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Bremen

zero Firmengruppe stellt Anträge auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens

- Laufender Geschäftsbetrieb soll fortgeführt werden - Löhne und Gehälter der rund 1.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bis Ende Mai gesichert - Dr. Malte Köster (Kanzlei WILLMERKÖSTER, Bremen) zum vorläufigen Insolvenzverwalter der Retail- und Franchise-bezogenen Geschäftseinheiten des Modeunternehmens bestellt - Tim Beyer (Kanzlei Schultze & Braun, Bremen) zum vorläufigen Insolvenzverwalter für die Holding sowie die Logistik- und Beschaffungsgesellschaften bestellt

1.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter betroffen

Die zero Firmengruppe, mit Hauptsitz in Bremen, hat Anträge auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens für alle wesentlichen deutschen Gesellschaften des Modeunternehmens gestellt. Das Unternehmen wurde 1967 gegründet und entwirft, produziert und verkauft Damenmode in eigenen Stores sowie in Shop-in-Shop-Kooperation in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Der Jahresumsatz erreichte zuletzt ca. 100 Mio. Euro. Insgesamt beschäftigt die zero Gruppe rund 1.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Für die zero-Tochtergesellschaften in Österreich und der Schweiz wurden bislang keine Insolvenzanträge gestellt. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter der Geschäftseinheiten im Modehandel, darunter rund 100 zero-Shops sowie rund 290 shop-in-stores in Deutschland, wurde Dr. Malte Köster aus der Kanzlei WILLMERKÖSTER bestellt. In diesen Gesellschaften beschäftigt die zero Gruppe derzeit rund 800 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Zum vorläufigen Verwalter der Holding-Gesellschaft sowie der entsprechenden zugeordneten Logistik- und Beschaffungsgesellschaften wurde Tim Beyer aus der Kanzlei Schultze & Braun bestellt. In den von Beyer verwalteten Gesellschaften sind bei zero rund 200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter tätig.

Geschäftsbetrieb soll bis auf weiteres fortgeführt werden

Die Insolvenzverwalter haben mit ihren Teams gemeinsam die Tätigkeit im Unternehmen bereits aufgenommen. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wurden bei einer Mitarbeiterversammlung über den aktuellen Stand der Dinge und die nächsten Schritte informiert. In einer ersten Stellungnahme kündigten Köster und Beyer an, dass der laufende Geschäftsbetrieb bis auf weiteres fortgeführt werde. Die beiden vorläufigen Insolvenzverwalter teilten zudem mit, dass die Löhne und Gehälter der Mitarbeiter bis Ende Mai über das Insolvenzgeld abgesichert seien. Die dazu nötigen Schritte seien bereits eingeleitet. Köster und Beyer erklärten weiter: „In den kommenden Tagen stehen vor allem die Stabilisierung des Geschäfts und Gespräche mit Lieferanten und Handelskunden im Vordergrund. Dabei wird es darum gehen, uns ein vollständiges Bild der Situation des Unternehmens zu verschaffen und Zukunftsperspektiven zu erörtern.“

Hoher Wettbewerbsdruck und gravierende Veränderungen innerhalb der Modebranche hatten Umsatzrückgänge zur Folge

Hintergrund der finanziellen Schieflage der zero Firmengruppe sind die gravierenden Veränderungen innerhalb der Modebranche, die zu hohem Wettbewerbsdruck und Umsatzrückgängen speziell im mittleren Marktsegment geführt haben. So drängen zahlreiche internationale Modekonzerne auf den deutschen Modemarkt, gleichzeitig ist der Preisdruck durch Fashion-Discounter gestiegen. Darüber hinaus hat sich das Kaufverhalten der Kunden in den letzten Jahren stark verändert und vom stationären Handel hin zum Online-Handel verlagert. Reinhard Fischer, geschäftsführender Gesellschafter der zero-Gruppe, erklärte: „Wir haben verschiedene Ansätze vorangetrieben, um die Firmengruppe in einem schwierigen Branchenumfeld neu auszurichten, wie etwa die Marke zero mit einem neuen, design-orientierten Store-Konzept zu stärken. Zudem wurde der Online-Shop neu aufgebaut. Die eingeleiteten Maßnahmen reichten jedoch nicht aus, um die hohen Belastungen durch Umsatzrückgänge sowie ungünstige Kostenstrukturen, u.a. durch langjährige Mietverträge, zu kompensieren. Nach einem erneut negativen Geschäftsergebnis im Jahr 2015 und einem schwachen Geschäftsverlauf im ersten Quartal 2016 mussten wir aber letztlich erkennen, dass wir nicht mehr in der Lage sind, die nötigen Mittel zur umfangreichen Sicherung der Gruppe aufzubringen. Mit dem Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens verbinden wir jetzt auch die Hoffnung auf einen Neuanfang.“

(Redaktion)


 


 

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