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Medienbericht

Brennelemente aus Jülich wurden offenbar doch nach Asse geliefert

Das Verwirrspiel ist perfekt: Nachdem es Irritationen um den Verbleib von knapp 2.300 Brennelementekugeln aus dem Forschungszentrum Jülich (NRW) gab, wo bis zum Jahr 1988 ein Forschungsreaktor betrieben wurde, behaupteten die Betreiber zunächst, dass das Material das Gelände niemals verlassen habe. Nun behaupten Medien das Gegenteil.

290.000 Brennelementekugeln - jede so groß wie ein Tennisball - lagern weiter auf dem umfangreichen Gelände des Forschungszentrums Jülich. Einige Tausende von ihnen wurden bislang vermisst. Über die Unstimmigkeiten im Zahlenmaterial des Forschungszentrums entbrannte am Wochenende eine breite öffentliche Debatte. Auch eine Einlagerung in das Forschungsbergwerk Asse mochte man zuzletzt nicht ausschließen.

Die skandalträchtige Anlage war zuletzt in die Schlagzeilen geraten, weil dort über Jahrzehnte allerlei Material unterschiedlichester Herkunft und Zusammensetzung eingelagert worden war. Auch einen Betreiberwechsel setzte Anfang 2009 der damalige Bundesumweltminister Sigmar Gabriel durch. Seitdem ist nicht mehr das Helmholz-Zentrum in München, sondern das Bundesamt für Strahlenschutz in Salzgitter verantwortlich. Eine Räumung der Asse steht weiter im Raum, da das Bergwerk mit Wasser vollläuft und Gefahr für das Grundwasser und die Umwelt droht.

Nur wenige Kilogramm hochaktives Plutonium sollten in der Asse verwahrt sein, hieß es noch im Frühjahr 2009 vom Helmholtz-Zentrum in München, welches das Lager lange betrieben und die Verantwortung getragen hatte. Seitdem im Januar 2009 das Bundesamt für Strahlenschutz das Sagen hat und damit die öffentliche Hand, heißt es, dass womöglich dreimal so viel hochgefährliches Plutonium von Kraftwerksbetreibern eingelagert worden ist, als öffentlich bekannt ist (business-on.de berichtete).

Zeitung zitiert Zahlen von 1976

Laut einem Bericht der in Düsseldorf erscheinenden "Rheinischen Post" sind Brennelemente aus dem Forschungszentrum anscheinend doch ins Forschungsbergwerk Asse geliefert worden.  Der Zeitung liegen nach eigenen Angaben Begleitlisten der Gesellschaft für Strahlenschutz und Umweltforschung in München vor, aus denen hervorgeht, dass am 23. November 1976 und am 15. Dezember 1976 insgesamt drei Behälter mit Brennelementekugeln per Bahn von Jülich nach Asse gebracht wurden. Dabei wurden die radioaktiven Materialen in Blechdosen und Fässern transportiert.

(Redaktion)


 


 

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