Sie sind hier: Startseite Weser-Ems Finanzen
Weitere Artikel
Bund kauft sich bei EADS ein

Paris und Berlin halten jeweils höchstens 12 Prozent

Deutschland steigt nach monatelangen Verhandlungen als dritter Staat beim europäischen Luft- und Raumfahrtkonzern EADS ein.

Frankreich senkt seinen Anteil ab, sodass beide Länder höchstens je zwölf Prozent halten werden. Der deutsche Konzern Daimler und das französische Unternehmen Lagardère reduzieren ihre Beteiligungen. Das geht aus einer am Mittwoch veröffentlichten Vereinbarung zwischen den Hauptaktionären und der Konzernleitung hervor.

Frankreich, Deutschland und Spanien als drittes beteiligtes Land einigten sich demnach auf eine staatliche Höchstbeteiligung am Konzern von 28 Prozent (zwölf plus zwölf plus vier Prozent Spanien).

Die geänderte EADS-Satzung wird außerdem eine Eigentums- und Stimmrechtsbeschränkung auf 15 Prozent enthalten, die weder von Einzelaktionären noch von Aktionärsgruppen überschritten werden darf. Damit wäre EADS vor Übernahmeversuchen weitgehend geschützt. Zudem sollen nationale Sicherheitsinteressen Frankreichs und Deutschlands werden durch die Schaffung sogenannter nationaler Verteidigungsunternehmen geschützt werden.

EADS startet Aktienrückkauf

Der EADS-Vorstandsvorsitzende Tom Enders zeigte sich erfreut über die neue Struktur: "Das EADS-Management begrüßt mit Nachdruck die heutigen Entscheidungen und die Chancen, die sich daraus für unser großartiges Unternehmen ergeben."

Als Teil des Prozesses wird EADS eigene Aktien von bis zu 15 Prozent zurückkaufen. So sollen Aktien von Lagardère und auch von Daimler aufgenommen werden. Außerdem kauft die staatliche deutsche KfW-Bank EADS-Aktien von Daimler und anderen.

Die Neuordnung wurde nötig, weil Groß aktionär und EADS-Mitgründer Daimler sich von Anteilen trennen will. Der Konzern sieht EADS schon lange nicht mehr als Kerngeschäft .

Bisher sind Frankreich und der Daimler-Konzern mit je 15 sowie Spanien mit 5,6 Prozent an EADS beteiligt. Weitere 7,5 Prozent hält der französische Lagardère-Konzern, ebenfalls 7,5 Prozent liegen bei einem deutschen Banken-Konsortium.

Die Bundesregierung wollte eine Veränderung des fein ausbalancierten Verhältnisses zwischen deutschen und französischen Anteilen bei dem Gemeinschaftsunternehmen verhindern. So wollte Berlin etwa die großen Werke der EADS-Tochter Airbus in Deutschland vor einer Verlagerung nach Frankreich sichern.

Hollande begrüßt Einigung

Der französische Präsident François Hollande begrüßte die Einigung: "Dieses neue Abkommen garantiert den Schutz der französischen, deutschen und spanischen Staatsinteressen im Konzern und gibt dem Unternehmen die Handlungsfreiheit, die es braucht, um seine Entwicklung fortzusetzen."

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zeigte sich ebenfalls zufrieden. Durch die Einigung könne die deutsch-französische Partnerschaft bei EADS "in Balance weitergeführt werden", sagte sie am Mittwochabend. Damit werde dem Gründungsgedanken des Unternehmens Rechnung getragen. Die Partner seien sich über die Bedeutung der Standorte der EADS insbesondere für Forschung, Entwicklung und Produktion einig, erklärte Merkel weiter. Wesentliche Funktionen der EADS-Verwaltungszentrale würden weiterhin ihren Sitz in Müchen/Ottobrunn haben. EADS-Konzernchef Enders wollte viele Funktionen nach Frankreich verlegen.

Der Lagardère-Konzern, der bisher 7,5 Prozent hält, kündigte an, den "allergrößten Anteil" davon zu verkaufen. Abgestoßen werden sollten in einem ersten Schritt zunächst 5,5 Prozent, teilte das Unternehmen mit.

Daimler reduziert wie geplant noch 2012 seinen Anteil an EADS um etwa 7,5 Prozent oder 61 Millionen Aktien. Die Papiere werden zu einem einheitlichen Preis der staatlichen KfW, privaten Investoren in einem Bankenkonsortium sowie institutionellen Anlegern angeboten, wie Daimler erklärte.

(dapd)


 


 

EADS
Anteil
Frankreich
Daimler
Deutschland
Konzern
Lagardère-Konzern
Spanien
Aktien
Hollande
Thomas
Enders

Passende Artikel suchen

Finden Sie weitere Artikel zum Thema "EADS" - jetzt Suche starten:

Kommentar abgeben

Bei einer Antwort möchte ich per E-Mail benachrichtigt werden

 
 

 

Entdecken Sie business-on.de: