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Keine Kosten- oder Zeitgarantie

Bahnvorstand mahnt Engagement des Landes für "Stuttgart 21" an

Nach dem eindeutigen Votum der Bevölkerung für das Bahnprojekt "Stuttgart 21" hat die Deutsche Bahn AG bei der Landesregierung konstruktive Unterstützung auch bei der Kostendisziplin angemahnt. "Kritische Begleitung reicht nicht", sagte Technikvorstand Volker Kefer am Montag in Berlin. Kefer vermied es ebenso wie Bahnchef Rüdiger Grube, eine Garantie für die Einhaltung der Obergrenze von 4,526 Milliarden Euro oder des Fertigstellungstermins 2019 zu geben.

Von Stefan Uhlmann und Thomas Rietig

Grube betonte gleichwohl, die Bahn wolle alles tun, um das Projekt so schnell wie möglich und innerhalb der veranschlagten Kosten zu realisieren. Es wäre aber "hochgradig unprofessionell", etwa angesichts unsicherer Entwicklung der Rohstoffpreise, eine Kostengarantie abzugeben.

Kefer bezifferte die durch Polizeieinsatz, Schlichtung, Stresstest und Volksabstimmung entstandenen Mehrkosten für "Stuttgart 21" auf mindestens 50 Millionen Euro. Zeitlich habe dieser Prozess etwa ein Jahr gekostet, sagte er, schloss aber nicht aus, dass der Fertigstellungstermin 2019 zu halten sei.

Ministerpräsident Winfried Kretschmann hatte zuvor das Mehrheitsvotum für "Stuttgart 21" akzeptiert, aber von der Bahn eine Erklärung gefordert, dass sie Kosten übernehmen werde, die über den bisherigen Rahmen von 4,5 Milliarden Euro hinausgehen. Grube sagte dazu, es gebe eindeutige Verträge. "Wir als Bahn sind verpflichtet, diesen Bau zügig zu realisieren", und niemand könne sich "hinstellen und sagen: 'Ich nicht!'", wenn der Kostenrahmen gesprengt werde.

Dialog mit Bürgern soll weitergehen

Grube zeigte sich erfreut über das Votum der Baden-Württemberger für "Stuttgart 21". Der Bahnchef sprach von einem sehr guten Ergebnis für das Land Baden-Württemberg, für die Stadt, die Region und ganz Deutschland. Die Menschen im Südwesten hätten eine eindeutige Entscheidung getroffen. Es habe sich gezeigt, dass die Bürger verantwortungsvoll mit langfristig notwendigen Investitionsentscheidungen umgehen.

Respekt zollte Grube auch jenen, die gegen "Stuttgart 21" gestimmt hätten. Ihre Meinung sei der Bahn immer sehr wichtig gewesen. Die Bahn werde sich auch weiterhin dem Dialog mit den Bürgern stellen, versicherte der Bahnchef. Die Bahn habe bei den Diskussionen um "Stuttgart 21" viel gelernt.

Kefer stellte die weiteren Schritte zur Realisierung des Bahnprojektes vor. Am Morgen habe es bereits die ersten Kontakte zur Landesregierung gegeben. Die Bahn werde nun weitere Vergabeverhandlungen führen. Um den Jahreswechsel sei hier mit einigermaßen konkreten Ergebnissen zu rechnen. Der Abriss des Südflügels des alten Bahnhofs soll Anfang nächsten Jahres beginnen. Fortgesetzt werde der Aufbau der Leitungen für die sogenannte "Grundwassertaktung", also der stufenweisen vorübergehenden Anpassung der Grundwasserspiegel an die Bauarbeiten. Diese solle möglichst in der zweiten Jahreshälfte 2012 beginnen.

(dapd )


 


 

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