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Bremer Fernsehpreis 2010

Autoren von herausragenden Fernseh-Regionalprogrammen geehrt

Am Freitag wurden im Funkhaus von Radio Bremen am Weserufer die Autoren von herausragenden Beiträgen im Fernseh-Regionalprogramm geehrt. Der NDR sicherte sich dabei mit seinem Niedersachsen-regionalprogramm die oberen Plätze auf dem Siegertreppchen.

Was die globale Wirtschaftskrise im Kleinen, im Regionalen und Privaten für Folgen hat – das zeigt ein Porträt über einen Niedersachsen, der die Toiletten an der Autobahn reinigt. Eben das – die große Krise mit den Folgen für die Kleinen – trug der Autorin des Beitrags den Bremer Fernsehpreis ein. Der Film von Birgit Borsutzky, der im NDR-Regionalmagazin "Niedersachsen 19:30" lief, wurde in der Kategorie "Einzelbeitrag" ausgezeichnet. Ihre Entscheidung begründete die Jury unter Vorsitz von Frank Plasberg so: "Was wir zu sehen bekamen, war eine scheinbar kleine Geschichte, eine Expedition in den Alltag. Wir erleben wie ein Mann mit den Härten des Arbeitsmarktes umgeht. Dabei wahrt die Autorin immer die Distanz und bringt uns gerade deshalb einen Menschen nah. Der Beitrag begeistert Herz und Verstand."

Auch in der zweiten Kategorie war das NDR-Regionalmagazin aus Hannover erfolgreich: "Niedersachsen 19:30" wurde als beste Sendung mit innovativem Charakter geehrt. "Mit einem Seemannsköpper stürzt sich das Redaktionsteam in das tägliche Regionalabenteuer. Dabei werden vielfältige Beitragsformen und Erzählperspektiven eingesetzt. Fantasie und Originalität fordern sich die Macher ab, ohne dabei ihre handwerklichen Grenzen zu überschreiten. Wenn der Landesvater sich auf den Weg des Bundespräsidenten macht, drohen Jubelarien. Dieser Gefahr begegnet diese Sendung mit frecher Distanz und einem hintergründigen Blick in das Machtsystem Wulff", schreibt die Jury. Ihr gehörten in diesem Jahr neben Frank Plasberg, Maria Gresz von Spiegel TV, Birgitta Weber vom SWR, Peter Fritz vom ORF und Christian Dröse von der ARD-ZDF-Medienakademie an.

Preis mit jeweils 3.000 Euro dotiert

Neben den beiden Hauptpreisen wurden drei ehrende Anerkennungen ausgesprochen – für einen Beitrag über den Kahlschlag in der Theaterlandschaft des MDR-Kulturmagazins "Artour", für das MDR-Magazin "Sachsenspiegel", das sich mit einem Tornado beschäftigte, und für eine Reportage mit dem Titel "Mit der Firma aus der Pleite" aus der WDR-Sendereihe "Hier und heute".

Der Bremer Fernsehpreis wurde zuletzt vor zwei Jahren vergeben. Gewürdigt werden herausragende Leistungen im deutschsprachigen Fernseh-Regionalprogramm. Dotiert ist der Preis mit 3.000 Euro. In diesem Jahr wurden 21 Beiträge von acht Sendeanstalten eingereicht. Vertreten waren öffentlich-rechtliche Formate aus Deutschland und Österreich.

Fachdiskussion: Regionalfernsehen erreicht kaum Jüngere

Der Verleihung der Preise war eine Fachdiskussion vorausgegangen. Unter dem Titel "Vergreist das Regionalfernsehen?" diskutierten Vertreter verschiedener Sendeanstalten. Auf dem Podium des Werkstattgesprächs saßen Carina Teutenberg, Vice President Facutal Information & Magazine bei der ProSiebenSat.1 Media AG, Marco Otto, Leiter der Abteilung Planung, Entwicklung, Innovation beim NDR, Holger Weinert vom Hessischen Rundfunk und Holm Keller von der Leuphana Universität in Lüneburg, die ein Projekt "Bürgerfernsehen im Netz" starten will. Das Durchschnittsalter bei den öffentlich-rechtlichen Programmen liegt bei gut 60 Jahren. Diskutiert wurde während des Werkstattgesprächs, wie groß der Spagat sein müsste, um jüngere Zuschauer zu erreichen, ohne die älteren Stammzuschauer zu verprellen. Der Vize-Präsident der Leuphana Universität prophezeite, dass jüngere Menschen auf Dauer nicht mehr über herkömmliche Medien zu erreichen seien. Statt zu konsumieren müssten ihnen Möglichkeiten der Teilhabe und Interaktion eingeräumt werden. Die Vertreterin der Privatsender Pro Sieben und Sat.1 appellierte an den Mut der dritten Programme für innovativere und jugendlichere Formate.

(Redaktion)


 


 

Bremer Fernsehpreis
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Frank Plasberg
Fernseh-Regionalprogramm
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Radio Bremen

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