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  • 20.02.2010, 16:15 Uhr
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  • Oldenburg/Mülheim a.d. Ru
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Discounter

Tengelmann verkauft Plus-Märkte in Bulgarien und Rumänien

Seine Auslands-Ableger in Bulgarien und Rumänen will das Familienunternehmen Tengelmann aus Mülheim an der Ruhr an die Konkurrenz verkaufen. Auch der potenzielle Käufer bestätigte bereits. Für Tengelmann bedeutet dies insbesondere in Bezug auf Bulgarien einen abrupten Strategiewechsel. Dort war das Unternehmen mit dem Discounter "Plus" erst 2009 aktiv geworden.

Deutschlands größter Lebensmitteleinzelhändler Edeka aus Hamburg (u.a. Comet, Reichelt, NP, Edeka, Netto), und die Tengelmann-Gruppe (OBI, KiK, Kaiser’s Tengelmann und Plus) hatten im Jahr 2008 die Übernahme des Discounters Netto durch Edeka bekannt gegeben: beide Unternehmen fusionierten ihre jeweiligen Discounter "Netto"(1.200 Filialen) und "Plus" (2.520 Filialen) unter dem Markennamen "Netto". Mit dem Potenzial kann Netto dem Marktführer  Aldi (4.200 Filialen) und Lidl (2.900 Filialen) auf die Pelle rücken.

Die Umstellung ehemaliger Plus-Filialen an das "Netto" Corporate Design erfolgt bereits seit geraumer Zeit. Offiziell ist Plus am 1. Januar 2009 an die Netto Marken-Diskont AG & Co KG übergegangen. Aktuell werden u.a. Filialen im Nordwesten Deutschlands umgestellt. Die Umstellung soll im Jahr 2010 abgeschlossen sein. Sitz des neuen Discount-Riesen ist der Netto-Stammsitz im bayrischen Maxhütte-Haidhof.

REWE übernahm 380 Plus-Filialen

Das Bundeskartellamt erteilte die Auflage, dass rund 380 Märkte verkauft werden müssen. Die vornehmlich in Ostdeutschland liegenden Märkte gingen an die konkurrierende REWE-Gruppe aus Köln. REWE konnte sich zuvor in den Verhandlungen mit Tengelmann nicht durchsetzen und unterlag Edeka. Die Kölner hatten auch eine Fusion der Plus-Märkte mit ihren Märkten unter dem Markennamen "Penny" (3.500 Filialen) erwogen, bleiben aber weiterhin ein großer Player im Discount-Markt.

Eine von Tengelmann angestrebte Einkaufskooperation mit Edeka untersagte das Kartellamt hingegen. Die Kartellwächter befürchteten zu viel Preisdrückerei im deutschen Lebensmitteleinzelhandel. Tengelmann sucht seitdem nach Alternativ-Partnern. 

Nach intensiver Prüfung aller Optionen haben wir uns für einen Verkauf an die internationale Unternehmensgruppe Lidl entschieden." (tengelmann- Gesellschafter Karl-Erivan W. Haub)

Filialen in Osteuropa: Lidl bestätigt Übereinkommen

Die Schwarz-Gruppe aus Neckarsulm (Lidl) bestätigte inzwischen, dass man Einigkeit über die Übernahme der Plus-Märkte in Bulgarien und Rumänen durch Lidl erzielt habe. "Nach intensiver Prüfung aller Optionen haben wir uns für einen Verkauf an die internationale Unternehmensgruppe Lidl entschieden", erklärte am Freitag Karl-Erivan W. Haub, Geschäftsführender und persönlich haftender Gesellschafter der Unternehmensgruppe Tengelmann.

In Bulgarien ist Plus erst seit Oktober 2009 mit 23 Filialen und 820 Mitarbeitern aktiv, in Rumänien seit 2005 mit 96 Filialen und über 2.000 Mitarbeitern in Rumänien tätig. Beide Plus-Töchter sind nach Tengelmann-Angaben in den mit Discountern noch rar ausgestatteten Ländern jeweils Marktführer. Lidl ist zugleich in Bulgarien und Rumänien nicht mit Märkten vertreten. Die Mitarbeiter der Plus-Gesellschaften will man komplett übernehmen. Die Kartellbehörden müssen dem aktuellen Lidl-Deal noch ihren Segen erteilen.

Tengelmann: Ertragreiche Filialisten im Portfolio

Der Hintergrund des abrupten Abbruchs des Wachstums in den beiden Auslandsmärkten ist noch unklar. Die neue Edeka/Tengelmann Discount-Allianz kündigte aber bereits an, dass man im Heimatmarkt Deutschland bis 2011 jährlich 250 bis 300 neue Märkte errichten wolle - dafür braucht man bekanntlich Liquidität. Allerdings ist Tengelmann am neuen Netto-Bündnis nur mit 20 Prozent beteiligt. Vor allem die geringen Margen und die eingeschränkte Marktmacht im Vergleich zu Mitbewerbern dürften daher für Tengelmann im Discount-Geschäft eine Fusion notwendig gemacht haben. Der Discounter Plus (Slogan: "Die kleinen Preise") war schließlich ansonsten gut positioniert.

Bereits im Jahr 2008 hatte man tschechische Plus-Märkte an die REWE-Gruppe, die ungarischen Märkte an SPAR Österreich und die griechischen Filialen an die belgische Handelskette Delhaize verkauft. Im Jahr 2005 verkaufte Tengelmann seine Drogeriemärkte unter dem Namen "kd Kaiser’s Drugstore GmbH" an die Drogeriekette Rossmann aus Burgwedel bei Hannover. Nach eigenen Angaben ist Tengelmann auf keinerlei Fremdkapital angewiesen. Das Mülheimer Familienunternehmen zählt ertragsstarke Filialisten wie KiK, TeDi, Kaiser´s und OBI zu ihrem Portfolio.

(Redaktion)


 


 

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