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Bremen

Jedes dritte Unternehmen beschäftigt Flüchtlinge oder plant dies

Diese Angaben machten 433 Betriebe aus Industrie, Handel und Dienstleistungen im Rahmen der aktuellen Konjunkturumfrage der Handelskammer Bremen – IHK für Bremen und Bremerhaven. Rund 22 Prozent der befragten Unternehmen gab an, Flüchtlinge zu beschäftigen. Weitere zehn Prozent wollen in den kommenden zwei Jahren Flüchtlinge einstellen.

Harald Emigholz, Präses der Handelskammer Bremen, sagte: "Der wichtigste Weg zur Integration von Flüchtlingen in die Gesellschaft führt über die Arbeit. Doch vor allem in Wirtschaftsbereichen, in denen es auf die Kommunikation mit Kunden ankommt, ist es entscheidend, die deutsche Sprache gut zu beherrschen. Die Politik muss alles daran setzen, dass ausreichend Kurse – insbesondere auf berufsqualifizierendem Niveau – geschaffen werden."

Wie häufig Flüchtlinge beschäftigt werden, unterscheidet sich zwischen den Standorten Bremen und Bremerhaven und je nach Branche deutlich. In den stadtbremischen Unternehmen werden mehr Flüchtlinge beschäftigt als in Bremerhaven. Vergleichsweise häufig finden Flüchtlinge in Industriebetrieben (28,6 Prozent der befragten Unternehmen) sowie im Verkehrs- und Logistikbereich (28,4 Prozent) Arbeit. Ein Grund könnte sein, dass hier der Schwerpunkt auf manuellen Tätigkeiten liegt. Anders als beispielsweise im Verkauf sind sprachliche Schwierigkeiten eine geringere Hürde. Zudem haben Industrieunternehmen aufgrund ihrer Größe oft besonders gute organisatorische Möglichkeiten.

Knapp zwei Drittel der befragten Unternehmen setzen Flüchtlinge als Praktikanten oder im Rahmen von Einstiegsqualifizierungen ein. Am zweithäufigsten (42,6 Prozent) sind sie als Auszubildende in den Betrieben tätig. In immerhin 14 Prozent der Unternehmen sind Flüchtlinge als Fach- oder Führungskraft eingestellt oder eingeplant.

Präses Emigholz erklärte: "Praktika und Einstiegsqualifizierungen bieten Unternehmen und Flüchtlingen vor allem die Möglichkeit, sich zunächst gegenseitig kennenzulernen. Insgesamt zeigt sich, dass die Betriebe den Fachkräfteengpass nicht kurzfristig durch Flüchtlinge lösen können. Mittel- bis langfristig werden aber zunehmend Flüchtlinge in vollwertige duale Ausbildungen übergehen und schließlich als qualifizierte Fachkräfte arbeiten können."

Die Handelskammer unterstützt bei der Integration

Die Handelskammer Bremen unterstützt Unternehmen bei der Einstellung und Integration von Flüchtlingen. In Kooperation mit dem Bildungszentrum der Wirtschaft im Unterwesergebiet e.V. (BWU) sind seit dem Frühjahr 2016 die Willkommenslotsen Christian Holtbrügger und Naji Chehade im Gebäude der Handelskammer tätig und arbeiten eng mit der Abteilung Aus- und Weiterbildung zusammen. Sie beraten Unternehmen bei Fragen zu Praktika, Einstiegsqualifizierung oder Ausbildung, vermitteln Kontakte und stimmen Unternehmen wie Bewerber auf kulturelle Unterschiede ein. Weitere Informationen unter www.handelskammer-bremen.de/willkommenslotsen.

(Redaktion)


 


 

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