehen werden.

 Stadt Bremerhaven – Die Trends der einzelnen Branchen

 Die Bremerhavener Industrie ist im Aufwind. Der Geschäftsklimaindex hat sich gegenüber dem vorherigen Quartal mit 115 Punkten deutlich verbessert. Zwar ist die Geschäftslage noch unterkühlt. In den kommenden Monaten rechnen die Unternehmen aber mit einer deutlichen Verbesserung.

Die Geschäftslage im Einzelhandel bleibt insgesamt auf gutem Niveau. Die Prognosen fallen im Vergleich zum vorangegangenen Quartal günstig aus. Das lässt auch die Investitionsbereitschaft steigen: Mehr als ein Drittel der Unternehmen plant zusätzliche Investitionsausgaben. Auch die Beschäftigung soll sich leicht erhöhen.

 Die Konjunktur im Groß- und Außenhandel hat sich merklich abgekühlt. Der Geschäftsklimaindex fällt auf 68 Punkte im Vergleich zu 101 Punkte im zehnjährigen Mittel. Die Personal- und Investitionsplanungen der Händler sind dementsprechend rückläufig. Auch das Geschäftsklima der Verkehrs- und Logistikwirtschaft hat sich eingetrübt. Der Ausblick ist verhalten.

Sowohl in der Hotellerie als auch in der Gastronomie äußern sich die Befragten überwiegend positiv zur aktuellen Geschäftslage. Hinsichtlich der Geschäftsaussichten herrscht jedoch in beiden Bereichen wenig Zuversicht.

Die Konjunktur der sonstigen Dienstleistungen hat sich weiter verbessert und notiert mit 126 Punkten auf hohem Niveau (zehnjähriges Mittel: 114 Punkte). Dies trifft sowohl auf unternehmensbezogene, als auch auf personenbezogene Dienstleistungen zu. Die Dienstleister sorgen auch in Bremerhaven für positive Impulse auf dem Arbeitsmarkt.

 Den vollständigen Konjunkturreport unter www.handelskammer-bremen.de/konjunktur.

(Redaktion)


 


 

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