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Bremen

Einsatz künstlicher DNA in Pilotregion gestartet

Seit Montag erhalten die Bewohnerinnen und Bewohner einer ausgewählten Region in der Bremer Südvorstadt kostenlos Markierungskits mit "künstlicher DNA" zur Sicherung ihres Eigentums.

Damit beginnt die zweite Phase des bereits am 16. Oktober gestarteten Projektes zur Verhütung von Einbruch und Diebstahl. Wertvolle Gegenstände, die vor Diebstahl geschützt werden sollen, können mit einer künstlichen DNA markiert werden. Zeitgleich werden Schilder und Warnzeichen angebracht, die darauf hinweisen, dass die Häuser und Wohnungen DNA-gesichert sind.

Erstmals werden Haushalte ausgestattet

Nach den Schulen werden nun erstmals Haushalte ausgestattet. Auch Bremerhaven startete gestern mit einer Pilotregion. Zum Auftakt der Aktion verteilte Bremens Innensenator Ulrich Mäurer (SPD) die ersten Markierungskits an Bewohner. Im vergangenen Jahr waren im Land Bremen insgesamt 2.876 Wohnungseinbrüche zu verzeichnen, in der Stadt Bremen 2.399.

Wohngebiet mit fest verwurzelter Bevölkerung

„Wir haben diesen Bereich ausgewählt, weil wir ihn für das Pilotprojekt für besonders geeignet halten,“ erläuterte der Senator. „Bei der Entscheidung für diese Region standen die zu erwartende hohe Akzeptanz der Bevölkerung und eine geringe Fluktuation der Bewohner im Vordergrund. Hier hat man ein Wohngebiet, in dem die Bevölkerung fest verwurzelt ist“, so Mäurer. Dadurch lasse sich die Kriminalitätsentwicklung zuverlässiger bewerten. Es handele sich nicht um einen Bereich mit einer besonders hohen Anzahl von Einbrüchen und Diebstählen.

Das Gebiet in der Bremer Südvorstadt wird eingegrenzt von der Friedrich-Ebert-Straße, der Kornstraße, der Waterloostraße und der Thedinghauser Straße. In diesem übersichtlichen Areal, das im sozialen Gefüge der Stadt einen Mittelwert einnimmt (Benachteiligungsindex), leben ca. 3.000 Menschen in ca. 1.000 Haushalten. Auch die Region in Bremerhaven umfasst 1.000 Haushalte. Wesentlicher Teil der Strategie der Polizei ist es, die Region, in der die künstliche DNA eingesetzt wird, deutlich kenntlich zu machen. Dazu werden große Schilder aufgestellt, die darauf hinweisen und potentielle Täter abschrecken sollen.

Polizei informierte im Vorfeld

Durch ein Informationsschreiben der Polizei wurden die Bewohnerinnen und Bewohner auf die Aktion vorbereitet, so dass sie nicht von dem Besuch durch die Polizei überrascht werden. Bei einer gut besuchten Informationsveranstaltung konnten sich die Anwohner zuvor außerdem persönlich über das Projekt und die Absichten der Polizei informieren. Polizeibeamtinnen und Polizeibeamte werden in der Woche vom 9. bis 14. November alle Haushalte besuchen und den Bewohnern ein Markierungskit anbieten. Dabei wird auch über die Anwendung ausführlich informiert und beraten.

„Besonders dankbar bin ich, dass es gelungen ist, eine Reihe von Unterstützern aus der Wirtschaft für diese Projekt zu gewinnen.“ (Bremens Innensenator Ulrich Mäurer)

Pilot: Gewoba, ÖVB und GeWo finanzieren mit

„Besonders dankbar bin ich, dass es gelungen ist, eine Reihe von Unterstützern aus der Wirtschaft für diese Projekt zu gewinnen“, führte der Senator aus. Neben der Herstellerfirma SelectaDNA konnte er hier die Wohnungsbaugesellschaft Gewoba, die Versicherung ÖVB und für das Pilotprojekt in Bremerhaven auch die GeWo Wohnungsbaugesellschaft Bremerhaven nennen. Nur mit Hilfe dieser Unterstützer sei es möglich, die Haushalte in dieser Region kostenlos mit Markierungskits auszustatten. Der Pilotversuch soll nachträglich ausgewertet werden.

Markierungsflüssigkeit mit Code versehen

Bei der künstlichen DNA handelt es sich um eine durchsichtige Markierungsflüssigkeit, die ähnlich einem Lack auf Gegenstände aufgebracht wird. Jede Markierungsflüssigkeit ist mit einem individuellen DNA-Code und zusätzlich mit kleinen codierten Kunststoffplättchen, den sogenannten „Microdots“, ausgestattet. Über die „Microdots“ kann schnell und ohne aufwendige Analyseverfahren der rechtmäßige Erwerber des Markierungssets ermittelt werden. Die „Microdots“ sind mit Individualcodierungen versehen, die nur einmal pro Markierungsset vergeben werden. Die eingelaserte Individualnummer kann mittels eines Mikroskops am Computer sichtbar gemacht werden und lässt sich über die Kundendatenbank des Herstellers dem rechtmäßigen Eigentümer zuordnen.

Andere Bundesländer an Modellversuch interessiert

Bremen ist bundesweit das erste Land, das diese Methode zur Reduzierung der Einbruchsdiebstähle anwendet. „Andere Bundesländer sind interessiert an den Ergebnissen, die wir hier in Bremen erzielen werden“, machte der Senator die bundesweite Bedeutung deutlich.

(Redaktion)


 


 

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