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Bremen

Schütting-Preis 2016

Handelskammer Bremen zeichnet Innovation im Mittelstand aus


Sie sehen aus und schmecken wie echte Hähnchenkeulen, wurden aber mit einem 3D-Drucker hergestellt: Die Bremerhavener BIOZOON GmbH arbeitet an innovativen Verfahren zur industriellen Herstellung von Essen für Menschen mit Kau- und Schluckstörungen. Dafür erhielt sie gestern den "Schütting-Preis 2016 für Innovationen im Mittelstand". Alle vier Jahre verleiht die Handelskammer Bremen – IHK für Bremen und Bremerhaven diese Auszeichnung an Unternehmen. Weitere Preise gingen an die NOPAR International GmbH, die Rotek GmbH & Co. KG und die Statex Produktions- und Vertriebs GmbH.

Handelskammer-Präses Harald Emigholz sagte bei der Preisverleihung: "In Bremen ist ein positives Mikroklima für Innovation entstanden. In den zurückliegenden Jahren kann man hier durchaus von einer Aufbruchsstimmung bei den Unternehmen sprechen. Hinzu kommen exzellente Wissenschaftseinrichtungen, die über die Landesgrenzen Deutschlands hinaus erfolgreich und vernetzt arbeiten." Die durchweg hohe Qualität der Einreichungen für den Schütting-Preis zeige zudem eindrucksvoll das innovative Potenzial in Bremen.

Mit dem Schütting-Preis prämiert die Handelskammer Produkte, Verfahren oder wirtschaftsnahe Dienstleistungen, die einen hohen Innovationsgrad aufweisen und sich bereits am Markt bewährt haben. Bewerben konnten sich alle kleinen und mittleren Unternehmen aus Industrie, Handel, Verkehr und Dienstleistung, die Mitglied der Handelskammer Bremen sind. Beteiligt haben sich 44 Unternehmen.

Über die Preisträger:

Den mit 7.500 Euro dotierten 1. Preis erhielt die Bremerhavener Firma BIOZOON GmbH. Sie hat ein Verfahren entwickelt, wie sich spezielles Essen für Menschen zubereiten lässt, die von Kau- und Schluckstörungen betroffen sind. In einem von der EU geförderten Projekt hat BIOZOON gezeigt, das es technisch möglich ist, "smoothfood 2.0" mit Hilfe der 3D-Druck-Technologie in industriellem Maßstab herzustellen.

In Deutschland leiden etwa fünf Millionen Menschen unter Dysphagie, europaweit etwa 30 Millionen. Sie benötigen pürierte oder passierte Kost. Um ihnen täglich Gerichte anbieten zu können, die attraktiv sind und dennoch die entsprechende Konsistenz haben, hat die BIOZOON GmbH das „Smoothfood“-Konzept mitinitiiert, bei dem die Lebensmittel nach dem Pürieren mittels Silikonformen in eine optisch ansprechende Form gebracht werden. Bislang mussten diese Gerichte per Hand zubereitet werden – eine logistische Herausforderung für große Pflegeeinrichtungen. Mit Hilfe der 3D-Druck-Technologie und eines darauf abgestimmten Texturierungssystems, das für jedes Lebensmittel anwendbar ist, soll dies künftig automatisiert werden.

Elektrostatische Aufladung macht es möglich: Die Flipchart-Medien der Bremer Firma NOPAR International GmbH haften auf nahezu jedem Untergrund. Für diese Innovation erhielt das Unternehmen den mit 5.000 Euro dotierten 2. Preis. Mit dem neuen Verfahren können Präsentationen und Moderationen unabhängig von Tafeln oder Stellwänden überall abgehalten werden. Es gibt sie als Flipchart-Folien, als weiße, schwarze oder durchsichtige Tafelfolien, als Malfolie oder als Notizzettel für das moderne Büro und den Haushalt. NOPAR hat ein Verfahren entwickelt, bei dem die umweltfreundlichen Folien bestehend aus drei Schichten mit einer speziellen Methode nachhaltig aufgeladen und so immer wieder verwendet werden können.

Die ROTEK GmbH & Co. KG aus Bremerhaven bekam den mit 2.500 Euro dotierten 3. Preis für ihren "intelligenten Motor". Der "Romotion" ist für die Anforderungen der Industrie 4.0 gerüstet, in der Anlagen und Maschinen bei einer zunehmend vernetzten Produktion miteinander Informationen austauschen und sich selbst überwachen. Der Motor kann komplexe Prozessabläufe eigenständig übernehmen, Signale von externen Sensoren verarbeiten und sich mit dem Gesamtsystem und weiteren Motoren vernetzen.

Mit einem Sonderpreis wurde die Statex Produktions- und Vertriebs GmbH ausgezeichnet – und zwar für eine Tastatur, die sich knicken und biegen lässt. Das Bremer Familienunternehmen hat im Auftrag eines der weltweit größten Elektronikunternehmen eine textile Leiterbahn für eine besonders dünne und flexible Tablet-Tastatur aus Gummi entwickelt. Mit der Bremer Innovation ist es möglich, eine Kabelverbindung anzubieten, die nicht bricht wenn sie mehrfach gebogen und geknickt wird. Dadurch kann Hardware nicht mehr nur starr, sondern biegsam konstruiert werden. Die Firma aus Bremen Horn-Lehe nutzte für die Konstruktion ihre Erfahrung mit der Metallisierung von Garnen und Textilien aus Polyamid. Dafür hat sie bereits 1996 im Rahmen des Schütting-Preises einen Sonderpreis erhalten.

Die weiteren Finalisten in alphabetischer Reihenfolge

• Bildung und Beratung Manfred Wallenschus GmbH, Bremen
Projekt: Entwicklung von Fort- und Weiterbildungen im Bereich der Additiven Fertigung (3D-Druck-Technologien)

• engram GmbH, Bremen
Projekt: engram KampagnenManagementSystem (eKMS) - Softwaresystem für ein Medienmanagement zur optimalen Einbindung des stationären Vertriebs in Multi- oder Omnikanal-Strategien von Retail-Organisationen und Finanzdienstleistern

• Sailskin GmbH, Bremen
Projekt: Manuell rollbares Sonnensegel – regen- und sturmfeste Alternative zur klassischen Markise mit hohem Bedienkomfort

• Stevialine GmbH & Co. KG, Bremen
Projekt: Stevia – zuckerfreie Schokolade

• Ubimax GmbH, Bremen
Projekt: xAssist – Remoteunterstützung für Wearable Computing-Anwendungen

• Verified Systems International GmbH, Bremen
Projekt: RT-Tester Model-Based Text Case and Test Data Generator –automatisiertes, modellbasiertes Testen von Software und Systeme

(Redaktion)


 


 

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