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Tarifstreit bei InBev

150 Mitarbeiter protestierten am Freitag auf dem Bremer Marktplatz

Ungemach am Bremer Weser-Ufer. Die Mitarbeiter der Brauerei Beck & Co. sowie beim Logistikunternehmen Roland Brauerei Service GmbH bestreiken InBev. Beide Unternehmen gehören zur Brauereikonzern-Gruppe. Hintergrund ist ein Tarifstreit. Die Arbeitnehmerseite kritisiert im Zuge dessen auch hohe Boni-Zahlungen an das Inbev-Management.

Bereits Anfang Februar hatte es in Bremen bei Inbev Warnstreiks gegeben, als der bundesweite Rahmentarifvertrag durch den deutschen Brauerbund aufgekündigt worden war. Zu den Warnstreiks aufgerufen hatte die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG). Am Freitag versammelten sich nun ca. 150 Mitarbeiter auf dem Bremer Marktplatz. Nach Gewerkschaftsangaben beteiligen sich im Bremer Werk insgesamt 900 InBev-Mitarbeiter an den Streikmaßnahmen.

Die NGG hatte zuvor für die rund 1.400 Beschäftigten in Bremen und im Außendienst eine Erhöhung der Entgelte und Ausbildungsvergütungen von mehr als 6 Prozent für die nächsten 12 Monate sowie die Übernahme der Auszubildenden für mindestens 12 Monate gefordert.  Das Angebot des Inbevmanagements umfasste hingegen zuletzt bei einer Laufzeit von 24 Monaten zwei Erhöhungen von 45  Euro im Jahr 2011 und 60 Euro im Jahr 2012. Dies entspricht laut NGG in der sogenannten Ecklohngruppe 1,52 % bzw. 2 %. "Das ist völlig inakzeptabel", so Dieter Nickel, Geschäftsführer der Gewerkschaft NGG in Bremen.

Inbev-Management führt schlechte Absatzsituation an

In der Verhandlung hatte die Arbeitgeberseite nach Nickels Angaben u.a.  die schlechte Absatzsituation der Brauerei dargestellt und anschließend die Auskünfte zu den konkreten Unternehmensergebnissen, insbesondere zum Gewinn für das letzte Jahr, verweigert. Das sorgte wiederum für Argwohn bei den Gewerkschaftern. Diese zogen daher einen unwidersprochenen Artikel der "Sunday Times" von Ende Januar heran.

Im betreffenden Artikel wird gemeldet, dass 40 Topmanager von Anheuser-Busch InBev mit einer Bonusausschüttung von ca. 850 Millionen Euro rechnen können, davon sollen alleine ca. 100 Millionen Euro für den Vorstandsboss Carlos Brito fließen.

„Hunderte Millionen für die Topmanager, da bleibt für diejenigen, die die Werte erarbeiten, nichts mehr übrig. Wir haben vor vier Wochen eindrucksvoll gezeigt, dass die Belegschaft von Beck & Co für ihre Interessen kämpft und das werden wir auch gerne wiederholen, wenn in der nächsten Verhandlung kein vernünftiges Angebot
kommt“, so Nickel weiter.

Obwohl dies von InBev-Seite bestritten wird, sieht der Gewerkschafter durchaus einen Zusammenhang zwischen den Boni-Zahlungen an die Manager und der schlechten Situation der Bremer Brauerei. Nach Anheuser Busch-Inbev-Darstellung ist der Absatzrückgang in Deutschland auf Einsparungen zurückzuführen, die getätigt worden sind, um die Kredite für den Zukauf von Anheuser-Busch wieder abtragen zu können. "Die einzige Triebkraft des Inbev-Managements ist  die unersättliche Gier nach immer höheren Profiten", kritisiert daher Gewerkschafter Nickel.

(Redaktion)


 


 

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