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Bundeskriminalamt

Gründung der Tatortgruppe war Reaktion auf Anschläge der RAF

Vor etwas mehr als 40 Jahren, im Mai 1972, erschütterten mehrere Sprengstoffanschläge Deutschland. Ziel dieser Anschläge der Baader-Meinhof-Gruppe war unter anderem das Hauptquartier der US-Army Frankfurt am Main, die Polizeidirektion Augsburg, das Landeskriminalamt München, das Axel-Springer-Verlagshaus in Hamburg und der damalige Bundesrichter Wolfgang Buddenberg in Karlsruhe.

Als Reaktion auf die Anschläge der Baader-Meinhof-Gruppe, dem Vorläufer der Rote Armee Fraktion (RAF), richtete das BKA im gleichen Monat die "Sonderkommission Baader-Meinhof" sowie die "Arbeitsgruppe Sprengstoff" ein. Das war die Geburtsstunde der Tatortgruppe im BKA.

Das erste Jahrzehnt der Tatortgruppe war nächst zugeprägt von der Tatortarbeit nach weiteren Anschlägen der RAF sowie der Spurensicherung in konspirativen Wohnungen und RAF-Depots. Ab dem Jahr 2000 verlagerten sich die Ermittlungen nach BKA-Angaben besonders in den Bereich des islamistischen Terrorismus, zwischenzeitlich auch in den Bereich der rechtsextremistischen Kriminalität und des Rechtsterrorismus. So hat die Tatortgruppe des BKA unter anderem im Brandschutt der Zwickauer Wohnung des selbsternannten "Nationalsozialistischen Untergrunds" (NSU) Asservate und Spuren gesichert.

Einheit nach Flugzeugabsturz eingerichtet

Die Entschärfer des BKA unterstützen die Polizeien bundesweit in Fällen, in denen unkonventionelle Spreng- und Brandvorrichtungen vorhanden sein könnten. Die Experten für Tatortarbeit nach Spreng- und Branddelikten werden bei Bränden und Explosionen hinzugezogen. Bekannte Ereignisse, bei denen sie vor Ort waren, waren beispielsweise der fremdenfeindliche Brandanschlag auf das Haus der Familie Genc in Solingen im Jahr 1993, der Anschlag der Al Qaida auf eine Synagoge auf Djerba im Jahr 2002, der Brand in der Herzogin-Anna-Amalia-Bibliothek in Weimar 2004 und die im Kölner Hauptbahnhof versuchten Kofferbombenanschläge auf Regionalzüge in Richtung Dortmund und Koblenz im Jahr 2006.

Das BKA richtete die Spezialeinheit nach einem Flugzeugabsturz in Teneriffa ein. Bei dem Absturz am 3. Dezember 1972 kamen 155 Passagiere ums Leben, zum Großteil Deutsche. Das BKA entsandte damals Spezialisten auf die Kanareninsel, um die Opfer zu identifizieren. Seitdem wurde die Einheit in 37 Schadenslagen eingesetzt. Bekannte Schadensfälle, bei denen die IDKO tätig wurde, sind beispielsweise der Flugzeugabsturz in Ramstein 1988, der Flugzeugabsturz in der Dominikanischen Republik 1996, das Zugunglück in Eschede 1998 und der Flugzeugzusammenstoß bei Überlingen im Jahr 2002. Die größte Bewährungsprobe war nach BKA-Angaben der 14 Monate dauernde Einsatz nach dem Tsunami am 26. Dezember 2004 in Südostasien.

Ziercke: Wichtige Stütze der Polizeiarbeit

Die Tatortgruppe sei damit eine wichtige Stütze polizeilicher Ermittlungsarbeit. Ein Tatort kann viel über Täter und Tatabläufe aussagen. Somit ist das gründliche Erheben von Spuren mit modernsten Mitteln und die professionelle Beweissicherung von großer Bedeutung für den Verlauf von Ermittlungen", so BKA-Präsident Jörg Ziercke über seine hauseigenen Spezialisten. Sie sorgten aber eben auch dafür, dass die Toten nach einem Unglück oder Anschlag ihre Namen zurück erhielten und die Angehörigen der Opfer Gewissheit über deren Schicksal bekämen. Die IDKO erfülle damit eine sehr wichtige Aufgabe, so Ziercke.

(Redaktion)


 


 

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