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Bremen & Niedersachsen

Karneval lockt von Bremen bis Osnabrück Hunderttausende

Als seien gerade Ufos gelandet, so staunten am Samstag in der Haupthalle des Oldenburger Hauptbahnhofs Passanten. Die beiden hübschen jungen Damen mit Perücke, in Netzstrümpfen und High Heels machten durchaus Eindruck. Erst beim zweiten Hingucker machte es bei machem Klick: andernorts ist Karneval. Und da wollten die beiden ganz offensichtlich hin. Dennoch die schockierende Erkenntnis für manchen Passanten: kein Büttenredner weit und breit.

Tatsächlich hält sich im Norden hartnäckig der Glaube, dass sich der gesamte Karneval mit Büttenredner in Sitzungssäälen zwischen Düsseldorf und Mainz abspielt. Wie man die Millionen Karnevalisten alle dort unterbringt, bleibt allerdings bis dato ein Geheimnis der Norddeutschen. Der Straßenkarneval bleibt in hiesigen Gefilden ein Mysterium.

Wo es hingegen genau für die beiden UFO-Karnevalistinnen aus dem Oldenburger Hauptbahnhof hingig, blieb offen, denn am Samstag wurde in gleich drei Karnevalshochburgen in Niedersachsen und Bremen gefeiert. Die Zugverbindungen von Oldenburg aus boten Spielraum in alle Richtungen.

Ossensamstag und Samba-Karneval

Zum Einen lockte der traditionelle Ossensamstag in Osnabrück mit einer Vielzahl von Wagen und Fußgruppen und zehntausenden Besuchern. Auch in der Karnevalshochburg Ganderkesee (Landkreis Oldenburg) zog der in der Region sehr beliebte Karnevalszug durch die Straßen. Zum Anderen lockte Bremen mit seinem alternativen Samba-Karnevalszug und mehr als hundert Tanzgruppen wieder zehntausende Besucher an den Straßenrand. Funkemariechen sucht man hier allerdings vergebens. Doch auch der klasische Karneval hat an der Weser im Lokal StäV Jahr für Jahr ein Zuhause. Dort lockt die gute Stimmung und Kölsch Jahr für Jahr  hunderte Freunde des Karnevals in die Böttchergasse.

Doch der Nordwesten hat einige Kuriositäten zu bieten: Der Rosenmontagszug in Damme (Landkreis Vechta) findet nicht etwa am Rosenmontag statt, sondern heißt nur so und zieht seit Jahrezehnten eine Woche vorher durch die Gassen, damit man zum Höhepunkt rechtzeitig in die Karnevalshochburgen am Rhein ausreisen kann. Denn der Karnevalszug im nächstgrößeren Oldenburg bleibt Jahr für Jahr überschaubar. Jahrzehntelang regierte hier - dafür aber Jahr für Jahr - Prinz Hanfred mit einer unerschütterlichen Karnevalstruppe des Vereins Blau-Rot Oldenburg. In diesem Jahr soll es - so hört man- erstmals wieder ein Prinzenpaar an der Hunte geben.

Eine weitere Kuriosität: während an Weiberfastnacht bundesweit die Rathäuser von den Damen der Schöpfung gestürmt wurden, war das Rathaus Bremen das wohl einzige bundesweit, welches zur Karnevalszeit von 300 Männern heimgesucht wurde. Allerdings nicht wegen des Bremer Samba-Karnevals, der in diesem Jahr unter dem Motto "Fairkehrte Welt" stand, sondern wegen der traditionell stattfindenden Schaffermahlzeit. Hunderte Bremer Frauen bildeten immerhin ein Spalier. Die Kostümierung der Herren ist seit 469 Jahren immer die selbe: schwarzer Frack und weißes Hemd. Auch im Bremer Rathaus wurden Büttenreden gehalten. Nur ein Utensil fehlte beim Brudermahl der Kaufleute und Seeleute: die Pappnase.

(Red. / oy)


 


 

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