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Probleme beim Netzausbau

Bundesnetzagentur sieht Stromnetz "am Rande der Belastbarkeit"

Der dringend nötige Ausbau des Stromnetzes in Deutschland kommt nur stockend voran. Das geht aus einem Bericht der Bundesnetzagentur hervor, der am Freitag in Bonn veröffentlichten wurde. Die Hälfte der 24 als besonders dringlich eingestuften Ausbauprojekte ist verzögert. Der Zeitverzug liege zwischen einem und vier Jahren. Die Stromnetze seien "am Rand der Belastbarkeit angekommen".

Die wachsende Nutzung erneuerbarer Energien erfordert einen Ausbau der Stromnetze in Deutschland. Beispielsweise muss der in Windparks an Nord- und Ostseeküste erzeugte Strom ins Binnenland geleitet werden, teils über weite Entfernungen zu den verbrauchshungrigen Industrieregionen und Ballungsgebieten. Dazu kommt die Abschaltung von Atomkraftwerken, die ebenfalls teilweise längere Transportwege für Elektrizität zur Folge hat.

"Der Netzausbau wird das zentrale Thema der nächsten Jahre sein. Die Energiewende kann nur gelingen, wenn der Ausbau der Netze mit dem Ausbau der erneuerbaren Energien Schritt hält", sagte der Präsident der Bundesnetzagentur, Matthias Kurth. Die gegenwärtige Situation sei "zwar noch beherrschbar und lässt sich als stabil und sicher bezeichnen". Allerdings müssten die Netzbetreiber immer häufiger in den Systembetrieb eingreifen, sagte Kurth.

Situation "noch beherrschbar"

Regierung und Parlament haben deshalb im Jahr 2009 das Energieleitungs-Ausbaugesetz erlassen. Doch selbst die 24 danach als vordringlich ausgewiesenen Ausbauten von Überlandstrecken laufen nur schleppend. Von 1.807 Kilometern neu zu errichtender Trassen seien etwa 214 Kilometer bislang fertiggestellt, heißt es in dem Bericht.

Insgesamt seien bis 2014 von den Überland-Netzbetreibern 149 Ausbaumaßnahmen vorgesehen (Stand 2. Quartal 2011), darunter 19 Leitungen zur Anbindung von Windparks im Meer. 73 dieser Projekte seien inzwischen verzögert, der Anteil hat sich binnen Jahresfrist praktisch verdoppelt. Gründe dafür seien nach Betreiberangaben unter anderem die Abschaltung von acht Kernkraftwerken, weil geänderte Stromflüsse die Abschaltung umzurüstender Trassen teilweise erheblich erschwerten. Ansonsten spielen weiterhin Verzögerungen im Genehmigungsverfahren, Widerstand aus der Bevölkerung, aber auch Lieferengpässe bei Anlagenherstellern eine Rolle.

44 Prozent der Haushalte noch mit altem Vertrag

Kurth appellierte erneut an die Verbraucher, stärker die Möglichkeit eine Anbieterwechsels zu nutzen. Knapp 44 Prozent der Haushaltskunden hätten bisher weder den Anbieter gewechselt noch wenigsten einen anderen Vertrag bei ihrem bisherigen Grundversorger abgeschlossen. Immerhin wechselten nach den Angaben der Bundesnetzagentur im Jahr 2010 rund 2,7 Millionen Haushaltskunden den Anbieter. Der Anteil der Kunden, der seinen Strom von einem anderen Anbieter als dem jeweiligen Grundversorger bezieht, wuchs damit um 1,5 Prozentpunkte auf den neuen Höchststand von 15,5 Prozent.

(dapd )


 


 

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